Simon Boch war nach seinem Marathon-Hausrekord und erfüllter WM-Norm in Linz hochzufrieden. Foto: Kurt Ring

16.04.2023 22:30 // Von: Kurt Ring

Simon Boch läuft in Linz ersten Marathon unter 2:10 Stunden

Nach Filimon Abrahams Husarenstreich in Barcelona, als der Athlet der LG Telis Finanz Regensburg im März den Barcelona Marathon in 2:08:22 Stunden mit der zweitbesten Leistung eines deutschen Läufers aller Zeiten beendet hatte, setzte nun sein Teamkollege Simon Boch das Regensburger Marathonhoch mit seinem Sieg in Linz fort. Der 29-Jährige unterbot dabei in 2:09:25 Stunden die WM-Norm und seine eigene persönliche Bestzeit deutlich. Bei den Frauen belegte Vereinskollegin Domenika Mayer in 2:28:47 Stunden Rang zwei.

Das Training mit zwei Höhencamps in Kenia und Vorbereitungswettkämpfe mit zwei Halbmarathons im Bestleistungsbereich haben im Vorfeld gepasst. Im Marathon-Rennen von Linz bestätigten sich bei Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) am Sonntag diese positiven Vorzeichen. Der 28-Jährige konnte zunächst das angeschlagene Tempo in der Spitzengruppe problemlos mitgehen, die nach 1:04:06 Stunden die Halbmarathon-Distanz überquerte. In der zweiten Rennhälfte setzte sich dann aber der Kenianer Evans Kimtai Kiprono ab, der vom Veranstalter eigentlich als persönlicher Tempomacher für Boch engagiert worden war.

 

Bei Kilometer 35 hatte Evans Kimtai Kiprono einen Vorsprung von 47 Sekunden herausgelaufen. Aber Simon Boch hatte nach einem kurzen „mentalen Hänger“ sich seine Kräfte besser eingeteilt. Der Kenianer wurde in der Schlussphase dagegen langsamer. Und so stürmte der Telis-Mann nach seinem fulminanten Debüt in Dresden im März 2021 (2:10:48 Stunden) zu seinem zweiten Marathon-Sieg. In 2:09:25 Stunden toppte er zudem seine bisherige Bestzeit um fast eineinhalb Minuten und ebenso die Norm (2:09:40 Stunden) für die WM in Budapest (Ungarn; 19. bis 27. August). In der ewigen DLV-Bestenliste gehört der 29-Jährige als Neunter jetzt zu den Top Ten.

 

„Ich bin zufrieden, auch wenn es heute noch nicht für die Olympia-Norm gereicht hat. Das war ein Schritt in die richtige Richtung und ich habe eine persönliche Bestzeit erreicht. Ich denke, bei einem schnellen Herbstmarathon und in einem etwas gleichmäßigeren Rennen sind 2:08:00 möglich“, sagte Simon Boch im Interview bei leichtathletik.de. Der Regensburger Marathoni hat nun mehrere Optionen für einen gezielten Angriff auf die Olympianorm (2:08:10 Stunden) im Herbst.

 

Auch sein langjähriger Coach Kurt Ring zeigte sich über die Maßen erfreut. „Die Olympianorm im Frühjahr war nicht unbedingt das Ziel und wäre wohl auch nur unter idealen Verhältnissen möglich gewesen. Der einsetzende Regen während des Rennens mit etwas rutschiger werdenden Straßenbelägen, das Auflaufen auf überrundete, wesentlich langsamer laufende Athletenpulks in der Schlussphase und die suboptimale Arbeit des eigentlichen Tempomachers waren dann auch Faktoren, die zumindest eine Zeit unter 2:09 Stunden letztendlich noch verhinderten.“

 

Ein mutiges Rennen bei den Frauen bot auch Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg). Die EM-Sechste kam in ihrem dritten Marathon der Karriere in 2:28:47 Stunden auf Rang zwei ins Ziel.  „Ich bin in der Führungsgruppe gelaufen, aber ich habe schon nach fünf Kilometern gemerkt, dass das heute nicht läuft für mich. Wahrscheinlich bin ich doch noch nicht wieder ganz fit“, sagte Domenika Mayer, die sich vor drei Wochen mit Corona infiziert hatte und anschließend noch einen Hexenschuss bekommen hatte. Auch sie möchte eher im Herbst noch einmal die Olympia-Norm angreifen als im Sommer bei der WM laufen. Das Rennen der Frauen in Linz gewann die Kenianerin Teclah Chebet. Sie kam nach 2:27:18 Stunden mit Streckenrekord ins Ziel.