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12.02.19 09:15 Alter: 186 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

BM Halle U 20/U 16 München: Bayerische Talente bringen sich für die DM in Stellung

Das war eine durchaus vielversprechende Generalprobe für die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen (23./24. Februar). Eine Reihe von U 20-Hoffnungsträgern zeigte bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften in München, dass der Weg bei den nationalen Titelkämpfen nur über sie führt. Ein gewichtiges Wörtchen bei der Vergabe der Medaillen reden vor allem die Sprinter und Läufer, aber auch einige Springer mit. Und der U 16-Jahrgang bewies, dass er in deren Fußstapfen treten kann.


DM-Generalprobe auf der kürzeren Sprintdistanz: Sowohl Svenja Pfetsch . . .

. . . wie auch Florian Knerlein (gemeinsam mit Nick Kocevar) wurden zwei Wochen vor Sindelfingen Bayerische Meister über 60 Meter.

Ebenfalls einen erfolgreichen Sprinttest über 200 Meter absolvierte Mona Mayer. Sie führt die deutsche Rangliste über 400 Meter an.

Lavinja Jürgens kehrte in München zu ihrer alten Liebe, dem Dreisprung, zurück.

Johanna Beck (199) bot als 1500-Meter-Siegerin eine starke Zeit an.

Benedikt von Hardenburg kam im Dreisprung zum ersten Mal über 14 Meter.

Mara Barwitzki beherrschte das Geschehen in der Sprunggrube und holte Gold.

Jonas Perner bewies auch in München sein außergewöhnliches Talent und nahm zwei Titel mit nach Hause.

Julia Rath musste gehörig kämpfen, bevor sie über 2000 Meter als erste über die Ziellinie laufen konnte.

Malcom Dannhauer erwies sich in München als Hoffnungsträger im Weitsprung. Fotos: Theo Kiefner, Claus Habermann

Eine Bank dürfte in Sindelfingen die Sprint-Fraktion darstellen. Obwohl der U 18-EM-Fünfte über 100 Meter, Fabian Olbert (LG Stadtwerke München), gar nicht am Start war, lieferten sich sein Vereinskamerad Florian Knerlein und der wiedergenesene Nick Kocevar (TSV Band Endorf) ein packendes Duell. Da selbst auf dem Zielfoto kein Unterschied erkennbar war, erhielten beide mit jeweils 6,94 Sekunden die Goldmedaille und den Titel. Auch der Dritte Michael Gabel (LG Landkreis Aschaffenburg) blieb mit 6,97 Sekunden noch unter der Sieben-Sekunden-Marke.

Ebenfalls eine heiße Medaillenbank für die "Deutschen" ist Svenja Pfetsch (SC Vöhringen). Die Deutsche U 18-200-Meter-Meisterin entschied sich diesmal allerdings für die 60 Meter, wo sie mit starken 7,59 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung aufstellte und die gesamte Konkurrenz deklassierte. Auf den weiteren Medaillenplätze landeten Lena Kain (Track & Field Club Mainfranken; 7,70 Sekunden) und Mara Barwitzki (LG Eckental; 7,72 Sekunden). Ebenfalls ein wenig aus der Reihe tanzte Mona Mayer (MTV 1881 Ingolstadt). Die deutsche 400-Meter-Jahresbeste in der U 20 lief diesmal in München über 200 Meter ebenfalls ein einsames Rennen und gewann in 24,85 Sekunden vor Lena Kain (25,43 Sekunden) und Mia Weißhaar (LG Karlstadt-Gambach-Lohr; 25,70 Sekunden). Bei den Jungs "battleten" sich über die Hallenrunde Christoph Callegari (LG Würm Athletik) und Jakob Mattauscheck (LG Stadtwerke München) - mit dem besseren Ende für Callegarie, der in 22,49 zu 22,56 Sekunden mehr als nur die Nase vorne hatte. Dritte wurde hier Jonas Lohmaier (LG Stadtwerke München; 22,87 Sekunden).

Graianis Formkurve zeigt nach oben

Deutlich nach oben zeigt die Formkurve bei Vincente Graiani (LG Stadtwerke München). Über 400 Meter blieb er zum ersten Mal in de Halle unter 50 Sekunden (49,90 Sekunden) und darf sich nun sogar Hoffnung auf eine Finalteilnahme in Sindelfingen machen. Silber ging an Jan Niklas Kulms (TSV Dinkelsbühl) in 51,82 Sekunden. Die 400 Meter der weiblichen U 20 machten zwei U 18-Mädchen unter sich aus: Susanne Göbel (MTV 1881 Ingolstadt) blieb dabei um einen Wimpernschlag in 60,03 Sekunden vor ihrer Dauerkonkurrentin Sophie Ochmann (LG Eckental; 60,06 Sekunden) und Elisa Dangl (LG Würm Athletik; 61,51 Sekunden).

Das war eine imponierende Vorstellung: Johanna Beck (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) lief über 1500 Meter ebenso in die deutsche U 20-Spitze (4:39,61 Minuten) wie ihr männliches Pendant Florian Bremm (TV Leutershausen). Der frühere deutsche U 18-Hindernismeister benötigte 4:03,43 Minuten. Die weiteren Medaillen gingen bei den jungen Frauen an Lisa Basener (LG Telis Finanz Regensburg; 4:49,27 Minuten) sowie an Daria Michel (TuS Traunreut; 5:00,86 Minuten) und bei den Burschen an Namensvetter Benedikt Brem (LG Telis Finanz Regensburg; 4:14,00 Minuten) sowie Julia Dormehl (LG Region Landshut; 4:31,61 Minuten).

Starke Staffelzeiten

Mit starken Zeiten warten die männlich U 20-Staffeln auf. Ohne ihre Schnellsten Florian Knerlein und Fabian Olbert gewann das Quartett der LG Stadtwerke München mit Vincent Saller, Jakob Matauscheck, Vincente Graiani und Livius Holland-Moritz die 4 x 200 Meter in 1:30,72 Minuten vor der LG Würm Athletik (1:31,15 Minuten) und dem LAC Quelle Fürth (1:33,57 Minuten). Eine Klasse für sich stellte die neu gegründete Startgemeinschaft MTV Ingolstadt-Hammelburg dar, bei der Kathrin Göbel, Mona Mayer, Laura Böttcher und Viviane Heilmann in 1:42,43 Minuten die Konkurrenz förmlich deklassierten. Auch hier belegten die Silber- und Bronzeplätze die LG Würm Athletik (1:47,10 Minuten) und das LAC Quelle Fürth (1:48,70 Minuten).

Eine klare Angelegenheit wurde für Emelie Teschner (TSV Bad Endorf) der Zeitendlauf über 60 Meter Hürden. Sie holte sich in 9,16 Sekunden vor Anna Hofmann (TV Bad Kötzting; 9,23 Sekunden) und Anja Stephan (TV Hauzenberg; 9,46 Sekunden) den Bayerntitel. Bei der männlichen Fraktion gab es abermals einen Zielfotoentscheid, diesmal jedoch mit einem knappen, aber dennoch eindeutigen Sieger. Der hieß Laurenz Schmid (TV 1861 Amberg) und blieb mit 8,57 Sekunden eine Hundertstel vor Nick Albrecht (TV 1884 Marktheidenfeld; 8,58 Sekunden). Etwas weiter entfernt folgte Korbinian Wiesend (LG Würm Athletik; 8,74 Sekunden).

Die bemerkenswertesten Sprungleistungen erfolgten in der Münchner Lindehalle in die Sandgrube. Der 16-jähige Simon Batz (LG Landkreis Kelheim), der bereits den U 18-Weitsprung-Hallentitel in der Tasche hatte, konnte sich 14 Tage danach noch einmal um zwei Zentimeter auf 7,09 Meter steigern und verwies Leon Khavvam (LAC Quelle Fürth; 6,89 Meter) und Benedikt von Hardenberg (LG Landkreis Roth; 6,86 Meter) auf die weiteren Stockerlplätze. Von Hardenberg hielt sich dafür mit einem Titelgewinn im Dreisprung schadlos, wo er zum ersten Mal die 14-Meter-Marke knackte (14,13 Meter). Auch Jannis Leisching (LG Stadtwerke München) zeigte als Zweiter mit 13,18 Meter eine feine Leistung, während Nicolai Postruznik (TSV Vilsbiburg) mit 12.38 Meter Bronze ergatterte.

Lavinja Jürgens wieder als Dreispringerin

Bei den U 20-Mädchen probierte Hochsprung-WM-Teilnehmerin Lavinja Jürgens (TSV Kranzegg) mal wieder die Disziplin aus, in der sie als U 16-Jugendliche sogar für ein Jahr Mitglied des Bundeskaders war. Mit 11.65 Meter kam sie allerdings nicht ganz an ihre damalige Leistung heran. Vanessa Neubauer (FC Aschheim; 11,55 Meter) wurde Zweite und ihre Vereinskameradin Michelle Frank (11,33 Meter) Dritte. Der Weitsprungsieg ging an Mara Barwitzki (LG Eckental) mit 5,63 Meter, auf Position zwei sprang Emily Schuster (SpVgg Auerbach-Streitheim; 5,50 Meter), während es für Michelle Frank zum zweiten Mal Bronze (5,50 Meter) gab.

Erneut ein ansprechende Höhe lieferte Stabhochspringerin Julia Zintl (LG Stadtwerke München) als neue Bayerische Meisterin mit 3,65 Meter ab. Mit 3,50 Meter folgte Sophie Sachsenhauser (SWC Regensburg) auf dem zweiten Platz, die zweite Zintl-Schwester, nämlich Lena, rahmte sie als Dritte mit 3,30 Meter auf dem Siegerpodest ein. Der Titelträger bei den U 20-Stabi-Jungs hieß Leonard Neuhoff (TSV 1880 Wasserburg; 4,00 Meter), während im Hochsprung Philipp Reß (LA Team Alzenau) 1,90 Meter zum Sieg vor Ibrahim Malic (LG Oberland; 1,87 Meter) und Filip Hofmann (TSV 1860 Ansbach; 1,84 Meter) reichten. Bei den Mädchen schwangen sich gleich drei über 1,67 Meter. Die Fehlversuchsregel musste entscheiden und erhob Lea Holtmann (LG Sempt) und Paula Sophie Pompino (LG Würm Athletik) gemeinsam zu Meisterinnen. Rabea Pfleger (ATS Mitterteich) blieb der dritte Rang.

Nur um einen Zentimeter verpasste die noch der U 18 angehörende Cassandra Bailey (LG Stadtwerke München) im Kugelstoßen die 14-Meter-Marke (13,99 Meter). Ebenfalls noch der jüngeren Jugendklasse gehört Dominik Idzan an. Mit 16,45 Meter führte er ein Feld an, bei dem die ersten vier Plätze samt und sonders von Nachwuchs-Athleten der LG Stadtwerke München belegt wurden. Silber durfte sich Amadeus Waluga (16,45 Meter) umhängen lassen, Bronze ergatterte sich Alexander Schaller (16,00 Meter) und auf Rang vier kam mit dem 16-jährigen Joel Akue (15,76 Meter) der nächste aus dem Wurfteam des TSV München Ost. Beachtlich!

AK 15 eifert den Älteren nach

Selbstverständlich gibt es weiterhin Talente in der bayerischen Leichtathletik. Auch in diesem Jahr machten einige neue Namen bei den Landes-Hallenmeisterschaften in der AK 15 von sich reden. Herausragend war in München Jonas Perner (LG Fichtelgebirge), der sowohl im Stabhochsprung (3,80 Meter) wie auch über 60 Meter Hürden (8,56 Sekunden) mit exzellenten Leistungen in Szene setzte und gleich zwei Goldmedaillen mit nach Hause nehmen konnte. Der Fokus bei dem noch 14-Jährigen dürfte klar beim Mehrkampf liegen.

Im Weitsprung bot der Beste Malcom Dannhauer (TSV 1880 Wasserburg) mit 6,31 Meter eine überdurchschnittliche Weite an. Das Sprintfinale über 60 Meter entschied Robert Schunk (LAC Quelle Fürth) in 7,36 Sekunden vor Damien Haag (LG Nürnberg; 7,42 Sekunden) und Roman Kobar (TuS Traunreut; 7,55 Sekunden) für sich. Richtig stark, auch in der Breite, präsentierte sich das Kugelstoßfeld, in dem gleich vier 2004-er die 13-Meter-Marke übertrafen. Der neue Bayerische Meister Mikosch Dahmen (LG Stadtwerke München) hätte dabei mit 13,96 Meter auch fast noch die 14-Meter-Schallmauer durchbrochen. Dahinter rangierten Raffaele Conversa (LG Kreis Dachau) mit 13,42 Meter, Linus Liebenwald (UAC Kulmbach) mit 13,38 Meter und Leo Käser (LG Stadtwerke München) mit 13,19 Meter.

Auch die Namen einiger W 15-Mädchen wird man sich für die nahe Zukunft merken müssen. Da wäre zunächst einmal Stabhochsprung-Siegerin Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing), die mit 3,50 Meter eine absolute Spitzenleistung in ihrer Altersklasse ablieferte. Im 60-Meter-A-Finale blieben gleich zwei junge Damen unter der Acht-Sekunden-Marke: Chidinma Sophia Eze (LAC Quelle Fürth) gewann in 7,93 Sekunden vor Annika Just (1. FC Passau), die nach 7,96 Sekunden die Ziellinie überquerte. Im Weitsprung kam Kaya Russler (LAC Quelle Fürth) auf beachtliche 5,58 Meter vor Mandy Richter (FTSV Straubing; 5,42 Meter) und Hannah Wörlein (TSV Ochenbruck; 5,33 Meter).

Über 2000 Meter musste sich Laufhoffnung Julia Rath (1. FC Penzberg) unerwartet heftig gegen Magdalena Mayerhofer (TSV Mühldorf) zur Wehr setzen, um in 6:59,64 zu 7:01,78 Minuten den Titel zu holen. Über 60 Mete Hürden blieb Lea Knauer (LG Stadtwerke München) in 9,16 Sekunden vor Maria Anzinger (SV Pocking; 9,38 Sekunden) siegreich und im Kugelstoßen setzte sich die Dominanz des Wurfteams der LG Stadtwerke München fort. Hier ließen Julika Marie Bonewit (12,65 Meter) und Antonia Helene Schulze (12,50 Meter) der Konkurrenz keine Chance.

Zu den parallel stattgefundenen Bayerischen Winterwurfmeisterschaften und den Bayerischen Hallen-Gehermeisterschaften erfolgen jeweils eigene Berichte.