Vincente Graiani steigt in Regensburg über seine Spezialstecke 400 Meter in die Wettkampfsaison ein. Foto: Theo Kiefner

08.05.2023 19:58 // Von: Kurt Ring

Rolf-Watter-Meeting am Weinweg ein Meilenstein der jungen Leichtathletiksaison

Zum 45. Mal jährt sich das Rolf-Watter-Meeting in Regensburg inzwischen als eines der wichtigsten bayerischen Saisoneröffnungsveranstaltungen. 380 Athletinnen und Athleten aus 71 Vereinen werden am kommenden Samstag, 13.Mai., ab 14 Uhr auf der Städtischen Sportanlage am Weinweg ihre Kräfte messen. Zentraler Wettbewerb ist wie jedes Jahr zum Gedenken des Mitbegründers der Leichtathletik-Gemeinschaft, dem bereits mit 42 Jahren viel zu früh verstorbenen Rolf Watter, der 800-Meter-Lauf der Männer. Haushoher Favorit ist diesmal Emil Meggle (LG Stadtwerke München), der bereits eine Vorleistung von 1:50,70 Minuten mitbringt. Seit langem ist das Sportfest aber „Sprint“-lastig, allein schon auf Grund der stets hohen Meldezahlen auf den 100 und 200 Metern. Die wertvollste Vorleistung bringt dennoch ein Langsprinter von der LG Stadtwerke München mit. Vicente Graiani ist 2022 die 400 Meter bereits in 46,94 Sekunden gelaufen.

Freuen dürfen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auch auf einen hochklassigen Weitsprung der Männer, bei dem Lokalmatador Benedikt von Hardenberg (LG Telis Finanz Regensburg) mit einer persönlichen Bestleistung von 7,34 Metern auf den bayerischen Dauerkonkurrenten Gabriel Wiertz (TuS 1860 Pfarrkirchen; 7,36 Meter) trifft. Bei den Frauen testet die Deutsche Vizemeisterin im Mehrkampf, Anna-Lena Obermaier (LG Telis Finanz Regensburg), ihre Frühjahrsform über die 100 Meter Hürden. Vielleicht geht’s dabei für sie mit einer Vorleistung von 14,01 Sekunden erstmals in den Dreizehnerbereich. Den hat die mehrmalige Bayerische Meisterin Katharina Winkler (LG Erlangen) als erste Sieganwärterin mit einem Hausrekord von 13,60 Sekunden inzwischen schon längst erreicht. Exotin im Feld der Mittelstrecklerin ist natürlich Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg), die Deutsche Meisterin im Marathon und - frischgebacken - über die 10 000 Meter, bei der EM im vergangenen Jahr Marathon-Sechste und Team-Europameisterin, ganz gleich ob sie nun die 800 oder 1500 Meter wagt. Ihr Sieg ist trotz harter Konkurrenz aus dem eigenen Telis-Lager nicht ausgeschlossen.

 

Im Nachwuchsbereich werden sich die Augen natürlich auch auf Franziska Drexler (LG Telis Finanz Regensburg) richten, die diesmal über 1500 Meter an der Startlinie steht. Nach ihrem dritten Platz bei der U 20-DM über 5000 Meter mit erfüllter Norm für die U 20-EM im August in Jerusalem will die erst 17-Jährige vorjährige Vierte der U 18-Europameisterschaften über 3000 Meter ihren Hausrekord von 4:28,20 Minuten angreifen. Nicht viel langsamer war im vergangenen Jahr ihre nur um ein halbes Jahr ältere Teamkollegin Karla Hiss (PB 4:29,28 Minuten), Dritte der U 18-DM, als härteste Nachwuchskonkurrentin.

 

Über 800 Meter fällt vor allem die gemeldete Vorleistung von 2:11,01 Minuten der erst 16-jährigen Leni Hanselmann (MTV 1881 Ingolstadt) auf. Die U 20-Läuferin Karin Dobiasch (LG Würm Athletik) ist mit 2:09,72 Minuten sogar noch schneller für Samstag gelistet. Im Hochsprung könnte die erst 17-jährige Ella Oberta (LG Eckental) mit einem ersten Satz über die 1,80 Meter für ein Highlight sorgen. Neben der noch jugendlichen Sprinterin Millicent Mensah (LAC Quelle Fürth;11,99 Sekunden) sind über 100 Meter mit Hannah Fleischmann (PB: 11,76 Sekunden) und Denise Uphoff (beide LG Stadtwerke München; PB: 11,83 Sekunden) zwei gemeldete Athletinnen der Frauenklasse bereits deutlich unter der Schallmauer von zwölf Sekunden geblieben. Beide könnten auf der doppelt so langen Strecke unter günstigen Windbedingungen erstmals auch eine 23er-Zeit angreifen.