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08.07.19 15:30 Alter: 9 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberpfalz
Von: leichtathletik.de/Reinhard Köchl

Laufnacht und Sparkassen-Gala Regensburg: Schnelle Sprintzeiten und heiße 400-Meter-Läufe

Die deutschen 400-Meter-Läufer nehmen in der langen WM-Saison langsam Fahrt auf. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gab es bei der Sparkassen-Gala am Sonntag in Regensburg neue deutsche Jahresbestzeiten. Gefallen konnten auch die deutschen Männer-Sprintstaffeln über 4 x 100 Meter. Darüberhinaus konnten sich einige bayerische Starter gut in Szene setzen.


Johannes Trefz (links) und Tobias Lange kämpften bei der Sparkassen-Gala in Regensburg verbissen um jeden Zentimeter. Am Schluss hatte Lange um einen Tick die Nase vorne.

Starke Vorstellung: Amelie-Sophie Lederer (links) dominierte den Frauensprint in Regensburg klar.

Generalprobe für Gävle: Miriam Dattke hätte die 1500 Meter gerne mit einer neuen Bestzeit beendet. Aber sie gewann bei der Sparkassen-Gala die wertvolle Erkenntnis: Die Form stimmt!

Endlich mal wieder ein vernünftiger 400er! Corinna Schwab zeigte in ihrer neuen sportlichen Heimat, dass sie das Laufen um die Stadionrunde immer noch kann.

Im Schlepptau der ganz Großen wie dem deutschen Rekordhalter Julian Reus (links) und Michael Pohl (Zweiter von rechts) trommelte Fabian Olbert (rechts) mit 10,45 Sekunden einen neuen Hausrekord auf die schnelle Bahn im Uni-Stadion.

Mit starken Zeiten ließen die deutschen Sprint-Staffeln die Sparkassen-Gala 2019 würdevoll ausklingen. Alle Fotos: Theo Kiefner

Mit deutschen Jahresbestleistungen haben die deutschen 400-Meter-Läufer bei der Sparkassen-Gala am Sonntag in Regensburg überzeugt. Eine Zentimeter-Entscheidung gab’s bei den Männern. Mit 46,31 Sekunden setzte sich Tobias Lange (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit einer Hundertstel Vorsprung auf Johannes Trefz (TSV Gräfelfing) durch. Der Leverkusener steigerte seine Bestzeit gleich um eine halbe Sekunde. Beide blieben auch unter der deutschen Jahresbestzeit von 46,47 Sekunden. Mit Bestzeiten über 100 Meter und 200 Meter hatte Tobias Lange bereits im Vorfeld seine starke Form unter Beweis gestellt.

Für Ärger hatte die Laufeinteilung durch den zuständigen Bundestrainer gesorgt. Die Tatsache, den Deutschen Meister Trefz nicht in einen Lauf mit dem Deutschen Vizemeister Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth) zu setzen, sorgte allgemein für Kopfschütteln. Entsprechend fiel dann auch Schneiders Ergebnis aus (47,22 Sekunden und Gesamtrang fünf). Sechster wurde Samuel Werdecker (MTV 1881 Ingolstadt; 47,82 Sekunden).

Bei den Frauen knackten gleich vier deutsche Läuferinnen die 53-Sekunden-Marke. Angeführt wurde das schnelle Quartett von Nadine Gonska. Die Mannheimerin setzte sich in 52,41 Sekunden vor der Bestzeit (zuvor 53,24 Sekunden) laufenden Karolina Pahlitzsch (SC Preußen Berlin; 52,60 Sekunden), Ruth Sophia Spelmeyer (VfL Oldenburg; 52,79 Sekunden) und Svea Köhrbrück (SCC Berlin; 52,94 Sekunden) durch. Die deutsche Jahresbestzeit steigerte Nadine Gonska um drei Zehntel. Das B-Finale entschied Lokalmatadorin Corinna Schwab in 53,42 Sekunden für sich und war hinterher zufrieden, endlich wieder einen passablen 400-Meter-Lauf auf die Bahn gezaubert zu haben..

Michael Pohl kratzt an der Bestzeit

Regensburg bleibt für Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) ein gutes Pflaster. Vergangenes Jahr lief er bei der Sparkassen-Gala mit 10,22 Sekunden seine immer noch gültige 100-Meter.Bestzeit. Am Sonntag kam er bis auf eine Hundertstel an diese Leistung heran. Als schnellster Deutscher belegte er damit Rang drei hinter Anaso Jobodwana (Südafrika) und der Brite Andrew Robertson, die beide 10,17 Sekunden liefen. Der deutsche Rekordler Julian Reus (LAC Erfurt) wurde mit 10,28 Sekunden Vierter. Weitsprung-Spezialist Maximilian Entholzner (1. FC Passau) wurde mit 10,46 Sekunden Fünfter. Stark im Vorlauf präsentierte sich auch der U 20-Jugendliche Fabian Olbert (LG Stadtwerke München), der sich auf 10,45 Sekunden steigern konnte.

Der Sieg bei den Frauen ging mit 11,49 Sekunden an Amelie-Sophie Lederer (LAC Quelle Fürth), Julia Hofer (1. FC passau) stellte als Vierte mit 11,85 Sekunden ihre Bestzeit ein. Im Finale blieben mit Siegerin Tina Benzinger (LG Stadtwerke München; 11,95 Sekunden), Maria Haslberger (LG Festina Rupertiwinkel; 11,97 Sekunden) und Louise Wieland (LG Stadtwerke München; 11,97 Sekunden) gleich drei Frauen aus Bayern unter zwölf Sekunden. Im 100-Meter-Hürdensprint kam Shootingstars Isabel Mayer (SWC Regensburg) auf einen starken Platz drei in 13,81 Sekunden.

Über 200 Meter überraschte Manuel Eitel. Wenige Tage vor seinem Zehnkampf bei der U 23-EM sprintete der Ulmer in neuer Bestzeit von 20,79 (+2,0 m/sec) zum Sieg im ersten Zeitlauf. Nur im dritten Zeitlauf waren Konkurrenten schneller: Anaso Jobodwana (Südafrika; 20,38 sec), Steven Müller (LG Ovag Friedberg-Fauerbach; 20,50 sec) und Robin Erewa (TV Wattenscheid 01; 20,73 Sekunden).

Eine starke Leistung lieferten die deutschen Sprinter mit der 4 x 100-Meter-Staffel ab. In 38,39 Sekunden setzte sich das erste deutsche Quartett in der Besetzung Julian Reus, Robin Erewa, Roy Schmidt und Marvin Schulte (beide SC DHfK Leipzig) vor der zweiten deutschen Staffel (38,87 sec) durch. Bei diesem Quartett kamen Steven Müller, Joshua Hartmann (ASV Köln), Robert Hering (TV Wattenscheid 01) und der Einzel-Dritte Michael Pohl zum Einsatz.

Constantin Preis erstmals unter 50 Sekunden

Über 400 Meter Hürden durchbrach Constantin Preis (VfL Sindelfingen) erstmals die 50-Sekunden-Barriere. Mit 49,83 Sekunden setzte sich der Deutsche U23-Meister vor der internationalen Konkurrenz durch. Die 400 Meter Hürden der Frauen entschied seine Vereinskameradin Carolina Krafzik ebenfalls in Bestzeit (57,72 sec) für sich. Die 1500 Meter gewann Lokalmatadorin Miriam Dattke in 4:17,67 Minuten. Zufrieden war sie mit dem Ergebnis jedoch nicht ganz. Das Rennen diente der Regensburgerin als Vorbelastung für die U 23-EM in Gävle (Schweden) in der kommenden Woche.

Für das beste Ergebnis der „Laufnacht“ am Samstag sorgten die 5.000-Meter-Läufer. Bei den Männern gewann Osman Ilyas Yonis (TV Waldstraße Wiesbaden; 13:55,58 Minuten) vor Marcel Fehr (SG Schorndorf; 13:58,34 Minuten). Schnellste Frau in den gemischten Rennen war Hindernisspezialistin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald; 16:09,48 Minuten).

München verbessert bayerischen Uralt-U 20-Rekord über 4 x 100 Meter

Eigentlich war er überfällig: Fast 35 Jahre hatte der alte bayerische Rekord in der männlichen U 20 über 4 x 100 Meter gehalten. Der MTV 1881 Ingolstadt hatte 1984 eine (handgestoppte) Zeit von 41,3 Sekunden aufgestellt, an der sich allen nachfolgenden Staffeln die Zähne ausbissen - bis zur Sparkassengala 2019. Da lieferte die LG Stadtwerke München mit Startläufer Yannick Wolf, Florian Knerlein, Vincente Graiani und Lukas Moser ein nahezu perfektes Rennen ab. Als Vierter hinter den beiden DLV-Quartetten und der Nationalstaffe Thailands schraubten sie die alte Marke auf 40,80 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass Münchens Schnellster Fabian Olbert an diesem Tag fehlte, dann scheint eine weitere Verbesserung des Rekord nur eine Frage der Zeit.