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08.03.18 12:28 Alter: 109 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Senioren- und Breitensport
Von: Gerhard Zorn

Senioren Hallen- und Winterwurf-DM Erfurt: Bayerns Routiniers sahnen wieder ab

Es war die 17. Deutsche Hallen-Seniorenmeisterschaft, zu der der DLV nach Erfurt geladen hatte. Mit angegliedert waren die Senioren-Winterwurfmeisterschaften sowie die Senioren-Meisterschaften der Bahngeher. Für die bayerischen Masters war der Ausflug nach Thüringen wieder ausgesprochen erfolgreich. Insgesamt standen für die Teilnehmer aus dem Freitstaat 35 Titel sowie 33 Silber- und 24 Bronzemedaillen als Bilanz zu Buche.


Jan Schindzielorz (blaues Trikot) überragte in Erfurt mit seiner nächsten deutschen Bestleistung im Hürdensprint. Foto: Karl-Heinz Flucke

Guido Müller ist auch in seiner neuen Altersklasse nicht zu stoppen. Bei der Hallen-DM gab es wieder drei Mal Gold und ein Mal Silber. Foto: Gerhard Zorn

Urte Alisch (Mitte) stand ihm dabei mit ebenfalls drei Seniorentiteln nicht nach. Foto: Dieter Krumm

Stilecht im Straddle schaffte Edgar Wittmann eine neue deutsche Bestleistung in der M 75. Foto: Dietmar Keller

Altgediente Athleten meinten, dass die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften bereits zum zehnten Mal in Erfurt stattfanden. Kein Wunder bei der Professionalität, die dort auch dieses Mal wieder die gesamte Veranstaltung bestimmte. Hier finden die Wettbewerbe ohne Zeitverzug auf den Punkt statt und selbst langjährige Teilnehmer wurden vom scharfen Auge der Kampfrichter überrascht, die insbesondere bei den Läufen auf der 200-Meter Rundbahn so manche Disqualifikation wegen Verlassens der zugeteilten Laufbahn aussprachen. Der Thüringer Leichtathletikverband schätzt seine Kampfrichter, die solche Veranstaltungen erst ermöglichen und zeigt das auch offen, zum Beispiel durch die Verabschiedung einer Kampfrichterin nach 60 (!) aktiven Jahren im Rahmen dieser Deutschen Meisterschaften.

Fleißigster Medaillensammler und erfolgreichster Athlet der bayerischen Delegation war wieder ein Mal Guido Müller (TSV Vaterstetten) in seiner neuen Altersklasse M 80. Er gewann drei Goldmedaillen, über 60 Meter Hürden (13,73 Sekunden), 200 Meter (31,48 Sekunden) und 400 Meter (73,94 Sekunden). Über die 60 Meter flach (9,29 Sekunden) musste er sich seinem Konkurrenten Karl Schmid (SpVgg SV Weiden) geschlagen und mit einer Silbermedaille zufrieden geben. Dieser kam mit 9,22 Sekunden knapp vor Müller ins Ziel. Der Vaterstettener konnte bei dieser Meisterschaft das Kunststück vollbringen, seinen 150. deutschen Meistertitel einzuheimsen. Zudem setzte er mit seiner Teilnahme an den 60 Meter Hürden in der M 80 eine erste bayerische Bestleistung.

Eine deutsche Bestleistung gab es in der M 75 durch Edgar Wittmann (TV Zellingen). Er konnte seine eigene deutsche Bestleistung im Hochsprung von 1,40  auf 1,41 Meter verbessern. Ebenso gelang es Jan Schindzielorz (LG Forchheim) seine eigene deutsche Bestleistung über 60 Meter Hürden in der M 40 auf 8,09 Sekunden zu verbessern.

Mit je zwei Goldmedaillen kehrten Walter Rentsch (LC Aichach) und Gerhard Zorn (TSV Vaterstetten), beide in der M 60, aus Erfurt zurück. Rentsch war in Erfurt schon mehrfach knapp am Gewinn des deutschen Hallentitels über die 3000 Meter gescheitert, er sprach schon von einem "Erfurt-Fluch". Diesmal gelang ihm das Meisterstück mit 11:17,51 Minuten. Über die 800 Meter holte er sich mit 2:29,55 Minuten den zweiten Meistertitel.

Zorn konnte nach dem Wechsel seiner Hauptkonkurrenten in die nächsthöhere Altersklasse sein Soll über 200 Meter (25,47 Sekunden) und 400 Meter (57,43 Sekunden) unbedrängt erfüllen und freute sich über fast unveränderte Zeiten gegenüber der Teilnahme vor zwei Jahren.

Auch bei den Werfern gab es mehrere Doppelsieger. Norbert Röhrle (M 75; LG Stadtwerke München) konnte im Diskuswurf mit 31,91 Meter und im Speerwurf mit 35,81 Meter gewinnen. Das gleiche gelang seinem Vereinskameraden Christoph Bischlager (M 35) im Kugelstoß (14,80 Meter) und im Diskuswurf (45,59 Meter). Und schließlich war auch Helmut Maryniak (M 50; 1.FC Passau) ebenfalls im Kugelstoß (13,43 Meter) und im Diskuswurf (49,33 Meter) zwei Mal erfolgreich.

Die weiteren Medaillengewinner können der offiziellen Ergebnisliste entnommen werden.

Von den Athletinnen aus Bayern war Urte Alisch (W 50; SWC Regensburg) mit drei Goldmedaillen am erfolgreichsten. Sie gewann die 60 Meter Hürden (10,36 Sekunden), den Hochsprung (1,49 Meter) und den Weitsprung (4,92 Meter).

Weitere herausragende Leistungen mit Gold- und zusätzlichen nicht-goldenen Medaillen konnten Gerlinde Kolesa (W 60; MTV 1881 Ingolstadt), Petra Kauerhof (W 55; LAZ Obernburg-Miltenberg) und Eva Nohl (W 70; TSV Langenzenn) zeigen. Kolesa gewann die 800 Meter (2:50,95 Minuten) und erreichte einen zweiten Platz über 3000 Meter (12:20,72). Kauerhof gewann die 400 Meter (68,21 Sekunden) und erreichte über 200 Meter mit 29,34 Sekunden einen dritten Platz. Nohl holte sich den Titel im Hammerwurf (35,71 Meter) und wurde beim Diskuswurf (18,47 Meter) Dritte.

Weitere Goldmedaillengewinnerinnen bei den Frauen waren Jutta Schoeppe (W 60; TSV 1860 Ansbach) im Stabhochsprung (1,80 Meter) und Maria Unterholzner (W 50; TV Altötting) im 3000 Meter Bahngehen (17:06,99 Minuten).

Aus Bayern nahmen laut Meldeliste 115 Teilnehmer aus 65 Vereinen teil. Insgesamt konnten 15 bayerische Teilnehmerinnen Medaillen gewinnen und zwar acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen. Bei den Männern gab es 43 Medaillengewinner und eine Ausbeute von 27 Gold-, 23 Silber- und 16 Bronzemedaillen. Eigentlich war es sogar eine Silbermedaille mehr, denn der Geher Andreas Janker (LG Röthenbach/Pegnitz) gewann nicht nur eine Goldmedaille im 3000 Meter Bahngehen der M 35, sondern auch eine Silberne bei den Männern im 5000 Meter Bahngehen, die in der obigen Seniorenstatistik nicht enthalten ist.