Gerhard Zorn / Eva Trost / Eva Nohl / Ingrid Meier. Fotos: Gerhard Zorn

06.04.2023 12:35 // Von: Gerhard Zorn

Masters-Hallen-WM Torun: Bayerns Asse holen elf Mal Gold und sieben Mal Bronze

Die Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Master gingen in Torun (Polen) über die Bühne. Insgesamt waren mehr als 4000 Teilnehmer aus 88 Ländern gemeldet, darunter neun Frauen und 31 Männer aus bayerischen Vereinen. Diese konnten sich über beachtliche Erfolge freuen und in den Einzelwettbewerben elf Gold- sowie sieben Bronzemedaillen gewinnen. Dazu kamen noch mehrere Medaillen aus Staffel- oder Team-Wettbewerben, an denen bayerische Master beteiligt waren.

Beginnend bei den hohen Altersklassen. stach Karl Schmid (M 85: SpVgg SV Weiden) hervor. Über die 60 Meter konnte er in 9,79 Sekunden mit einer neuen deutschen Bestleistung abschließen und Gold gewinnen. Auch im Weitsprung verpasste er mit 3,58 Meter die bestehende deutsche Bestleistung nur um zwei Zentimeter, für Gold bei diesen Weltmeisterschaften reichte es trotzdem.

 

In der W 75 war seit längerer Zeit wieder einmal Ingrid Meier (LAC Quelle Fürth) auf internationaler Bühne zu bewundern. Sie gewann die 60 Meter in 10,19 Sekunden mit deutlich mehr als einer Sekunde Abstand auf die Zweitplatzierte. Über 200 Meter betrug der Abstand auf die Zweitplatzierte sogar sieben Sekunden, was eine Verbesserung der deutschen Bestleistung um zirka zwei Sekunden zur Folge hatte. Meier war auch an der deutschen 4 x 200-Meter-Staffel der W 70 beteiligt, die nach 2:34,19 Minuten ins Ziel lief und damit gewann.

 

Auch Eva Nohl (W 70; TSV Langenzenn) konnte sich wieder einmal gegen alle internationale Konkurrenz behaupten und von diesen Meisterschaften zwei Goldmedaillen mit nach Hause bringen. Im Hammerwurf erreichte sie 32,36 Meter, im Gewichtwurf 12,12 Meter.

 

Ebenfalls zwei Goldmedaillen erlief Gerhard Zorn (M 65; TSV Vaterstetten) und konnte über 200 Meter mit 26,00 Sekunden und über 400 Meter mit 57,99 Sekunden seine Erfolge bei der Hallen-WM 2019 am gleichen Ort wiederholen. Nur in der 4 x 200-Staffel wurde es diesmal kein Gold, sondern durch Verletzungspech im Team „nur“ Silber.

 

Potenziell hätten es auch bei Eva Trost (W 55; ASV Piding) zwei Goldmedaillen werden können. Die 800 Meter absolvierte sie in 2:23,11 Minuten als Erste und verbesserte die bestehende deutsche Bestleistung um ganze zehn Sekunden. Beim 1500-Meter-Lauf lief es dann leider nicht so gut. Sie kam in der Kurve aus dem Gleichgewicht, trat mehrfach auf die Innenlinie und wurde deswegen disqualifiziert.

 

Im deutschen Team gab es noch weitere Athleten, die regelmäßig und zuverlässig „liefern“. So gewann Reinhold Paul (M 65; VfL Waldkraiburg) den Speerwurf mit 43,29 Meter. Helmut Maryniak (M 50; LAC Passau) gewann den Diskuswurf mit 51,64 Meter.

 

Der Medaillenspiegel in den Einzelwettbewerben wurde durch mehrere Bronzemedaillen komplettiert. So wurde Jennifer Vogt (W 35; TV 1848 Schwabach) zweimal Dritte (Diskuswurf 31,34 Meter, Speerwurf 37,59 Meter). Jeweils eine Bronzemedaille gewannen im Speerwurf Walter Kühndel (M 70; TV Dingolfing) mit 38,07 Meter, Josef Schaffarzik (M 65; ESV Nürnberg Rangierbahnhof) mit 40,27 Meter und Norbert Röhrle (M 80; LG Stadtwerke München) mit 30,26 Meter. Allen Gene (M 50; TV 1909 Dietenhofen) lief über die 60 Meter Hürden 8,76 Sekunden und damit auf den Bronzeplatz. Michael Lang (M 40; Skivereinigung Amberg) gewann eine Bronzemedaille im Zehn-Kilometer-Straßenlauf mit 32:48 Minuten und zusätzlich noch eine Silbermedaille mit dem deutschen Acht-Kilometer-Cross-Team. Sein Beitrag zur Gesamtzeit von 1:31:17 Stunden lag bei 28:52 Minuten. Schließlich gewann auch Andreas Janker (M 40; LG Röthenbach an der Pegnitz) mit 47:58 Minuten im Zehn-Kilometer-Straßengehen eine Bronzemedaille.

 

Komplettiert wird der Medaillenspiegel der bayerischen Master über oben noch nicht erwähnte Team-Events. Angelika Mader (W 55; TSV Ipsheim) war für die 4 x 200 Meter-Staffel der Frauen aufgestellt, die mit 2:00,94 Minuten den zweiten Platz belegte. Erstmals wurden bei diesen Meisterschaften Mixed-Staffeln aus jeweils zwei Frauen und zwei Männern ausgerichtet. Laszlo Müller (M 65; LAC Quelle Fürth) durfte in der Mix 60 starten und zum Gewinn der Bronzemedaille beitragen (2:04,68 Minuten). Die Mix 35-Staffel war sogar zur Hälfte bayerisch besetzt, nämlich mit Elisa Schöne (W 35; LG Wolfstein) und Ralph Kowitz (M 35; LG Stadtwerke München), die mit 1:40,24 Minuten ebenfalls eine Bronzemedaille erkämpften.

 

Die Leichtathletik-Master haben damit ihre Hallensaison beendet und blicken gespannt auf die kommende Freiluftsaison, insbesondere auf die für den Spätsommer in Pescara/Italien angesetzten Europameisterschaften.