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Leichtathletik

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20.07.17 21:38 Alter: 63 Tag(e)
Kategorie: Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: leichtathletik.de/Reinhard Köchl

U 20-EM Grosetto: Schwab und Döbler eine Runde weiter, Mihota scheitert in der Qualifikation

Aus drei mach zwei: Am ersten Tag der U 20-Europameisterschaften in Grosetto haben zwei junge Sportlerinnen aus Bayern den Einzug in die nächste Runde geschafft. Corinna Schwab (TV 1861 Amberg) gewann im Schongang ihren 400-Meter-Vorlauf und steht im Halbfinale, Amelie Döbler (LG Stadtwerke München) schaffte als Elfte den Einzug in den Endkampf am Freitagabend. Endstation war dagegen für Hochspringer Lucas Mihota (DJK SB Rosenheim) in der Qualifikation.


Souverän: Corinna Schwab musste im Vorlauf von Grosetto nicht alles geben. Foto: Theo Kiefner

Corinna Schwab startete mit schnellen, langen Schritten in den 400-Meter-Vorlauf und hatte rasch zur vor ihr laufenden Belgierin Elise Lasser aufgeschlossen. Bis zur Zielgeraden konnte nur die Spanierin Ruth Pena mithalten, mit ein paar weiteren schnellen Schritten war auch diese abgeschüttelt. So rannte die große, schlanke Bayerin ungefährdet in 54,77 Sekunden zum Vorlauf-Sieg.

Ein überzeugender Auftritt, der nicht nur von außen locker aussah: „Das war sehr locker“, bestätigte Multitalent Corinna Schwab, die auch schon über 200 Meter und auf beiden Hürdenstrecken starke Zeiten erzielt hat. „Ich bin normal angegangen und habe dann den Schritt rollen lassen. Dann habe ich schon gesehen, dass keiner mithalten kann.“

Mit einem ähnlich starken Rennen ist das Finale in Reichweite – gemeldet ist die 18-Jährige mit 53,55 Sekunden und damit mit der achtbesten Zeit aller Teilnehmerinnen. Als Vorlauf-Schnellste hat in 52,66 Sekunden die Ukrainerin Anastasiya Bryzhina ihren Gold-Anspruch untermauert.

Alica Schmidt (MTV 1881 Ingolstadt), die sich ebenfalls für einen Einzelstart über 400 Meter bei der U 20-EM qualifiziert hatte, verzichtete zugunsten der 4 x 400-Meter-Staffel. Hier sind die deutschen Damen am Samstag und Sonntag ein heißer Medaillenkandidat.

Amelie Döbler kann strahlen

Amelie Döbler konnte nach ihrer Qualifikation zufrieden strahlen. Schon mit der Teilnahme in Grosseto hatte sich die Athletin der LG Stadtwerke München nach zwei Bänderrissen im Fuß und spät erfüllter Norm einen Traum erfüllt. "Nach der Verletzung bin ich richtig froh, überhaupt hier zu sein." Mit ihren 48,51 Metern in Qualifikations-Gruppe A und Rang fünf konnte sie gut leben. "Auch die Stimmung im Wettkampf war richtig gut." Anschließend hoffte sie auf eine Zugabe im Finale – "Am besten zusammen mit Julia und Annina", blickte sie voraus.

Ein Wunsch erfüllte sich, der andere nicht: In der Endabrechnung bedeuteten 48,51 Meter Platz elf. Im Finale steht Amelie Döbler mit Annina Brandenburg (ART Düsseldorf; 50,96 Meter), aber ohne Julia Ritter. Die Wattenscheiderin – als Nummer drei der Meldeliste angereist – brachte keinen gültigen Versuch zustande und war anschließend in Tränen aufgelöst. "Die ersten zwei gingen rechts ins Netz. Den dritten wollte ich unbedingt gültig machen. Aber dann habe ich ein bisschen zu viel gedreht." So flog der dritte Versuch links aus dem Sektor.

Lucas Mihota veranschiedet sich mit Schmerzen im Fuß

„Es läuft die ganze Saison nicht“, musste Lucas Mihota nach der Qualifikation frustriert bilanzieren. Auch der Auftritt in Grosseto reihte sich nahtlos in die Reihe der Wettkämpfe ein, in denen der U 18-Europameister nicht zeigen konnte, was er drauf hat. Dreimal scheiterte er an 2,12 Metern – diese Höhe hätte für das Finale her gemusst. Schon bei 2,09 Metern hatte er zuvor zwei Versuche benötigt.

Zur Einordnung: In der Halle ist der 18-Jährige in diesem Jahr 2,23 Meter gesprungen, seine Freiluft-Bestleistung steht seit 2016 bei 2,18 Metern. Die Erklärung für die Schwankungen ist einfach: „Wenn’s mal nicht weh tut, läuft es auch.“ In Grosseto aber schmerzte der Sprungfuß. „Ich weiß auch nicht, vor zwei Tagen ist mir da was reingefahren, jetzt muss ich das erstmal genauer prüfen und behandeln lassen. Ich konnte einfach nicht richtig abspringen.“ Es bleibt wohl eine Saison zum Abhaken. Kleiner Trost: Lucas Mihota ist auch im kommenden Jahr noch in der U 20-Altersklasse startberechtigt.