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19.05.13 21:17 Alter: 5 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik
Von: Reinhard Köchl

Dimitri Antonov schafft beim Dreisprung Meet-IN in Ingolstadt auf Anhieb die U 18-WM-Norm

Eine Normerfüllung für die U 18-WM durch Dimitri Antonov (LAC Quelle Fürth), ein Stadionrekord durch Elina Sterzing (TSV Rottweil), zahlreiche DM-Qualis und eine Reihe von persönlichen Bestleistungen: Mehr kann man von einem kleinen Meeting, bei dem nur eine Sportart im Mittelpunkt steht, kaum verlangen. Beim 3. Dreisprung Meet-IN des MTV 1881 Ingolstadt passte schlichtweg alles, was die Athleten auch prompt in Top-Leistungen ummünzten.


Bundestrainer Charles Friedeck (rechts) kann schon mit Dimitri Antonov für die U 18-WM in Donetsk rechnen. Der 17-Jährige löste in Ingolstadt frühzeitig das Ticket in die Ukraine. Foto: Kiefner

Für die Dreispringer-Familie Antonov aus Bad Kissingen gehört das Ingolstädter Dreisprung Meet-IN, das gleichzeitig als BLV-Förderwettkampf fungiert, längst zu den Pflichtveranstaltungen im Freistaat. Dafür verzichteten Dimitri junior, sein älterer Bruder Ivane und Vater Dimitri senior sogar auf eine Teilnahme am hochkarätigen Springermeeting in Garbsen (Niedersachsen). Mehr noch: Durch seine guten Kontakte lockte BLV-Dreisprung-Disziplintrainer Antonov obendrein einige namhaften Athletinnen aus Baden-Württemberg und sogar aus der Schweiz an die Donau. Sie mussten ihr Kommen nicht bereuen. Im Wettbewerb der Frauen und der Weiblichen Jugend erzielten nahezu alle Springerinnen bei sommerlich-leistungsfördernden Temperaturen und Rückenwind gerade an der erlaubten Grenze neue Hausrekorde.

So gelang es der ehemaligen deutschen Jugend-Vizemeisterin Elina Sterzing, ihre persönliche Bestleistung gleich zum Saisoneinstand auf 13,29 Meter zu steigern. Damit schob sie sich auf Rang drei in der aktuellen deutschen Bestenliste der Frauen vor und verbesserte gleichzeitig erheblich den alten Stadionrekord des MTV Ingolstadt. Ebenfalls deutlich über der bisherigen Bestmarke blieb die Schweizerin Isabelle Gysi (SV Oberteuringen/LAS Old Boys Basel) mit 12,70 Meter als Zweite. Dritte wurde Julia Hennemann (TSV Ebensfeld) mit 12,25 Meter. In der Weiblichen U 20 durfte sich Laura Keilhofer (TV Zwiesel) auf ihrer Lieblingsanlage mit 12,03 Meter über ihren ersten Zwölf-Meter-Sprung freuen, während in der U 18 Jessica Bernardo (LAC Quelle Fürth) ein Satz auf 11,68 Meter gelang.

Wenn man überhaupt von einem „Nachteil“ für ihren Vereinskameraden und Trainingspartner Dimitri Antonov sprechen kann, dann waren dies die aufziehenden Wolken einer Regenfront, die die Temperaturen im Vergleich zum Frauenwettbewerb um gut fünf Grad drückten. Außerdem verwandelte sich der vorher konstante Schiebewind in unberechenbare Böen, die mitunter auch von der Seite kamen. Dass der 17-jährige Dimitri Antonov dennoch gleich im ersten Sprung der Konkurrenz die Norm für die U 18-WM in Donetsk (Ukraine, 10. bis 14. Juli) von 15,10 Meter mit 15,29 Meter klar überbot, war natürlich das absolute Highlights des Dreisprung Meet-IN. Auch sein Bruder Ivane stand ihm mit einem Satz auf 15,21 Meter kaum nach. Zur Norm für die U 20-EM in Rieti (Italien; 18. bis 21. Juli) von 15,60 Meter fehlten freilich noch 39 Zentimeter. Die beiden besten jugendlichen Dreispringer Deutschlands trafen bei ihren besten Versuchen obendrein nicht das Brett. Dass sie sich nicht weiter steigern konnten, hatte Dimitri Antonov senior eigentlich schon erwartet: „Nach einem strapaziösen Trainingslager waren die zwei noch etwas müde. Aber im nächsten Wettkampf wird es krachen!"

Die Konkurrenz der Männer entschied das frühere Hochspringer-Ass Fabian Fleischmann (1. FC Passau) bei seinem ersten Dreisprung-Wettkampf mit guten 14,43 Meter, die er gleich zwei Mal anbot, für sich. Ebenfalls zum ersten Mal die schwierige Sprungfolge testete mit Julian Knabl vom gastgebenden MTV 1881 Ingolstadt ein jüngeres Hochsprungtalent. Seine 11,22 Meter zum Einstand können sich durchaus sehen lassen.

Viel Lob bekam Veranstalter MTV 1881 Ingolstadt von allen beteiligten Sportlern und Trainern. Die Veranstaltung sei „optimal“ verlaufen, attestierte Johannes Ferdinand, Sprungtrainer beim Württembergischen Leichtathletik-Verband. Zusammen mit Dimitri Antonov will er Bundestrainer Tamas Kiss nun vorschlagen, Ingolstadt im kommenden Jahr als offizielles DLV-Dreisprung-Qualifikationsmeeting für sämtliche internationalen Wettbewerbe in den Veranstaltungskalender aufzunehmen und Deutschlands Elite komplett in die Schanz zu beordern.