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Leichtathletik

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14.07.17 11:58 Alter: 70 Tag(e)
Kategorie: Leichtathletik
Von: Karl Rauh, Ehrenpräsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes

Trauer um Ewald Wutz, den Förderer des Leichtathletik an Bayerns Schulen

Ewald Wutz, einer der großen Förderer des Sports in Bayern, ist dieser Tage im 82. Lebensjahr verstorben. Karl Rauh, der Ehrenpräsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes (BLV), erinnert an seinen Weggefährten.


Ewald Wutz.

Ewald Wutz war über Jahrzehnte das „Kultusministerium“ schlechthin, wenn es um den Sport ging, er war Mr. Sport. Als junger, wieselflinker  Sprinter - er startete für den TS Jahn München – machte er  mit Zeiten um die 11,0 Sekunden bereits in den frühen 1950er-Jahren auf sich aufmerksam. Die praktischen Erfahrungen, die er hier im Leistungssport machte, kamen dem Schulsport, für den er als Ministerialrat Jahrzehnte verantwortlich zeichnete, zugute.

„Eigentlich wollte ich als junger Studienrat gerne an der Schule arbeiten“, so erzählte Wutz gerne aus seinem schillernden Leben. „ Da ich jedoch gerne über Missstände im Schulsport in Artikeln in der Süddeutschen Zeitung berichtete, berief mich das Kultusministerium in dessen Amtsstuben, um dort an die kürzere Leine genommen zu werden.“ So wie er sich in den 1950er Jahren schon als kritischer, furchtloser Geist zeigte, trat er während seiner gesamten Zeit als Ministerialrat auf. Frühzeitig erkannte er, dass der Sport nur dann eine gleichberechtigte Rolle im Fächerkanon spielen kann, wenn er durch Schulsportwettkämpfe auffällt und herausgehoben wird.

Ewald Wutz war der Initiator für die Gründung der Landesstelle für den Schulsport (LASPO) als eine dem Kultusministerium nachgeordnete Dienststelle. Daraus entwickelte er mit den Sportreferenten der Kultusministerien der anderen Bundesländer das heute nicht mehr wegzudenkende Programm „Jugend trainiert für Olympia“. Daneben hatte er als kreativer Kopf immer ein Ohr und ein Auge für Neuerungen und für Qualitätsverbesserungen im Schulsport.

Das Abstellen von Schülern für Wettkämpfe und Lehrgänge der Fachverbände waren für ihn obligatorisch und selbstverständlich. Ewald Wutz erkannte sehr schnell, dass nur durch qualifizierte Talentsichtungen an den Schulen gut veranlagte Kinder zum Wettkampfsport gelangen. Per „Dekret“  öffnete er die Schultüren für die Fachverbände und wurde dadurch zum Wegbereiter vieler Weltklasseathleten im Winter- wie im Sommersport.

„Was andere können, können wir schon lange!“ Mit diesem Wahlspruch führte er mit dem Münchner Isar-Gymnasium die erste sportbetonte Schule in Bayern ein und sorgte damit für eine duale Förderung von Schülern. Auch nach seiner Pensionierung  ließ ihn der Sport nicht los. Er warb unermüdlich als Vorsitzender des „Aktionsbündnisses für den Schulsport“ für Verbesserungen, zeigte Schwachstellen auf und übte auch überzeugend Kritik, wenn sie angebracht war.

Ewald Wutz war dienstlich wie auch privat ein glänzender und sehr eloquenter Unterhalter, der nicht nur fachlich, sondern auch durch Charme überzeugen konnte. Mit seinem Ableben ist eine große Persönlichkeit des Sports von dieser Erde gegangen. Der Sport in Bayern hat ihm viel zu verdanken. Er wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.