
Klara Schlemer + Elisabet Maisuradze; Tristan Emig; Tamara Leidl; Ramona Schneider, Elena Gust; Passauer Staffel; Augustin Grünwald; Hannah Hausladen; Phoebe Kujath + Franziska Bichlmeier; Melander Wittmann + Yaro Sommer; Bilder Theo Kiefner









Bayern-Cup: Spannende Wettkämpfe bei Wetterkapriolen
Die Eisheiligen machten ihrem Namen an diesem Tag alle Ehre: Mit einem Wettermix, wie er im April zu erwarten ist, setzten sie nicht nur den Athletinnen und Athleten zu. Auch die Helfer und Kampfrichter hatten mit den Wechseln zwischen Sonne und Regen ihre Probleme. An den Disziplinen mit Windmessung lässt sich ein weiteres Problem in Zahlen ablesen. Hier gab es einen Wechsel von einem Gegenwind mit 2,4 m/s und einem Rückenwind mit 1,3 m/s. Mit 259 Athleten gingen einige Starter mehr an den Start als vor einem Jahr, dafür nahmen aber zwei Teams weniger teil. Erfreulich ist, dass bei den Frauen (6) und Männern (5) wieder mehr Mannschaften am Start waren.
Bei solchen Teamwettkämpfen starten Athletinnen und Athleten immer wieder in Disziplinen, in denen man sie nicht erwarten würde. Ein Beispiel ist der Würzburger Nachwuchs-Hochspringer Finn Hauk, der den Hochsprung bei der U20 mit 1,85 Metern gewann und auch im Kugelstoßen startete. Der Einsatz für das Team zählt noch immer. Dass viele Teams mit nur wenigen Athleten an den Start gehen, zeigt, dass sich die einzelnen Vereine nur noch auf wenige Disziplinen konzentrieren. Dadurch wird es für Team-Wettkämpfe immer wichtiger, sich in Startgemeinschaften zu organisieren. Ein ganz anderes Problem hatten an diesem Tag die Männer der gastgebenden LG Donau-Ries: Fast alle waren vor und nach ihrem Start als Helfer aktiv.
Schon früh zeigte sich, dass der Sieg bei den Männern zwischen den beiden Teams der Startgemeinschaft Schwabmünchen/Wehringen und dem Ski- und Wanderclub Regensburg entschieden werden würde. Am Ende hatten die Männer des SWC mit vier Disziplin-Siegen einen mehr als ihre Konkurrenten. Die Disqualifikation der Regensburger Staffel gab schließlich den Ausschlag zugunsten der Startgemeinschaft Schwabmünchen/Wehringen.
Noch enger war es bei den Frauen: Hier gab es einen Dreikampf um den Sieg. Obwohl das Team aus Passau-Pfarrkirchen-Ortenburg fünf Disziplinen für sich entscheiden konnte, betrug der Vorsprung vor dem Team des SWC Regensburg am Ende nur einen Punkt und vor dem Team des TSV Schleißheim nur vier Punkte. Beim Passauer Team war es eine Mischung aus Jung und Alt. Dabei zeigte sich, dass Alter nicht vor Leistung schützt. Mit 42 Jahren war Tamara Leidl die älteste Starterin. Trotzdem gewann sie den Speerwurfwettkampf mit 39,42 Metern. Dass die drei Jahre jüngere Elisa Schöne die 400 Meter und 1500 Meter gewann, war nach ihren Erfolgen bei der Masters-EM keine Überraschung. Den Ausschlag für den Sieg gab jedoch keiner dieser Einzelsiege, sondern ein verkorkster Hürdensprint. Elena Gust stürzte hier, stand auf, lief weiter und blieb als Vorletzte noch vor der Regensburger Starterin.
In der Altersklasse U20 waren die Abstände zwischen den beiden erstplatzierten Teams deutlich größer. Die Sportler der Startgemeinschaft Oberpfalz Süd/Mitte gewannen sechs von zehn Disziplinen und leisteten sich keinen Ausrutscher. Besonders beachtlich war der Speerwurf von Augustin Grünwald, der mit gerade einmal 16 Jahren von einem 500 Gramm schweren Speer (M15) auf einen 700 Gramm schweren Speer (U20) wechseln musste und das Speerwerfen mit 52,99 Metern gewann.
Die Startgemeinschaft Burglengenfeld/Bad Kötzting war bei der weiblichen Jugend das mit Abstand stärkste von sieben Teams und gewann mit elf Punkten Vorsprung vor dem LA-Team Alzenau.
Ein etwas ungewöhnliches Ergebnis gab es bei der männlichen U16. Hier gewann das erste Team der LAG Mittlere Isar vor dem zweiten Team der LAG Mittlere Isar. Hier waren allerdings auch nur vier Teams am Start.
Ganz anders sah es bei der weiblichen Jugend U16 aus. Hier hatten sich 16 Teams angemeldet, zum Vergleich: In allen anderen Klassen waren es zusammen 21. Trotzdem war dies die einzige Klasse, in der sich das Team eines einzigen Vereins durchsetzen konnte. Das Team des TSV Bad Endorf sicherte sich alle Siege im Sprint. Hier gab es auch die besten Leistungen, obwohl es heftigen Gegenwind gab. Dies spricht für die Stärke von Klara Schlemer, die über 80 Meter Hürden mit einer Zeit von 11,77 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. Über 100 Meter verhinderte ein Gegenwind von 2,4 m/s eine gute Zeit; trotzdem blieben sowohl sie als auch Elisabet Maisuradze (StG Oberpfalz Süd/Mitte) unter der 13-Sekunden-Marke. In der Teamwertung gab es am Ende zwei zweite Plätze. Die Teams der Startgemeinschaft Oberpfalz Süd/Mitte und des TV Geisenfeld hatten mit 103 Punkten jeweils vier Zähler weniger als der Sieger.