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25.02.19 20:04 Alter: 173 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport, Senioren- und Breitensport, Jugend / Schüler
Von: Dieter Claus

Crosslauf-BM Kemmern: Rekordmeldeergebnis und ein überragender Tim Ramdane Cherif

Kemmern kann Cross. Die erprobte Strecke in der Nähe von Bamberg erlebte bei den Bayerischen Meisterschaften ein Rekordmeldeergebnis. Die 524 Finisher bedeuteten im Vergleich zu 2018 in Ruhstorf einen Zuwachs von 42 Prozent. Insgesamt 632 Athleten traten bei Kaiserwetter an. Erfolgreichster Läufer wurde Tim Ramdane Cherif (LG Telis Finanz Regensburg), der sowohl auf der Mittelstrecke als auch auf der Langstrecke den Titel gewann. Bei den Frauen holte sich Brendah Kebeya (LG Bamberg) den Titel.


Rim Ramdane Cherif (rechts) war mit zwei Titel der überragende Akteuer bei den Bayerischen Crosslaufmeisterschaften. Auf de Langstrecke konnte ihn Jonathan Zipf (837) genauso wenig in Bedrängnis bringen . . .

. . . wie zuvor auf der Mittelstrecke sein Vereinskamerad Maximilian Zeus (742).

Brendah Kebeya holte sich Gold bei den Frauen.

Tobias Schreindl (rechts) musste in der letzten Runde der Langstrecke abreißen lassen, gewann aber noch Gold mit der Mannschaft.

Spannendes Duell in der Klasse M 35 zwischen Edwin Singer (313) und Heiko Middelhoff (335) - mit dem besseren Ende für Singer.

Jana Vollert zeigte einmal mehr, dass sie sich auf der Crossstrecke pudelwohl fühlt. Die Bambergerin gewann in der weiblichen U 20.

Thomas Langer (links) schnappte seinem Teamkollegen Marc Schmidt (rechts) noch den Titel in der M 50 weg.

Albert Walter (links) obenauf. An dem Ingolstädter Oldie führt derzeit kein Weg vorbei. Alle Fotos: Theo Kiefner

Für Tim Ramdane Cherif ähnelten sich beide Siege: Im Mittelstreckenlauf setzte sich der 24-Jährige mit Maximilian Zeus (LG Telis Finanz Regensburg) zunächst von Tobias Gröbl (LG Zusam) ab und hielt sich dann in der letzten Runde den Vereinskollegen vom Hals. „Ich bin ganz gut durchgekommen, und konnte noch Körner für die Langstrecke bewahren“, war sein Resümee nach seinem Lauf über fünf Kilometer. Und die Körner haben dann für das abschließende Rennen über 8,75 Kilometer tatsächlich gereicht.

Wieder war es ein Trio, das für den Sieg in Frage kam: Tim Ramdane Cherif, Jonathan Zipf (Team Memmert) und Tobias Schreindl (LG Passau). Als es in die letzte Runde ging, musste Schreindl abreißen lassen, und Ramdane Cherif stürmte am letzten Berg seinem verbleibenden Konkurrenten davon. In der Mannschaftswertung der Langstrecke ging der Titel an die LG Passau mit Tobias Schreindl, Stephan Fruhmann und Giovani Gonzalez Popoca, im Wettbewerb der Mittelstrecke an das Trio Martin und Bernhard Weinländer sowie Adrian König-Rannenberg vom LSC Höchstadt/Aisch.

Eher unspektakulär verlief das Rennen der Frauen über fünf Kilometer, das zugleich mit dem Wettbewerb Mittelstrecke Männer abgehalten wurde. Die Reihenfolge der Läuferinnen blieb Runde für Runde stets gleich. Deutlich wurde mit den beiden führenden Läuferinnen Brendah Kebeya (LG Bamberg) und Addisalem Demeke Mekonnen (LAC Quelle Fürth) aus Afrika, dass die bayerische Leichtathletik bunt wird. Mit jeweils rund 20 bis 30 Sekunden Abstand hinter den beiden führenden Läuferinnen liefen Susanne Schreindl (LG Passau) und Maria Kerres (SWC Regensburg). Ihr Sieg in Kemmern ist für Brendah Kebeya einmal mehr ein weiterer bayerischer Titel nach ihrer Meisterschaft über zehn Kilometer sowie im Halbmarathon des vergangenen Jahres. Die Mannschaftswertung entschied die LAC Quelle Fürth (Addisalem Demeke Mekonnen, Sophia Saller, Tabea Haug) vor der LG Passau (Susanne Schreindl, Eva Schultz, Lisa Fuchs) für sich.

„Ich bin heute super happy und zufrieden! Ich hätte nicht gedacht, dass es nach dem ersten Lauf nochmals im zweiten Lauf so gut läuft“, bilanzierte Sandra Haderlein (SC Kemmern). Der Wettkampftag hatte für die 34-Jährige mit dem Wettbewerb der Seniorinnen W 35 bis W 70 behonnen. Von Anfang an lag Haderlein mit jeweils einigen Metern Vorsprung an der Spitze. Hinter ihr rannten Susanne Haßmüller (SC Ostheim/Rhön) und die Favoritin in der W 50, Anita Weber (FTSV Straubing). „Der Lauf der Seniorenklasse war vom Gefühl her wie ein schneller Dauerlauf. Ich bin nicht voll gelaufen, mehr mit angezogener Handbremse. Ich musste ja noch Kräfte für den Lauf der Frauen-Mittelstrecke sparen. Das Rennen gewinnen wollte ich aber trotzdem und habe es geschafft!", berichtete Haderlein über ihren ersten Einsatz auf der heimischen Crosslaufstrecke.

Wie schnell die Frauen der Klassen W 45 und W 50 noch sind, verdeutlicht die Siegerliste. Elf Läuferinnen dieser Altersklassen hätten in der W 40 ebenfalls gewinnen können. Meisterin bei den W 50-Damen wurde Anita Weber (FTSV Straubing) als Zweitschnellste des Gesamtlaufes. In der W 45 sah es bis zur letzten Runde nach einem Sieg für Petra Stöckmann (TGV Augsburg) aus. Doch dann musste sich die Fuggerstädterin am Ende noch Michaela Jilg (TSG 08 Roth) geschlagen geben. Die Siegerliste für die Klassen W 55 bis W 70  nennt bekannte Namen der bayerischen Seniorinnenleichtathletik: Brigitte Rupp (TSG 08 Roth), Sieglinde Flexeder (SVG Ruhstorf/Rott), Gerlinde Kolesa (MTV 1881 Ingolstadt) und Sibylle Vogler (SC Kemmern).  

Im Wettbewerb M 50 bis M 75 ging der in der bayerischen Seniorenleichtathletik bis dato eher unbekannte Marc Schmidt (LG Allgäu) beherzt in Führung. In einem Verfolgerfeld, das sich allmählich auflöste, liefen Thomas Langer (LG Allgäu), Reinmund Hobmaier (PTSV Rosenheim) und Carsten Schmidt (LG Haßberge). Sollte der Sieg tatsächlich an den Newcomer Schmidt gehen? Er war mit seinem Leistungspotential für seinen Teamkollegen Thomas Langer freilich kein Unbekannter. Der Polizeibeamte konnte aufschließen und mit einer Sekunde Vorsprung hauhdünn den Titel in der M 50 gewinnen. Als Gesamtfünfter und 72 Sekunden Vorsprung holte sich in der M 55 Reinmund Hobmaier seine nächste Bayerische Meisterschaft.

In der M 60 bleibt Manfred Winter (MBB SG Augsburg) dem späteren Sieger Hans Bouricha-Hörmann (FC Ebershausen) lange auf den Fersen. Bei den „Schwäbischen“ zehn Sekunden, bei den „Bayerischen“ 13 Sekunden Rückstand – die kommenden Meisterschaften in dieser AK könnten spannend bleiben. Die „Aufsteiger“ in der jeweiligen AK wirbelten in der M 65 und M 70 die gewohnte Reihenfolge gehörig durcheinander. So begann in der M 65 Ludwig Lang (SVG Ruhstorf/Rott) mit der Meisterschaft im Crosslauf, und Franz Herzgsell (LG Reischenau-Zusamtal) verwies den bislang sieggewohnten Wolfgang Huber (SVG Ruhstorf/Rott) in der M 70 eindeutig auf den zweiten Platz. Es gibt allerdings einen Senior, der offenbar unschlagbar ist: Albert Walter (MTV 1881 Ingolstadt), der eigentlich in einer M 80 starten könnte, deklassierte die Konkurrenz in der M75.   

„Ich will den Titel verteidigen, aber es wird schwer“, teilte Edwin Singer (LG Allgäu) vor dem Rennen der M 35 bis M 45 mit. Nach einer Runde passierten mit ihm die weiteren Titelaspiranten in M 35 Heiko Middelhoff (MTV 1881 Ingolstadt), Markus Brennauer (TSV Penzberg) und der schnelle M 45-Läufer Yves Brack (DJK Beucherling) noch in einer Gruppe das Startareal. Als es in die letzte Runde ging, war klar, dass es nur noch zum Zweikampf zwischen Singer und Middelhoff kommen würde. An der gleichen Stelle, an der er schon 2017 den Endspurt ansetzte, schaltete Singer wieder seinen Turbo ein und holte sich zum dritten Mal den Titel in der M 35.

In drei Läufen gab es für die Nachwuchsläuferinnen und -läufer der Altersklassen U 20, U 18 und U 16 Chancen, einen Meistertitel zu gewinnen. Landestrainer Jörg Stäcker freute sich über den Auftritt der bayerischen Talente. „Im Nachwuchs setzten sich die Favoriten in eindrucksvoller Manier durch. So wie sich zum Beispiel Jana Vollert von der TG 48 Schweinfurt und Lisa Basener, die jetzt für die LG Telis Finanz Regensburg startet bei den Mädchen U 20 oder in der U 18 Finn Hösch von der LG Stadtwerke München,  Luk Jäger vom TSV Penzberg und die jetzt dreifache Bayerische Meisterin Anna Reinhard von der LG Haßberge präsentierten,  können wir voll zufrieden sein." Stäcker freute sich auch über die Performance des Siegerduos Julia Rath (TSV Penzberg), Sophia Schwarz (LG Oberland) und Ilias Boukechab (LAC Quelle Fürth) und Jan Pluta (SSV Forchheim) in der AK 15.

Hellgrüne Trikots beherrschten in Kemmern die Szene. Viele Aktivisten des Crosslauf rund um den Cheforganisator Klaus Geuß sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Meisterschaften. Anton Gröschl vom PTSV Rosenheim hat schon sehr viele Meisterschaften erlebt, sowohl als Läufer als auch als Betreuer. Er ist voll des Lobes für Kemmern: „Angefangen von dem Parkplatzangebot, die abwechslungsreiche Strecke, einfach die ganze Organisation spricht eigentlich dafür Kemmern als Ort einer Meisterschaft weiterzuempfehlen.“

Weitere Siegerinnen und Sieger: M U 20: Simon Henseleit (LAC Quelle Fürth), M U 23: Nick Jäger (TSV Penzberg), W U 23: Michelle Braun (LAC Quelle Fürth), M 14: Mark Bittner (Trisport Erding), W 14: Anna Thaumiller (Sportgem. Schönau), M 40: Jürgen Wittmann (TV 1848 Coburg), M 45: Yves Brack (DJK Beucherling), W 40: Manuela Glöckner (TSV Ebermannstadt).