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24.07.19 10:13 Alter: 118 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberpfalz
Von: Simon Holländer

Bayerische Meisterschaften U 23 Regensburg: Starke Generalproben vor Ulm und Berlin

Eine Woche nach den Bayerischen Meisterschaften der Aktiven, der Jugend U 20 und U 18 suchten auch die U 23-Juniorinnen/Junioren und die Jahrgänge der U 16 (seperater Bericht folgt) im Stadion am Weinweg in Regensburg ihre Titelträger. Abgerundet wurde ein ereignisreiches Leichtathletikwochenende noch von den Bayerischen Hammerwurfmeisterschaften, die aufgrund der Platzverhältnisse nicht in Augsburg hatten stattfinden können.


Mit einer beeindruckenden Vorstellungen klopfte Samuel Werdecker an die 46-Sekunden-Grenze über 400 Meter.

Da freute sich Maria Haslberger (links). Im Ziel des 100-Meter-Laufes hatte sie alle ihre Konkurrentinnen abgehängt.

Weiter auf dem Vormarsch ist Dreispringer Gabriel Wiertz. In Regensburg konnte er zum ersten Mal seinen ewigen Kontrahenten Paul Walschburger hinter sich lassen.

Hochspringerin Laura Gröll scheint langsam wieder zur alten Form zurückzufinden.

Selina Dantzler tastet sich ganz allmählich wieder an ihre alte Form heran. Sie gewann in Regensburg zwei Titel . . .

. . . ihr Vereinskollege Martin Knauer dagegen gleich drei.

Die Vielseitigkeit von Jasmin Maxbauer verblüfft immer wieder. Gold gab es für die Mittelfränkin sowohl im Dreisprung . . .

. . . wie auch über 800 Meter (links).

Die Form von Korbinia Wiesend steigt rechtzeitig zu den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm wieder an. Foto: Claus Habermann/Theo Kiefner

Juniorinnen U 23

Dass sich Maria Haslberger (LG Festina Rupertiwinkl) nach zwei teilweise tropisch-heißen Tagen den Titel der schnellsten Juniorin Bayerns verdient hatte, daran bestand nach eindrucksvollen Vorstellungen und zwei Mal Gold bei den Sprinterinnen in Regensburg kein Zweifel. Zunächst dominierte Haslberger die 100 Meter in schnellen 11,93 Sekunden vor Lena Kain (Track & Field Club Mainfranken) und Katharina Vogel (TSV Peißenberg), dann ließ die Oberbayerin über 200 Meter Titel Nummer zwei des Wochenendes folgen. Zu Silber und Bronze auf der halben Stadionrunde sprinteten Sophia Müller und Emily Schuster (beide SpVgg Auerbach/Streitheim). Der Sprinttitel über die 100 Meter Hürden ging überlegen an Meike Paulick (Track & Field Club Mainfranken), gefolgt von Emily Teschner (TuS Bad Endorf) und Anna-Katharina Schug (FC Aschheim).

Ebenfalls zwei Mal Gold ging auf das Konto von Julia Stuhler (TSV Schwabmünchen). Sie war sowohl über die 400-Meter-Flachdistanz, als auch auf der gleich langen Hürdenstrecke nicht zu schlagen. Selbst die deutsche 800-Meter-Spitzenläuferin Mareen Kalis (LG Stadtwerke München), die in Regensburg sich erstmals auf der 400-Meter-Hürdenstrecke versuchte, konnte nicht an Stuhler heranreichen. Bronze ging an Anja Stephan (TV Hauzenberg).

Auf der Stadionrunde ohne Hindernisse gingen hinter Stuhler die Medaillen an Irina Gorr (TV Türkheim) und Lena Lipp (LAG Mittlere Isar). Auf den 800 Meter siegte Sprungspezialistin Jasmin Maxbauer (LG Eckental), die auch im Dreisprung vor Stefanie Aeschliemann (LAC Quelle Fürth) und Vanessa Neubauer (FC Aschheim) die Nase vorne hatte. Über die zwei Stadionrunden setzte sie sich vor Marlene Brünnig (LG Landkreis Kehlheim) und Julia Hoff (LG Lkr Aschaffenburg) durch, auf den 1500 Metern dagegen Loretta Flöte vom gastgebenden SWC Regensburg. Silber und Bronze gingen hier an Julia Hoff und Lea Wenninger (1. FC Passau). Auf der doppelten Distanz lief Corinna Bittel (LAC Quelle Fürth) ein einsames Rennen zur Goldmedaille, fast eine halbe Minute später kamen Silbermedaillengewinnerin Madelief Bos (LG Westallgäu) und die Drittplatzierte Anna Kohl (LG Region Landshut) ins Ziel.

Die Bayerische Meisterin im Hochsprung Laura Gröll (LG Stadtwerke München) siegte auch in der Juniorenklasse mit ansprechenden 1,75 Meter. Die anschließend aufgelegten 1,81 Meter, die einer neuen persönlichen Bestleistung gleichgekommen wären, waren diesmal aber noch zu hoch für Gröll. Dahinter ging Silber mit 1,63 Meter an Luisa Felix (LAC Quelle Fürth) und mit jeweils 1,60 Meter Bronze an Hannah Gasser (FC Aschheim) und Lea Clemens (LG Eckental). Ebenfalls höhengleich duellierten sich Anna Sailer (LAC Quelle Fürth) und Julia Zintl (LG Stadtwerke München) im Stabhochsprung, wo schließlich die Fehlversuchsregel den Ausschlag zu Gunsten Sailers gab. Zintl blieb mit übersprungenen 3,80 Metern Silber, dahinter flog Sophie Sachsenhauser (SWC Regensburg) über 3,60 Meter und zu Bronze. Neue bayerische Juniorenmeisterin im Weitsprung wurde Lisa Schmid (LG Festina Rupertiwinkel), die sich knapp gegen Katharina Vogel (TSV Peißenberg) und Julia Meisl (LG Wolfstein) durchsetzte.

Viele Athleten, insbesondere aus der U 20, nutzten die "Bayerischen" in Regensburg auch für abschließende Tests für die nächstes Wochenende anstehenden deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm, unter anderem Selina Dantzler von der LG Stadtwerke München. Die U 18-Weltmeister lieferte dabei solide 15,15 Meter mit der Kugel und glatte 46,00 Meter mit dem Diskus ab und bewies mit zwei Goldmedaillen, dass sie bereit für den nationalen Vergleich in Ulm ist. Dahinter kam im Kugelstoßen Mehrkämpferin Angela Stockert (SpVgg Auerbach/Streitheim) mit ebenfalls ansprechenden 13,12 Metern zu einer Silbermedaille und Christina Holzer (LG Bamberg) zu Bronze. Im Diskuswurf kamen Dantzler Cynthia Hörl (LG Fichtelgebirge) und Katharina Schmitt (LAZ Kreis Würzburg) am nächsten. Im Hammerwurf trat mit Selina Schraml (TB Jahn Wiesau) nur eine Athletin an.

Im Speerwurf lagen die drei Erstplatzierten nur innerhalb weniger Meter. Gold ging schließlich mit 45,07 Metern an Elina Nebl (TSV Plattling). Sabrina Reusch (LG Stadtwerke München) schrammte an eben jener Medaillenfarbe mit 44,23 Metern nur knapp vorbei. Als Dritte im Bunde ging Bronze an Maxime Kirschner (LG Kreis Dachau; 43,21 Meter).

Die schnellste 4 x 100m-Staffel stellte die LG Kreis Dachau gefolgt von den Mannschaften der SpVgg Auerbach/Streitheim und des SWC Regensburg.

Junioren U 23

Bei den Junioren konnte Fabio Kammler (SpVgg Auerbach/Streitham) nicht ganz das Kunststück Haslbergers in den Sprintdisziplinen wiederholen. Zwar schob sich Kammler in einem Fotofinish als Erster in 10, 91 Sekunden über die 100 Meter ins Ziel, musste sich aber am Sonntag knapp dem diesjährigen schnellsten bayerischen Sprinter Aleksandar Askovic (LG Augsburg) auf den 200 Metern geschlagen geben. Dieser hatte am Vortag nach der kräftezerrenden Universiade in Neapel zugunsten der halben Stadionrunde auf die Königsdisziplin der Sprinter verzichtet und lag schlussendlich mit 21,85 Sekunden nur drei Hundertstel Vorsprung vor Kammler (21,88 Sekunden.). Nicht viel größer war auch der Vorsprung von Kammler am Samstag gegenüber Andreas Maulberger (TSV Vilsbiburg; 10,95 Sekunden) und Christopher Löffelmann (LG Erlangen; 10,97 Sekunden). Bronze sicherte sich hinter Askovic und Kammler Nicolai Trageser (LG Stadtwerke München).

Auf der Stadionrunde wusste Samuel Werdecker (MTV 1881 Ingolstadt) zu beeindrucken. Der 20-Jährige ging das Rennen couragiert an und konnte das Tempo bis zum Schluss halten. Dementsprechend groß war der Jubel über die starke Bestzeit von 47,28 Sekunden mit der Werdecker nicht nur die gesamte Konkurrenz angeführt von Samuel Düsel (LG Bamberg; 49,72 Sekunden) und Nico Desch (LG Karlstadt-Gambach-Lohr; 49,99 Sekunden), sondern auch den außerhalb der Wertung angetretenen Bayerischen Meister Benedikt Wiesend (TSV Gräfelfing; 49,60 Sekunden), klar hinter sich lassen konnte. Wiesends jüngerer Bruder Korbinian war es dann, der Gold über die 400 Meter Hürden holte und mit 56,76 Sekunden rechtzeitig vor den deutschen Jugendmeisterschaften einen Formanstieg verzeichnen konnte. Dahinter kamen Joshua Oehms (LG Stadtwerke München) und Constantin Leutloff (TSV Bad Endorf) auf die weiteren Podestplätze.

Ebenfalls Tempohärte bewies Johannes Ehrhardt (LAG Mittlere Isar), der im 800-Meter-Rennen von Anfang an das Tempo forcierte und schließlich noch die späte Attacke von Tom Jäger (TSV Penzberg) abwehren konnte, der wiederum Platz zwei gegen Clement Thiebaut (LAC Quelle Fürth) verteidigen konnte. Jäger und Thiebaut holten sich dann nicht einmal 24 Stunden später Silber respektive Bronze Nummer zwei über 1500 Meter, mit dem besten Endspurt wiederholte vor den beiden Felix Adler (1. FC Passau) seinen Vorjahressieg.

Auch im Hürdensprint gab es eine Titelverteidigung. Florian Partenfelder (LG Stadtwerke München) konnte nach seinem Sieg 2018 auch in diesem Jahr seinen Dauerrivalen Philipp Bogdain (TSV Schleißheim), wenngleich auch nur sehr knapp (15,56 zu 15,60 Sekunden), auf Rang zwei verweisen. Über Bronze dahinter freute sich Andreas Neumeier (SFR Zeilarn).

In den Wurfwettbewerben holte Kugelstoßspezialist Martin Knauer (LG Stadtwerke München) gleich vier Medaillen und drei Titel in die Landeshauptstadt. Erst holte sich Knauer in einem spannenden Speerwurffinale mit zahlreichen Führungswechseln hinter Felix Strauch (LG Augsburg), der mit seinem letzten Versuch, der fast die 60-Meter-Marke erreichte (59,46 Meter), Silber (58,46 Meter), während Tim Krönert (TS Lichtenfels; 56,41 Meter) dahinter im letzten Speerwurfwettkampf seiner Karriere Bronze holte. Am nächsten Tag dominierte Knauer dann mit 16,82 Meter seine Spezialdisziplin, den Kugelstoß, und holte ebenso im Hammer- und im Diskuswurf den Juniorentitel. Im Kugelstoßen und Diskuswurf ging die Silbermedaille jeweils an Yannik Voß (TSV Schleißheim), im Hammerwurf an Andreas Schober (SV Achenmühle), dem dafür ein gültiger Versuch genügte. Schobers Bruder Sebastian (SV Achenmühle) erreichte den Bronzeplatz. Ebenfalls zweimal Edelmetall erreichte Martin Schneider (LG Kreis Dachau; Bronze Diskus und Kugel).

Im Dreisprung verwies Gabriel Wiertz (TuS 1860 Pfarrkirchen) mit einer starken neuen Bestleistung von 15,11 Metern U 23-EM-Teilnehmer Paul Walschburger (LG Stadtwerke München) und den Achten der U 23-DM von Wetzlar, Benedikt von Hardenberg (LG Landkreis Roth), auf die Ränge zwei und drei. Weniger zufrieden mit seiner Leistung war indes Weitsprungsieger David Faltenbacher (LG Stadtwerke München), der zwar mit einer Weite von 7,29 Metern sich die Goldmedaille holte, aber deutlich weitere Versuche nur knapp übertrat. Leon Khavvam (LAC Quelle Fürth) und Benedikt von Hardenberg lieferten sich dahinter ein enges Duell mit dem besseren Ende für Khavvam (6,90 zu 6,89 Meter). Im Hochsprung ging mit Leon Leypolt (TuS 1860 Pfarrkirchen) lediglich ein Athlet mit übersprungener Höhe in das Wettkampfprotokoll ein.

Die beste Flugshow im Stabhochsprung zeigte Oliver Naß (TV 1860 Gunzenhausen), für den die neue Bestleistung von 4,95 Meter zwar noch zu hoch war, an dessen Leistung von 4,80 Meter aber kein anderer Höhenflieger heranreichen konnte. Hinter Naß teilten sich mit jeweils übersprungenen 4,50 Metern Pascal Denninger (TG Kitzingen) und Maximilian Kurzbuch (TSV 1880 Wasserburg) den Silberrang.

Das schnellste Staffelquartett über die 4 x 100 Meter stellte die LG Erlangen. Dahinter gab es Silber für die LG Stadtwerke München und Bronze für die Gastgeber des SWC Regensburg.   

Hammerwurf der Aktiven: Schwandke und Bichler in Topform

Das eigentliche Highlight der Meisterschaften aber stellte der Hammerwurfwettkampf der Männer dar, trafen hier mit dem amtierenden Deutschen Meister Johannes Bichler (LG Stadtwerke München), dem deutschen Jahresbesten Tristan Schwandke (TV Hindelang) und 68-Meter-Werfer Simon Lang (LG Stadtwerke München) doch gleich drei der besten nicht nur bayerischen, sondern auch deutschen Hammerwerfer aufeinander. Diesmal mit dem besten Ende für Tristan Schwandke, der mit gleich sechs Würfen über 70 Meter eindrucksvoll seine Favoritenrolle für die aufkommenden deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion unterstrich und sich mit einer bärenstarken Weite von 73,85 Metern seinen ersten bayerischen Meistertitel bei den Aktiven überhaupt sichern konnte. Bichler indes musste sich nach acht Bayerntiteln diesmal mit Rang zwei begnügen, deutete aber mit einer nicht minder starken Serie um die 68 Meter sein Leistungspotential an, indem er seine persönliche Jahresbestweite auf 68,42 Meter steigern konnte. Weitere starke Konkurrenz aus den eigenen Reihen werden Schwandke und Bichler in Berlin wohl auch von Simon Lang bekommen, der diesmal aber mit technischen Problemen haderte und sich dementsprechend mit einer Weite von 65,15 Metern und Rang drei zufrieden geben musste. Im Übrigen eine Weite, die fast bei je anderen Verbandsmeisterschaft für die Goldmedaille gereicht hätte, was einmal mehr das außergewöhnliche Niveau dieses Wettkampfs und auch der bayerischen Hammerwurfszene im Allgemeinen verdeutlichte.

Im Wettbewerb der Frauen setzte sich mit Betina Gabler (LG Stadtwerke München) ebenfalls eine alte Bekannte der bayerischen Wurfszene durch. Sie siegte mit großem Vorsprung vor Sabrina Zeug (LG Oberland) und Christina Schmid (TSV Plattling).

In der männlichen U 20 holte sich Jeremias Herderich (LG Stadtwerke München) Gold vor Daniel Schnurrer (TB Jahn Wiesau) Gold, in der U 18 ging der Titel an Kilian Drisga (TSV 1880 Wasserburg) vor Timo Franz (TuS Alztal Garching) und Luis Kindermann (LG Stadtwerke München).

In der weiblichen Jugend U 20 gab es in der Abwesenheit von Lokalmatadorin Nancy Randig (SWC Regensburg), die bei der U 20-EM in Borås weilte, den Titel für Lucie Holzapfel (LG LKr Aschaffenburg). Silber und Bronze holten Anezka Pourova (LG Bayerwald) und Fedora Bleicker (LG LKr Aschaffenburg). Ihr Pendant in der U 18 hieß Michelle Konopacki (UAC Kulmbach), die Jule Aigner (LG Landkreis Roth) und Johanna Rotter (LG Stadtwerke München) in Schach halten konnte.