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16.05.17 12:52 Alter: 8 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport
Von: Reinhard Köchl

Bayerns Läufer und Langsprinter präsentieren sich in Pliezhausen in exzellenter Frühform

Siege in den wichtigsten Rennen über 600 Meter durch Christina Hering (LG Stadtwerke München) und Martin Grau (2000 Meter Hindernis), eine starke Staffel-Vorstellung von Katrin Fehm (ESV Amberg) und ein viel versprechende Performance von Nachwuchssprinterin Mona Mayer (MTV 1881 Ingolstadt): Die bayerischen Athleten setzten beim 27. Internationalen Läufermeeting im württembergischen Pliezhausen die Akzente.


Christina Hering hielt in Pliezhausen über 600 Meter die Schweizer Hallen-Europameisterin Selina Büchel in Schach. Foto: Theo Kiefner

1:1 stand es bisher im Duell Christina Hering gegen Selina Büchel (Schweiz) über 600 Meter. Die Zweikämpfe waren jedes Jahr packend, knapp und spannend. 2016 liefen sie fast zeitgleich ins Ziel, lediglich eine Hundertstelsekunde war Christina Hering schneller als ihre Konkurrentin. Im Vergleich dazu lagen dieses Jahr Welten zwischen Siegerin Hering und der drittplatzierten Büchel: gut eine Sekunde. Oder eben sogar eine weitere Athletin: U 20-Läuferin Jana Reinert (LG Region Karlsruhe).

Die Siegerzeit bei widrigen Bedingungen (in Pliezhausen herrscht bis auf ganz wenige Ausnahmen Dauerregen) war zwar nicht ganz so schnell wie beim Rekordlauf vor zwei Jahren (1:25,45 Minuten), aber immer noch absolute Spitze: 1:27,68 Minuten. "Schon in der Kurve habe ich gewusst, dass ich es schaffen werde, vorbeizugehen. Und habe es dann auf der Zielgeraden durchgezogen. Es wäre natürlich toll gewesen, noch schneller zu laufen, aber natürlich freue ich mich sehr über den Sieg“, sagte Christina Hering – die im Duell gegen Selina Büchel nun mit 2:1 in Führung geht. Nächstes Jahr wird die Schweizerin also garantiert auf Revanche aus sein.

Ziel: WM-Norm schnell abhaken

Zunächst aber steht die WM-Saison an. Die Münchnerin will die Quali (2:00,50 Minuten) „nicht wieder erst auf den letzten Drücker“ laufen. Sondern: „Sie schnell abhaken, um mich dann perfekt auf die Weltmeisterschaften vorbereiten zu können. Ich bin gespannt und will in London mit Selbstbewusstsein an den Start gehen."

Mit einem eindrucksvollen Lauf über die selten gelaufenen 2000 Meter Hindernis bewies der Deutschen Meister von 2015, Martin Grau (LSC Höchstadt/Aisch), dass mit ihm nach einem wahren "Seuchenjahr" wieder zu rechnen ist. Das Rennen immer kontrollierend, setzte sich der Franke nach einer schnellen Schlussrunde in 5:37,36 Minuten gegen Tim Stegemann (LAC Erfurt, 5:38,36 Minuten) durch. Lange auf den Fersen seines bayerischen Konkurrenten musste sich Konstantin Wedel (LAC Quelle Fürth) am Schluss mit Rang fünf in 5:47,00 Minuten begnügen. Siebter wurde Valentin Unterholzner LG Region Landshut; 5:49,15 Minuten). Die Hinderniskonkurrenz der männlichen Jugend über die gleiche Strecke sah zwei Läufer aus dem Freistaat vorne: Niklas Buchholz (TSV Hemhofen) gewann in 5:49,39 Minuten die U 20, während Florian Bremm (TV Leutershausen) in der U 18 mit 6:06,67 Minuten nicht zu schlagen war.

DLV-Staffel mit Katrin Fehm mit Kampfansage für Grosseto

Was im ersten Versuch noch scheiterte, klappte im zweiten: die U 20-EM-Norm der DLV-Sprinterinnen. Die 4x100 Meter Staffel in der Besetzung Katrin Fehm, Keshia Kwadwo (V Wattenscheid 01), Sophia Junk (LG Rhein-Wied) und Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen) lief nach 44,11 Sekunden durchs Ziel und war hinterher mehr als zufrieden.

„Der Start ist zwar noch ausbaufähig, aber insgesamt können wir echt zufrieden sein“, sagte Katrin Fehm. Keshia Kwadwo ergänzte: „Es ist die schnellste Zeit, seit ich in der Staffel dabei bin.“ Und Sophia Junk gab zu: „Die Anspannung war nach dem ersten verpatzten Lauf natürlich extrem hoch.“ Aber: „Meine Erleichterung war echt riesengroß, als ich das Staffelholz dann beim zweiten Mal in der Hand hatte. Mit der Zeit sind wir auch sehr zufrieden, in der fortgeschrittenen Saison sollte dann eine 43er Zeit auf jeden Fall möglich sein. Und damit streben wir natürlich bei der EM nach einer Medaille.“

Nachwuchs-Bundestrainer Alexander Seeger ging sogar noch einen Schritt weiter: "Es gibt nun nur ein Ziel: den Europameistertitel. Außer Großbritannien und Frankreich kann keine Staffel in diesem Bereich laufen. 2011 waren wir das letzte Mal Europameister, es ist also an der Zeit."

Fast ein wenig unter ging da die Zeit, die Katrin Fehm über die für sie ungewohnten 300 Meter auf die Bahn trommelte: Mit 38,97 Sekunden ließ sie ungeahntes Potenzial erkennen und landete bei den Frauen knapp hinter Christina Hering (38,70 Sekunden) auf den dritten Rang. Michael Adolf (DJK Ingolstadt) war mit seinem dritten Gesamtrang über 300 Meter Hürden nach einem Verletzungsjahr ebenfalls zufrieden (38,0 Sekunden).

Welche großes Talent da in Person von Mona Mayer (MTV 1881 Ingolstadt) im Langsprint heranwächst, offenbarte die vorjährige Deutsche U 16-Meisterin über 300 Meter gleich zwei Mal. Über eben jene 300 Meter beherrschte die 15-Jährige in 39,45 Sekunden auch die gesamte U 20-Konkurrenz, über 150 Meter gelangen ihr 18,59 Sekunden.