Maximilian möchte sich bei der Berglauf-DM in Bühlertal für die WM empfehlen.

26.04.2023 11:15 // Von: Dieter Claus

DM Berglauf in Bühlertal oder BM Halbmarathon in Augsburg?

Selten standen die bayerischen Läufer und Läuferinnen in ihrer Wettkampfplanung vor einer derartigen Herausforderung: Deutsche Berglaufmeisterschaften in Bühlertal oder Bayerische Halbmarathonmeisterschaften in Augsburg? Schade, dass die Terminplanung hier keine günstigere Lösung gefunden hat. Beide Veranstaltungwn sind allerdings mit traditionellen Terminen gekoppelt.

Bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften in Bühlertal im Rahmen des BGV-Hundseck-Berglauf müssen die Teilnehmer 9,9 Kilometer über 654 Höhenmeter absolvieren. Der Berglaufmanager des DLV, Kurt König, bezeichnet die Strecke als „Rollerstrecke“, also eine Gelegenheit für Langstreckler, die nicht unbedingt mit den Bedingungen eines alpinen Berglaufes vertraut sind. Der schnellste Bayer wird höchwahrscheinlich der mehrmalige DM-Berglaufmeister Maximilian Zeus (LG Telis Finanz Regensburg) sein. Zeus geht es hauptsächlich darum, „vor allem ein gutes Rennen zu zeigen und sich für die WM zu empfehlen“. Die Konkurrenz außerbayerischer Läufer ist groß: Titelverteidiger Julius Ott, Vizemeister Lukas Ehrle und Benedikt Hoffmann werden auch an der Startlinie stehen. Bei den Frauen hat Felicitas Deutschkaemer (LG Allgäu) die besten Chancen auf eine vordere Platzierung. Bei der Berglauf-DM 2022 am Jenner wurde die 27-jährige Sportwissenschaftlerin aus Burgberg bei Sonthofen Gesamtsechste. Stefanie Borris (MTV 1881 Ingolstadt) hat sich vor kurzem bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in einer ausgezeichneten Verfassung präsentiert. Die Strecke könnte der 54-jährigen Ärztin entgegenkommen, und vielleicht kann sie Bühlertal mit Edelmetall in der Sporttasche verlassen. Heidi Abendschein (LG Allgäu) und Christine Sachs (LG Mettenheim) standen schon im Vorjahr bei der entsprechenden DM auf dem Siegerpodest. Ihre Erwartungen für den kommenden Samstag im Schwarzwald für weitere Medaillen in ihren Altersklassen W 60 beziehungsweise W 65 sind begründet.

 

Bei den Senioren sind Viktor Daudrich (SVG Ruhstorf/Rott) und Reinmund Hobmaier (PTSV Rosenheim) die sichersten Kandidaten Bayerns auf einen Titelgewinn in ihrer Altersklasse. Zu einem innerbayerischen Wettkampf um den Titel könnte es in der M 45 kommen: Marco Sturm (SWC Regensburg) gilt seit vielen Jahren als ganz erfahrener Bergläufer. Sein Konkurrent Thomas Kotissek (LG Allgäu) meint: „Die Konkurrenz in der AK wird jünger und schneller, vor allem Marco Sturm hab ich auf der Rechnung. Der hat ja die BM über zehn Kilometer mit Mitte 32 gewonnen. Das Treppchen ist aber schon mein Ziel.“ Das Team der LG Allgäu kommt mit elf Läufern nach Bühlertal und erhofft sich natürlich einen vorderen Platz in der Mannschaftswertung. Gleiches gilt für das Trio der LG Bamberg mit Roland Wild, Tobias Teuscher und Manfred Dusold.

 

Sicherlich hätten mehrere der oben erwähnten Läufer und Läuferinnen auch die Bayerischen Meisterschaften über die Halbmarathondistanz in Augsburg gewählt. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern fehlt es am Sonntag an der Leistungsdichte. Als erster Läufer könnte nach 21 Kilometer im Siebentischwald Tobias Gröbl (LG Zusam) die Ziellinie überschreiten. Auch bei starker Konkurrenz hätte der ehemalige deutsche Crosslaufmeister vorne mitgemischt. In Freiburg lief Gröbl bei der DM über die Halbmarathondistanz 1:09:02 Stunden. Und Gröbl gibt sich aktuell optimistisch und gelassen: „Ich weiß, dass ich keine schlechte Form habe. Dies muss ich auch umsetzen und auf die Straße bringen. Deshalb fokussiere ich mich auf meine eigene Performance. Im Team haben wir klar definiert, dass der Mannschaftstitel das Ziel ist.“ Somit könnte Gröbl sich anlässlich der zugleich stattfindenden schwäbischen Meisterschaften vier Medaillen umhängen lassen.

 

Ähnliches könnte Katharina Rittel (TGV Augsburg) erleben. Sie ist für den Trainer der PTSV Rosenheim, Anton Gröschl, die Favoritin des Tages. Bezogen auf die Mannschaftswertung der Frauen hat Gröschl allerdings die Medaillenerwartungen nicht aufgegeben: „Unsere Katka Wenzler läuft stark, ebenso Amelie Hofbauer. Ich denke die Augsburger werden ein sehr starker Gegner sein. Aber natürlich wollen wir auch eine Medaille.“ Katharina Rittel selbst fiebert dem Lauf entgegen: „Ich hab die zurückliegenden Wochen gut trainiert und freu mich auf ein spannendes Rennen mit meiner Vereinskollegin Juliane Rößler, Katka Wenzler und Amelie Hofbauer.“ Auch bei den Seniorinnen fehlen häufig die schnellsten Läuferinnen des Vorjahres auf der Halbmarathondistanz. Sonja Hackl (SWC Regensburg) als Läuferin in der W 40 bringt eine Zeit von 1:28:56 Stunden aus 2022 mit, Christine Ramsauer (DJK Allersberg) lief im vergangenen Jahr 1:29:07 Stunden.

 

In der M 35 kann sich Florian Spötzl (PTSV Rosenheim) Hoffnungen auf einen Titelgewinn machen. Bei den „45-Jährigen plus vier“ finden sich in der Teilnehmerliste von Augsburg nur zwei Starter. Die Abwesenheit von Thomas Kotissek, der im Vorjahr die AK dominierte, ergibt in Augsburg in der M 45 Alexander Bauer (TV 1848 Coburg) und Christian Wagner (TV Hauzenberg) einen Vorteil. Im Vorjahr liefen beide eine Zeit um 1:18 Stunden. Klaus-Peter Estermaier (LG Gendorf Wacker Burghausen) benötigte 2022 eine Zeit von 1:19:40 Stunden für 21,1 Kilometer. Damit kann er 2023 in der M 50 als Favorit für den Meistertitel eingestuft werden. Wenn sie ihre Vorjahresform behalten haben, wird es in der M 55 spannend. Thomas Blum (LG Allgäu) und Thomas Stempflhuber (Laufverein Region Geiselhöring) bringen fast die gleiche Bestzeit aus dem Vorjahr mit und belegten in der Bestenliste des BLV den vierten und fünften Rang. Hans Bouricha-Hörmann (LG Allgäu) ist der einzige bayerische Läufer, der beide Laufangebote des Wochenendes annimmt. Wenn er in Bühlertal in der M 65 gewinnt und am Sonntag in Augsburg die Konkurrenz in Schach hält, wäre er der Ausnahmeläufer des Wochenendes. Selbst wenn es der 78-jährige Paul Kleinmann (LG Allgäu) am Sonntag nur mit zwei Konkurrenten zu tun haben wird: Seine Vorjahreszeit von 1:41:47 Stunden ist eine ausgezeichnete Referenz für diese Bayerischen Meisterschaften.