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24.02.19 22:44 Alter: 24 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

Jugend-Hallen-DM Sindelfingen Tag zwei: Mona Mayer und Münchner Staffel rocken die Bahn

400-Meter-Läuferin Mona Mayer und die Jungs-Staffel der LG Stadtwerke München haben am zweiten Tag der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast eindeutig die Glanzlichter aus bayerischer Sicht gesetzt. Beide holten sich in souveräner Manier jeweils den Titel und glänzten obendrein mit exzellenten Leistungen. Im Hochsprung gab es gleich drei Bayerinnen unter den ersten fünf. Auch diesmal landete wieder einige Nachwuchstalente ganz knapp neben dem Siegertreppchen.


Übers ganze Gesicht strahlen konnte Mona Mayer nach ihrem Coup bei den Deutschen U 20-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen.

Die 17-jährige erwies sich an diesem Wochenende als die stärkste 400-Meter-Läuferin.

Zwei Säulen des neuen Deutschen 4 x 200-Meter-Hallenmeisters der U 20 waren Florian Knerlein und Fabian Olbert (von links). Zusammen mit Matthias Matauscheck und Vincente Graiani schafften sie obendrein einen neuen Bayerischen Rekord.

Trotz einer abermals exzellenten Höhe blieb Lavinja Jürgens diesmal nur Silber im Hochsprung . . .

. . . vor Luisa Tremel auf dem Bronzerang . . .

. . . und Laura Sophie Pompino, die Fünfte wurde.

Starke Svenja Pfetsch: Trotz einer neuen Hallenbestleistung musste das Sprinttalent aus Vöhringen mit dem undankbaren vierten Rang Vorlieb nehmen.

Aufsteigende Tendenz: Vincente Graiani verbesserte als Fünfter über 400 Meter seinen Hausrekord deutlich.

Auf Platz sechs sprang sich Stabhochspringerin Julia Zintl.

In einem Rennen mit viel Körperkontakt blieb für Johanna Beck (213) über 1500 Meter nur der neunte Rang. Fotos: Theo Kiefner, Claus Habermann

Die Art und Weise, wie Mona Mayer (MTV 1881 Ingolstadt) in Sindelfingen über die beiden Hallenrunden auftrat, lässt einiges für eine erfolgreiche Sommersaison erwarten. Keine der fast 30 angetretenen Sportlerinnen konnte der 17-Jährigen an diesem Wochenende auch nur ansatzweise gefährlich werden. Sowohl im Vorlauf, in dem sie ihre Hallenbestzeit bereits auf 54,77 Sekunden verbesserte, wie auch im Endlauf, den Mayer souverän in 54,32 Sekunden gewann, konnte man zeitweise den Eindruck bekommen, die Ingolstädterin spiele mit ihren Gegnerinnen. „Ich bin schneller angegangen als im Vorlauf. Mein Ziel war es nach 150 Metern vorne zu liegen. Das hat geklappt“, sagte Mona Mayer, die sich gegen die starke U 20-WM-Teilnehmerin Anna-Maria Hofmann (SG Motor Gohlis-Nord; 54,87 Sekunden) durchsetzen konnte. Kleine Randnotiz: Vor fast genau 31 Jahren gewann exakt im Sindelfinger Glaspalast die Mutter von Mona Mayer, Ruth Mayer - damals noch unter ihrem Mädchennamen Scheppan und für den TV Wattenscheid startend - den Deutschen Hallenmeistertitel der weiblichen A-Jugend über 400 Meter. Die Siegerzeit 1988 lautete 55,04 Sekunden...

Richtig laut wurde es am Ende des Tages beim Auftritt der Staffeln, besonders die Sprinter vom Hamburger SV hatte die Anfeuerungsrufe ihres Teams im Rücken. Für die Goldmedaille reichte das nicht ganz: Der Vizemeister über 60 Meter Fabian Olbert gab der LG Stadtwerke München auf dem ersten Streckenabschnitt einen Vorsprung mit, den Florian Knerlein, Jakob Matauschek und Vincente Graiani in 1:26,80 Minuten sicher ins Ziel brachten. Nachdem das 4 x 200-Meter-Quartett bereits am Vortag mit Vincent Saller einen neuen Bayerischen Rekord aufgestellt hatte, war die Freude über den neuerlichen Coup jetzt um so größer. Im letzten Wettbewerb gelang also der erste Münchner Titel an diesem Wochenende, der gleichzeitig eine deutsche U 20-Jahresbestleistung, einen neuen bayerischen U 20-Hallenrekord und sogar eine Verbesserung des Hallenrekords bei den bayerischen Junioren mit sich bringt. Letzteren hielt – ebenfalls seit 1985 – der VfL Waldkraiburg- Allerdings waren die Staffelteilnehmer damals gut vier Jahre älter als die Münchner am Sonntag.

Für Vincente Graiani war es bereits das dritte harte Rennen an einem Wochenende, und das, obwohl der 17-Jährige unter einer Erkältung litt. Zuvor hatte der junge Münchner bereits das B-Finale über 400 Meter absolviert und dies in 49,15 Sekunden gewonnen. Damit belegte Graiani einen kaum erwarteten fünften Rang und pulversierte obendrein auch noch seine Freiluftbestzeit. Auch bei ihm darf man deshalb für den Sommer einiges erwarten.

 

Ein Kuriosum, aber kein Happyend gab es im Hochsprung der U 20-Mädchen. Gleich drei Springerinnen aus Bayern kamen unter die ersten fünf, die Favoritin Lavinja Jürgen (TSV Kranzegg) musste jedoch mit dem Vizetitel vorlieb nehmen. Bis 1,83 Meter war es ein packendes Duell ohne Fehlversuche. Eine Woche, nachdem sie sich bei den Titelkämpfen der Frauen in Leipzig auf 1,86 Meter gesteigert hatte, meisterte Jürgens in Sindelfingen 1,85 Meter nicht mehr und wurde Zweite. Vorjahressiegerin Bianca Stichling (TSG 1862 Weinheim) hingegen schaffte die neue Bestleistung im dritten Anlauf und verteidigte somit ihren Titel erfolgreich. Auf Platz drei folgte mit Luisa Tremel (TSV 1909 Gersthofen) schon die nächste junge Dame aus dem Freistaat. Sie bot mit 1,78 Meter wieder eine klasse Höhe an. Paula Sophie Pompino (LG Würm Athletik) rundete mit einem Sprung über 1,72 Meter das prächtige Bild in weißblau ab. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die beiden Letztgenannten noch der U 18-Klasse angehören.

Nicht belohnt für ihre feinen Leistungen wurden Svenja Pfetsch (SC Vöhringen) über 200 Meter und Florian Bremm (TV Leutershausen) im Finale über 3000 Meter. Beide landeten sie trotz hervorragender Zeiten auf dem einmal mehr undankbaren vierten Gesamtrang. Die Deutsche U 18-Meisterin Pfetsch konnte über 200 Meter noch einmal ihre Hallenbestleistung auf 24,36 Sekunden drücken, während Bremm - immerhin Deutscher U 18-Hindernismeister 2017 - bei seinen 8:39,70 Minuten ganz 18 Hundertstel zu Bronze fehlten.

Drei junge Sportler der LG Stadtwerke München mischten zwar mit in Deutschlands Spitze, waren aber nicht ganz vorne mit dabei: Im Stabhochsprung belegte Julia Zintl mit 3,80 Meter den sechsten Rang, ebenso wie Cassandra Bailey im Diskuswerfen der weiblichen U 18 (40,60 Meter). Sogar auf Rang fünf kam Alexander Schaller in der U 18-Konkurrenz. Seine Weite: 54,18 Meter. Im 3000 Meter Bahngehen konnte sich Sarah Friedrich (LG Würm Athletik) erneut um zirka eine Minuten verbessern. Der Lohn der Mühen war der achten Platz in 15:55,16 Minuten.

Im Hochsprung kam Philipp Reß (LA-Team Alzenau) mit überquerten 1,95 Meter auf Rang sieben. Mehr drin gewesen wäre für Johanna Beck (LG Karlstadt-Gambach-Lohr). Im 1500 Meter-Finale wurde viel gerangelt und geschubst. Unter anderem auch deshalb blieb ihr auch nur der neunten Rang in 4:39,66 Minuten. Zu Fünften hatte sie gerade mit 67 Hundertstelsekunden Abstand.