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26.01.20 15:40 Alter: 277 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberbayern, Oberpfalz
Von: Reinhard Köchl

Bayerns Asse zeigen sich bei Meetings in München, Chemnitz und Wuppertal stark verbessert

Kugelstoßer Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) und die Sprinter der Münchner Trainingsgruppe vom BLV-Coach Patrick Saile setzten beim Munich Indoor in der Münchner Werner-von-Linde-Halle klar die Ausrufezeichen. Zimmermann zeigte sich nach eher verhaltenen Ergebnissen zu Beginn der Hallensaison wie ausgewechselt und sorgte mit 19,70 Meter für die beste Leistung der Veranstaltung. Auch Aleksandar Askovic und Amelie-Sophie Lederer zeigten sich über 60 Meter stark verbessert.


Für Christian Zimmermann gibt es 2020 nur ein Ziel: Olympia. Mit 19,70 Meter legte er jetzt den Grundstein für die Verwirklichung seines Traumes.

Auf einem guten Weg befinden sich auch Aleksandar Askovic . . .

. . . und Corinna Schwab, die beide mit persönlichen Bestleistungen überzeugten. Fotos: Theo Kiefner/Claus Habermann

Christian Zimmermanns beste Weite bei den Südbayerischen Meisterschaften vor fast genau zwei Wochen lag mit 18,16 Meter noch fast eineinhalb Meter unter seinem Resultat vom Munich Indoor, wo der Hüne auf seiner Trainingsanlage auch mit einer tollen Serie von weiteren Stößen von 19,56  und 19,29 Meter beeindruckte. Obendrein blieb der 25-Jährige auch nur fünf Zentimeter unter seinem eigenen bayerischen Hallenrekord aus dem Vorjahr. Logisch, dass die 19,70 Meter zum jetzigen Zeitpunkt auch deutschen Jahres-Hallenbestleistung sind.

Nachdem die Resultate beim Sindelfinger Hallenmeeting in der Vorwoche noch in der Kategorie "ausbaufähig" abzuheften waren, zeigten Aleksandar Askovic (LG Augsburg) und Amelie-Sophie Lederer (LG Telis Finanz Regensburg), dass ihre Trainingsarbeit aus dem Winter durchaus Früchte trägt. Askovic packte nach einem eher gebremsten Vorlauf über 60 Meter in 6,82 Meter im Finale ein echten Hammer aus. Mit bärenstarken 6,69 Sekunden stellte der 22-Jährige seine eigene Bestleistung aus dem Jahr 2018 ein und macht sich nun auch Hoffnung auf einen starken Auftritt bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig (22./23. Februar).

Auch für Amelie-Sophie Lederer hat sich der Doppel-Start beim Munich Indoor auf jeden Fall gelohnt. Nach einer überzeugenden Vorstellung im Vorlauf über 60 Meter, den sie in exzellenten 7,45 Sekunden beendete, verzichtete die ehemalige Fürtherin auf das Finale, das dann Trainingspartnerin Roberta Albertini (LG Stadtwerke München) in 7,69 Sekunden für sich entschied. Lederer ihrerseits wollte sich danach noch auf die für sie ungewohnte 200-Meter-Strecke einstimmen, wo sie mit ihren neuen Staffelkameradinnen Katrin Fehm, Corinna Schwab, Mona Mayer und Maike Schachtschneider spätestens bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden will. Diesmal gelang ihr dies mit 24,03 Sekunden vor der noch jugendlichen Mayer (24,65 Sekunden) ziemlich gut.

Beachtenswert war überdies das Resultat des ebenfalls noch der U 20-Klasse angehörenden Langsprinters Vincente Graiani (LG Stadtwerke München), der über 200 Meter als Zweiter hinter dem Tschechen Matej Lrsek (21,78 Sekunden) zum ersten Mal in der Halle unter 22 Sekunden blieb (21,90 Sekunden).

Auch bei Corinna Schwab (LG Telis Finanz Regensburg) zeigt die Formkurve steil nach oben. Die Sprinterin sorgte am Samstag bei den Offenen Sächsischen Meisterschaften in Chemnitz mit zwei neuen Hallenbestleistungen für Furore. Über 60 Meter wurde sie Dritte hinter Keshia Kwadwo (LC Paderborn; 7,42 Sekunden) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar; 7,47 Sekunden) in 7,51 Sekunden. Quasi im Alleingang verwirklichte die 20-Jährige dann später noch ihren großen Wunsch, die 400 Meter in der Halle endlich unter 54 Sekunden zu absolvieren. Nachdem es in der Vorwoche in Sindelfingen noch nicht geklappt hatte, blieben die Uhren für die Oberpfälzerin diesmal bei 53,88 Sekunden stehen. "Mit meinen beiden Bestleistungen bin ich natürlich sehr zufrieden", erklärte Corinna Schwab anschließend. "Die im Training gestellten Aufgaben in der vergangenen Woche konnte ich alle umsetzen und wieder Erfahrungen sammeln. Das gute Gefühl gilt es jetzt, in die nächsten Wettkämpfe mitzunehmen!"

Die nächste gute Nachricht für die bayerische Leichtathletik kommt aus Wuppertal und hat mit Hochspringer Tobias Potye (LG Stadtwerke München) zu tun. Der 24-Jährige meldete sich eindrucksvoll beim Sprintermeeting im Westfälischen auf Rang zwei mit 2,20 Metern zurück. Der einstige U 20-Europameister, der sich 2018 auf 2,27 Meter steigern konnte, hatte während der gesamten Saison 2019 keinen Wettkampf bestritten. Beim Meeting in Essing und bei den Südbayerischen Meisterschaften zeigte er jedoch, dass mit ihm 2020 unbedingt wieder zu rechnen sein wird.