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24.04.17 20:32 Alter: 182 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Laufsport, Senioren- und Breitensport
Von: Dieter Claus

Daniel Götz und Agnieszka Glomb holen sich die bayerischen Halbmarathontitel 2017

Daniel Götz (SV Bergdorf-Höhn) und Agnieszka Glomb (PTSV Rosenheim) heißen die diesjährigen Bayerischen Meister im Halbmarathon, der in Augsburg ausgetragen wurde. Die meisten Medaillen holten sich die Athleten des PTSV Rosenheim. Wenngleich die absolute bayerische Spitze bei den Aktiven fehlte, bewertete BLV - Vize Willi Wahl dier Titelkämpfe in Augsburg als eine überaus gelungene und auch gut frequentierte Veranstaltung.


Schon am Beginn des Augsburger Halbmarathons zeichnete sich das Duelle zwischen Daniel Götz (Nummer 169) und Tobias Gröbl (Nummer 101, rechts) ab. Foto: Wolfgang B. Kleiner

Strahlender Sieger und neuer Bayerischer Halbmarathinmeister wurde Daniel Götz. Foto: Theo Kiefner

Einem kleinen Läuferfestival ähnelte am Sonntagmorgen das Treiben an der Sportanlage Süd unweit des Siebentischwaldes. Rund 600 Läuferinnen und Läufer versammelten sich, und dies trotz zunächst empfindlich kühler Temperaturen. Nach einem Hobbylauf mit vielen Schülerinnen füllte sich um 10 Uhr der obere Teil der Allee mit 370 Langstrecklern unterschiedlichster Leistungsstärke.

Schon wenige Meter nach dem Start übernahmen Daniel Götz und Tobias Gröbl (LG Zusam) die Führung, mit Abstand folgte eine Verfolgergruppe, bestehend aus Andrew McLeod (TG Viktoria Augsburg), Kevin Key (LG Allgäu Kempten), Markus Brennauer (TSV Penzberg) und Marco Bscheidl (LG Passau). Bei den Frauen ging die ehemalige deutsche Marathonmeisterin Bernadette Pichlmaier )LAG MIttlere Isar) mit einem Kilometerschnitt von 3:20 Minuten forsch in Führung. Das Duo Götz/Gröbl baute allmählich den Vorsprung aus, das Verfolgerquartett wechselte sich in der Führungsarbeit ab.

Veränderungen ergaben sich bei den Läuferinnen: Die Triathletin Katrin Esefeld (LG Mettenheim) und Agnieszka Glomb überholten Pichlmaier. Zwei junge Sportlerinnen wahrten ihre Medaillenchancen: Elisabeth Fladerer (TG Viktoria Augsburg) und Katharina Schmidt (LAC Quelle Fürth). Tobias Gröbl war in der vergangenen Woche im Trainingslager und dabei 180 Kilometer gelaufen. "Ich denke, dass Tobias versucht, an Götz dran zu bleiben, um dann auf den letzten Metern aufzudrehen", vermutete sein Betreuer Werner Friedel.

Aber es kam anders: Daniel Götz, der bei den "Deutschen" vor zwei Wochen 1:08:38 Stunden vorgelegt hatte, setzte sich in der zweiten Runde von Gröbl ab, sein Sieg stand schon in der letzten Runde außer Frage. In der Verfolgergruppe wurde bereits die gemeinsame Jagd auf den Zusamer besprochen. "Sorry, aber ich bin nicht mehr zur Führungsarbeit in der Lage", musste Markus Brennauer, der auch ein Trainingslager in den Beinen verspürte, zugeben. So zerlegte sich allmählich die Vierergruppe. Als Erster musste Kevin Key abreißen lassen.

Auf den letzten 1,5 Kilometern witterte Marcus Bscheidl noch eine Chance, Gröbl einzuholen; der Abstand verringerte sich von Sekunde zu Sekunde. Eingangs der Allee mobilisierte Gröbl nochmals alle Kräfte und kam mit 1:09:57 Stunden und 13 Sekunden Vorsprung vor Bscheidl ins Ziel. Schon mehr als eine Minute vorher bewies Daniel Götz mit 1:08:46 Stunden seinen aktuell ausgezeichneten Leistungsstand. "Diese Siegerzeit macht deutlich, dass wir in Augsburg einen schnellen Kurs anbieten konnten", interpretierte Willi Wahl. Der geschlagene Tobias Gröbl gab sich im Ziel eher gelassen: "Mehr war nicht drin. Das Ziel war ein flotter Tempodauerlauf, deswegen mache ich einen Haken hin, und weiter geht es."

Spannend verlief für die Zuschauer der Wettbewerb der Frauen. Die als Favoritin gehandelte Katrin Esefeld verlor zunehmend ihre Medaillenchancen. Am Ende wurde sie Siegerin in der W 35. Entschlossen übernahm nach einer Runde die gebürtige Polin Agnieszka Glomb die Führung. Ihr Betreuer Toni Gröschl (PTSV Rosenheim) befürchtete bereits, dass sie das Tempo nicht würde halten können. Hinter der 27-jährigen Physiotherapeutin lief mit deutlichem Abstand Elisabeth Fladerer, 20 Sekunden danach kam Katharina Schmidt. In dieser Reihenfolge erreichte die Letzte des Trios in knapp 84 Minuten die Zielschranke.

Für Agnieszka Glomb blieb die Uhr für ihren ersten Halbmarathon bei 1:21:56 Stunden stehen. Mit dieser Zeit könnte sie sich in der BLV-Bestenliste 2017 eintragen, freilich eher am unteren Ende. "Ich habe diese Leistung besonders meinem Trainer Toni Gröschl zu verdanken. Ab Kilometer sieben habe ich mir vorgenommen, die Führung zu übernehmen und dies bis zum Ziel zu halten", berichtete Glomb nach dem Lauf. Ihre Ziele für dieses Jahr sind noch zurückhaltend: "Ich will vor allem gesund und unverletzt bleiben und mein Niveau halten."  

Der schnellste Senior dieser Bayerischen Meisterschaft wurde Gesamtvierter und kam vom Veranstalter. Andrew McLeod war nach 1:10:16 Stunden im Ziel und siegte in der M 40. Das Fazit des Australiers: "Ich persönlich war überrascht, dass ich so gut lief. Ich denke, dass mir die drei Läufer, die mit mir rannten, dabei geholfen haben." Dass die Augsburger Meisterschaft die bayerischen Senioren angezogen hatte, beweist unter anderem ihre Platzierung im Gesamtfeld. Unter den ersten 20 Läufern: Eike Loch (LAC Quelle Fürth) als Sieger in der M 50, Klaus-Peter Estermaier (LG Gendorf Wacker Burghausen) in der M 45 und Reinmund Hobmaier (PTSV Rosenheim) als Meister in der M 55. Ein weiteres Mal bewiesen in der M 60 Hugo Mann (TSV Penzberg) und Manfred Dormann (TV Bad Brückenau) in der M 65 ihre Dominanz.

Die Siegerehrung für die Seniorinnen wurde von den Läuferinnen aus Rosenheim geprägt. In der Mannschaftswertung gab es Gold und die Meisterschaft in der Einzelwertung für Eva Baumann (W 40), Josefine Hobmaier (W 50) und in der W 55 für Julika Fidjeland. Die 56-Jährige ist deutsche Crosslaufmeisterin und ging siegessicher ins Rennen: "In meiner Klasse habe ich auf jeden Fall mit dem Sieg gerechnet. Unter 1:30 Stunden zu laufen, damit war ich sehr zufrieden. Natürlich musste ich in der letzten Runde beißen." Christine Sachs (LG Mettenheim) bleibt Augsburg nicht in guter Erinnerung, obwohl sie die Meisterschaft in der W 60 gewann. Der Hitzeläuferin war es zu kalt, sie litt unter muskulären Problemen und wollte in der letzten Runde schon aufgeben.

Die Austragung der Meisterschaft bei der TGVA hat der schwäbische Bezirks-Laufwart Dieter Claus vorgeschlagen und unterstützt. Das Resümee von BLV-Vizepräsident Willi Wahl: "Viele fleißige und engagierte Helfer der TGVA sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Ich war mit der Ausrichtung und dem Ablauf sehr zufrieden."

Nachfolgend weitere Meisterinnen und Meister: Bernadette Pichlmaier W 45; Herta Bergmann (LC Aichach) W 65; Sibylle Vogler (SC Kemmern) W 70; Marco Bscheidl M 35; Wilfried Baumgardt (LG Stadtwerke München) M 70; Johann Lorenz (LG Kreis Dachau) M 75; Mannschaftswertung der Männer: LG Passau: Marco Bscheidl Mario Bernhardt, Maxim Fuchs.