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01.08.20 22:00 Alter: 2 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberbayern
Von: LG Stadtwerke München

Vom Weitspringer zum Top-Sprinter: Yannick Wolf läuft in Weinheim 10,27 Sekunden

Weitspringer Yannick Wolf (LG Stadtwerke München) hat bei der B&S Kurpfalz Gala light am Samstag in Weinheim für eine riesige Überraschung gesorgt. Auf der 100-Meter-Sprintbahn steigerte sich der 20-jährige im Vorlauf zunächst auf 10,34 Sekunden, im Finale dann sogar auf 10,27 Sekunden (+1,4m/sec). Eine Zeit, die seit 2012 kein Athlet mehr im Trikot eines bayerischen Vereins erreicht hat.


Mit seinen 10,27 Sekunden ist Yannick Wolf der schnellste bayerische Sprinter seit 2012. Foto: Theo Kiefner

Mit seinen 10,58 Sekunden und Platz vier bei den Deutschen Jugendmeisterschaften des Vorjahres in Ulm hatte Wolf, der am selben Tag die Silbermedaille im Weitsprung gewann, erstmals im Sprint von sich reden gemacht. Exakt diese Zeit wiederholte der Münchner dann bei der Regensburger Laufnacht am 25. Juli – wohlgemerkt bei 1,1 Meter pro Sekunde Gegenwind. Im Rahmen der Sparkassen-Gala am Folgetag steigerte er sich dann deutlich auf 10,47 Sekunden (Wind: +0,7 Meter/Sekunde). Dass er nun eine Woche später nochmal glatte zwei Zehntelsekunden auf diese Zeit draufpackt, gleicht einer Leistungsexplosion. Lediglich zwei Hundertstelsekunden fehlten ihm noch zum bayerischen Juniorenrekord von 1980.

„Ich bin davon ausgegangen, dass ich eine 30er-Zeit laufen kann, wenn mehr oder weniger alles passt. Die 10,34 Sekunden im Vorlauf mit nur 0,4 Wind waren schon echt gut. Dann folgte ja die Unterbrechnung für den Weitsprungwettbewerb. Vor dem Finale hatte ich dann leichte Probleme am rechten Hüftheber, der gezogen hat. Zudem wäre ich lieber irgendwo in der Mitte gelaufen und nicht auf Bahn acht. Ich bin davon ausgegangen, dass die Finalzeit langsamer wird und habe gehofft, dass ich mich nicht verletze. Die 10,27 Sekunden haben mich dann selbst sehr überrascht. Da hat das Technische hintenraus, das Laufen, sehr sehr gut geklappt. Das ist gerade noch ziemlich unreal, aber ich freue mich natürlich mega. Mal schauen, wo die Reise noch hingeht“, meinte Wolf nach seiner Rückkehr nach München.

Zwischen Vorlauf und Finale ging Wolf, der der Spitzensportfördergruppe der Bayerischen Polizei angehört, – für beide Wettbewerbe nicht ganz optimal – zusätzlich im Weitsprung an den Start. 7,47 Meter erzielte er dort. Um einen DM-Start in Braunschweig bangt Wolf, der in diesem Jahr die fünfschnellste deutsche Zeit erreichte, weiter. Obwohl seine Sprintbestzeit deutlich nach Meldeschluss erzielt wurde, hat er als 25. des derzeitigen Qualifikationsrankings hier doch gute Chancen, ins Feld der besten 24 aufzurücken.