
Magdalena Kroiß; Miriam Ertl; Jule Wechsler; Magdalena Irlinger; Franziska Bichlmeier; Alicja Bedyk; Klara Schlemer; Matthias Deml; Milina Richter; Clara Woltereck; Bilder Theo Kiefner









DM U16: Drei Titel für den bayerischen Nachwuchs
Bei den 15-jährigen Athletinnen und Athleten kommt es bei der Deutschen Meisterschaft oft zu Überraschungen. Für alle ist es die erste Meisterschaft auf nationaler Ebene und bis auf Ausnahmen haben sie noch keine Wettkämpfe mit Athleten der anderen Landesverbände bestritten.
Positive Überraschungen sind dabei die angenehmeren. Eine davon lieferte der Speerwurf der W15. Zunächst war es Pia Deml (TV Geisenfeld), die sich mit einer Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung um zwei Meter auf 41,61 Meter zunächst in die Medaillenränge warf. Ganz anders verlief der Wettkampf von Miriam Ertl (LG Sempt), der Jahresbesten. Ihr erster Versuch war knapp ungültig und der zweite verunglückte. Im dritten Durchgang gelang es ihr, sich noch für das Finale zu qualifizieren. Im fünften Durchgang steigerte sie ihre persönliche Bestleistung auf 48,09 Meter und zum Abschluss gelang ihr sogar noch ein Wurf auf 49,10 Meter. Die Freude über die Bestleistung war groß. Damit gewann sie den Titel mit fast sieben Metern Vorsprung. Pia Deml wurde Vierte. „Diese Weiten kamen völlig überraschend, sie haben sich nicht einmal im Training angekündigt. Ich war davor bei 46 Metern“, sagte die sichtlich emotionale Siegerin.
Beim Hammerwurf gehört es für die bayerischen Werferinnen und Werfer schon seit Jahren zum Selbstverständnis, dass es bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften Medaillen oder sogar Titel zu gewinnen gibt. Nachdem Clara Hegemann bei der U20 vorgelegt hatte, war es nun an Jamie Schulze (UAC Kulmbach) bei der U16 nachzulegen. Auch wenn das Feld mit nur vier Startern das mit Abstand kleinste war, war der Wettkampf um den Titel eng. Jamie Schulze setzte sich mit einer neuen Bestmarke von 51,18 Metern an die Spitze der Konkurrenz. In der letzten Runde kam Ben Korsowski (LV 90 Erzgebirge) dieser Marke mit 51,15 Metern gefährlich nahe. Dennoch reichte es für Schulze zum Meistertitel. „Im Training werfe ich weiter, da geht es schon auf 54 bis 55 Meter, aber es war trotzdem okay. Ich wollte schon um den Meistertitel werfen”, sagte der Sieger, dem der Titel viel bedeutet. „Er zeigt mir, dass ich gut trainiert habe und weiß, was ich kann.“
Das 800-Meter-Finale der W15 war in der ersten Runde geprägt vom Abwarten. An der Spitze des großen Feldes kontrollierte Magdalena Kroiß (TG Kitzingen) das Rennen. Ihre Renngestaltung erinnerte an die erfolgreichen Rennen von René Bauschinger bei den Jugendmeisterschaften zu Beginn des Jahrtausends. Auf der Gegengeraden zog Magdalena Kroiß das Tempo an und sprintete die letzte Gerade zum Sieg in 2:23,95 Minuten. Hier zahlten sich für Magdalena Kroiß die Rennen in dieser Saison auf den kürzeren Strecken, einschließlich der 100 Meter, und die gegen ältere Konkurrentinnen aus.
Im Diskuswurf der Altersklasse W15 lag Jule Wechsler (LG Landkreis Roth) nach dem vierten Durchgang mit einer Weite von 41,30 Metern auf dem ersten Platz. Danach wurde sie noch von Lenya Mette (SV Halle) und Nele Kleinschmidt (SG Finsterwalde) überholt und gewann schließlich die Bronzemedaille. Am nächsten Tag wiederholte sich das Ganze beim Kugelstoßen. Jule Wechsler erreichte mit 14,24 Metern im ersten Versuch erneut Platz eins. Diese Reihenfolge blieb bis zum letzten Durchgang bestehen. Erneut gelang es der Jahresbesten Lenya Mette, sich an Wechsler vorbeizuschieben. So wurde es Silber für Wechsler.
Der 1.500-Meter-Hindernislauf der Altersklasse W15 war an der Spitze ein einziger Sturmlauf von Lilly Förster (Post-Sportverein Trier), die mit 4:41,74 Minuten den deutschen Rekord ihrer Altersklasse verbesserte. Dahinter kämpfte ein Trio um die beiden Medaillen: Franziska Bichlmeier (LAC Passau) und Magdalena Irlinger (SG Schönau) waren ebenfalls dabei. Bichlmeier versuchte mehrfach, einen Abstand zu reißen, was ihr aber nicht gelang. Auf den letzten Metern war es schließlich Magdalena Irlinger, die sich in 4:54,27 Minuten die Silbermedaille sicherte. Bichlmeier wurde mit starken 4:55,72 Minuten Vierte. Diese Platzierung gelang ihr auch über 3.000 Meter.
Die 3.000 Meter der Jungen waren ein taktisches Rennen, bei dem es erst in den letzten Runden zur Sache ging. Der Jahresbeste Leopold Ballmann (LG Würm Athletik) war immer in der Spitzengruppe dabei. Als Ian Mac Hennig (VfL Wolfsburg) jedoch auf der letzten Runde losspurtete, konnte Ballmann ihm nicht mehr folgen. Mit einer Zeit von 9:20,83 Minuten sicherte er sich die Silbermedaille.
Beim 300-Meter-Hürdenlauf gab es an der Spitze einen ganz engen Zieleinlauf, bei dem drei Läuferinnen fast gleichauf waren. Alle drei stellten neue persönliche Bestzeiten auf. Zwischen Platz eins und drei lagen am Ende nur zwei Zehntelsekunden. Silber sicherte sich Alicja Bedyk (LG Stadtwerke München) in 43,80 Sekunden.
Mit einer Zeit von 11,53 Sekunden über 80 Meter Hürden verbesserte Klara Schlemer (TSV Bad Endorf) im Vorlauf ihre persönliche Bestzeit und gehörte spätestens ab da zu den Medaillenkandidatinnen. Im Finale bestätigte sie diese Zeit mit 11,58 Sekunden und sicherte sich damit die Silbermedaille.
Matthias Deml (TV Geisenfeld) qualifizierte sich souverän für das Finale im 80-Meter-Hürdenlauf. Mit einer Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit auf 10,64 Sekunden sicherte er sich schließlich die Bronzemedaille.
Die Bronzemedaille von Andreas Gesell (LG Fichtelgebirge) war ein kleiner Krimi. Im vierten Durchgang schob er sich mit einer Weite von 14,81 Metern auf den dritten Platz, um sich in der fünften Runde auf 14,88 Meter zu steigern. Diese Weite gelang auch Ben Korsowski (LV 90 Erzgebirge). Jetzt musste der zweitbeste Versuch die Entscheidung bringen. Das waren letztlich die 14,81 Meter von Gesell im Vergleich zu den 14,76 Metern, die Korsowski im sechsten Durchgang erzielte.
Milina Richter (LAC Quelle Fürth) sorgte für eine große Überraschung. Mit der neuntbesten Vorleistung über 300 Meter war sie an den Start gegangen. Am Ende konnte sie sich über die Bronzemedaille freuen. Im Vorlauf verbesserte sie zudem ihre persönliche Bestleistung auf 40,94 Sekunden.
Im Stabhochsprung der Altersklasse W15 war der Kampf um den Titel und die Medaillen äußerst knapp. Dabei bestätigten die bayerischen Springerinnen ihre persönlichen Bestleistungen. Ein Fehlversuch bei 3,40 Metern kostete Clara Woltereck (TSV Unterhaching) letztlich die Silbermedaille. So musste sie sich mit dem vierten Platz zufriedengeben. Eva Christina Rapolder (TSV 1880 Wasserburg) erreichte mit übersprungenen 3,30 Metern den fünften Platz.