Florentine Toppe und Lea Völcker; Eni Kuske; Benedikt Maurer, Knapp übergetreten; Daryl Ndarsi; Maximilian Rath; Moritz Gutowski; Isabel Bormann; v.l Malte Hofmann, Felix Adam, Lionel Steinhage; Bilder Theo Kiefner

23.02.2026 19:34 // Von: Theo Kiefner

DM U20: Der Doppelsieg im Hochsprung begeisterte.

Bei der deutschen U20-Hallenmeisterschaft im Sindelfinger Glaspalast konnte der bayerische Nachwuchs mit drei Titeln und fünf Medaillen überzeugen. Dazu gab es noch eine ganze Reihe von Top-Acht Platzierungen.

Die Hochspringerinnen Florentine Toppe und Lea Völcker (beide Munich Athletics) waren mit einer guten Ausgangslage nach Sindelfingen gefahren. So sah das auch ihr Trainer Lukas Pinieck: „Wenn alles normal läuft, wird es im Hochsprung zu einem Dreikampf zwischen der Jahresbesten Sina Stoll (TB Tailfingen) und Lea und Florentine kommen.“

Als die Hochsprunglatte auf 1,75 Meter gelegt wurde, waren nur noch diese drei Athletinnen im Wettkampf. Die Medaillen waren somit bereits vergeben, es stand nur noch die Reihenfolge aus. Erst bei 1,78 Metern wurde es ernst für das Trio. Sina Stoll und Lea Völcker übersprangen die Höhe im ersten Versuch. Florentine Toppe entschied sich nach einem Fehlversuch, direkt die 1,81 Meter anzugehen. Für sie bedeutete diese Höhe bereits eine neue Bestleistung. 

Doch die 18-Jährige hatte gut gepokert: Im ersten Versuch flog sie über die Latte und stieß einen lauten Freudenschrei aus. Damit hatte sie sich in die Poleposition gebracht, denn ihre beiden Mitstreiterinnen mussten jeweils in den dritten Versuch gehen. Während U18-Athletin Lea Völcker im dritten Versuch ebenfalls über eine neue Bestleistung jubeln durfte, schied Sina Stoll bei dieser Höhe aus. Damit gewannen Florentine Toppe die Goldmedaille und Lea Völcker die Silbermedaille, wobei beide neue persönliche Bestleistungen erzielten. 

Bereits am Samstagnachmittag hatte Benedikt Maurer (LG Stadtwerke München) den ersten Titel für Bayern gewonnen. Er war der große Favorit und Titelverteidiger und gewann den Wettkampf souverän. Im Wettkampf selbst stimmte nur der erste Sprung auf die neue Jahresbestleistung von 15,52 Metern. Sein Trainer David Faltenbacher hatte nach jedem Sprung Redebedarf. Benedikt Maurer sagte anschließend: „Im ersten Versuch hat der Anlauf noch gepasst, ich wollte erst einmal einen gültigen Versuch in die Grube bringen. Der Versuch war sehr gut am Brett. Einen oder zwei Sprünge habe ich abgebrochen, weil ich beim Step gemerkt habe, dass es nicht die richtige Weite ist. Bei den anderen war es ein kleines Pokerspiel, sie waren hauchdünn übertreten. Wichtig war, dass wir den Anlauf noch einmal stabilisiert haben, um zu sehen, wie ich reagiere und wie wir ihn einstellen müssen. Das ist uns heute im Vergleich zu meinem letzten Wettkampf ganz gut gelungen.“ Sein nächster Wettkampf findet schon am Wochenende in Dortmund bei der Deutschen Meisterschaft der Aktiven statt. Mit seiner Weite von Sindelfingen steht er auf Position drei der Meldeliste.

Eni Kuske (TSV Zirndorf)  war als Jahresbeste angereist. Bei den Vorläufen war die Titelverteidigerin Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) mit 54,91 Sekunden etwas schneller als Kuske in ihrem Vorlauf.

So musste Kuske im ersten Zeitfinale vorlegen und abwarten. Mit Sophie Liesigk vom SC Magdeburg hatte sie eine starke Konkurrentin, die sie von Beginn an mächtig forderte. So musste Eni Kuske wirklich alles aus sich herausholen. Mit Erfolg: In 54,36 Sekunden pulverisierte sie ihren Hausrekord, Sophie Liesigk folgte in 54,73 Sekunden.

„Ich habe in der zweiten Kurve gemerkt, dass Sophie nah an mir dran ist”, erzählte Eni Kuske später. „Deshalb habe ich einfach voll durchgezogen und alles gegeben.” Im zweiten Zeitlauf drückte Luna Fischer erwartungsgemäß aufs Tempo. Es reichte jedoch nicht für den Titel. Für die Hannoveranerin wurden 54,54 Sekunden gestoppt. Eni Kuske konnte strahlen: „Schon vor dem zweiten Lauf wusste ich: Egal, wie es ausgeht, ich bin super zufrieden mit meiner Zeit.“ Der Titel war das i-Tüpfelchen auf ihrer neuen Bestleistung. Die Zeit ist fast eine Sekunde besser als ihre Freiluftbestzeit aus dem Jahr 2025. 

Ihr Trainer Markus Grun war vor dem Finale genauso aufgeregt wie Kuske. „Die Anspannung ist schon hoch“, bemerkte er. Umso größer war die Freude nach dem Titelgewinn. Solche Erfolge kommen nicht von allein. Im Fall von Eni Kuske ist neben dem Vereinstraining auch das Training an der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg ein wichtiger Baustein des Erfolgs.

In fast jedem Lauf über 60 Meter Hürden wurden persönliche Bestleistungen aufgestellt. Daryl Ndasy (Munich Athletics) steigerte sich bereits im Vorlauf auf 8,34 Sekunden. Ihre stärkste Konkurrentin, Amalia Pannach (Dresdner SC), legte im Halbfinale mit 8,27 Sekunden noch einmal nach. Somit war vor dem Finale alles für ein schnelles Rennen angerichtet. Und das wurde es auch: Pannach gewann in 8,22 Sekunden, Ndasi wurde in 8,29 Sekunden Zweite. In den letzten Jahren war kein 60-Meter-Hürden-Finale bei der U20 schneller gewesen. Für die 17-jährige Ndasi geht es am Wochenende in Dortmund bei den Aktiven um die nächsten schnellen Rennen.

Bereits am Freitag zeigte sich Clemens Bleistein, Trainer von Maximilian Rath und Levin Saveur (beide LG Stadtwerke München), zuversichtlich. „Schade, dass Levin nicht starten kann. Er hätte das gewinnen können. Aber ich bin sicher, dass Maximilian eine Medaille holt.“ Nach den Meldezeiten war das nicht zu erwarten. Im 3.000-Meter-Lauf am Sonntag ging es im zweiten Finallauf sehr langsam los. „Da wurde geschupst und geträngelt, aber ich war ganz entspannt“, erzählte Maximilian Rath. Als es auf dem letzten Kilometer schneller wurde, orientierte er sich nach vorne in Richtung Position drei. „Als Benjamin Klonowski vom TuS Lichterfelde nach vorne lief, habe ich gezögert und erst die letzten hundert Meter nachgesetzt“, meinte Rath. Er kam noch einmal näher, aber für den Sieg reichte es nicht mehr ganz. Mit 8:41,05 Minuten erzielte er jedoch eine Saisonbestzeit. „Mit dem Ergebnis bin ich super zufrieden.“

Bereits am Freitagabend gab es die erste Medaille für Bayern im Kugelstoßen. Johanna Guggemoos (LG Stadtwerke München) brauchte etwas, um richtig gut in den Wettkampf zu kommen. Mit ihren Weiten im dritten (14,28 Meter) und vierten Versuch (14,38 Meter) schob sie sich jedoch auf den dritten Platz nach vorne. Mit 14,38 Metern sicherte sie sich die Bronzemedaille. Der siebte Platz ging dabei an Sarah Poleba (LG Fichtelgebirge).

Mit Noah Möller (LAC Quelle Fürth) und Moritz Gutowski (LG Stadtwerke München) konnten sich zwei bayerische Läufer für das Finale über 1.500 Meter qualifizieren. Möller lief im Finale die ersten vier Runden an der Spitze des Feldes. Als das Tempo verschärft wurde, konnte er nicht mehr folgen. Gutowski hingegen blieb an der Spitze dran und konnte sich im Spurt den dritten Platz sichern. Dabei musste er hart kämpfen, um sich gegen den Osnabrücker Matthias Apel durchzusetzen. 

Über 800 Meter hatten sich gleich drei Bayern für das Finale qualifiziert. Den besten Spurt des Trios hatte Malte Hofmann (LG LK Aschaffenburg), der sich damit den fünften Platz sicherte. Felix Adam (MTV Ingolstadt) und Lionel Steinhage (LG Stadtwerke München) kamen auf die Plätze sieben und acht.

Die Kugelstoßer Andreas Gröminger (LG Stadtwerke München) und Heidstück (LAG Mittlere Isar) belegten die Plätze fünf und sieben. Im Hochsprung wurde Keon Schmidt-Gothan (Munich Athletics) Fünfter. Stabhochspringer Leo Trumpp (TSV Gräfelfing) belegte den achten Platz.

Die Bayerischen Sprinter waren nicht vom Glück begünstigt. Nach einem starken Vorlauf über 60 Meter, mit persönlicher Bestzeit von 6,83 Sekunden, blieb Sebastian Hetzner (LAC Passau) im Halbfinale sitzen und verpasste damit das Finale. Etwas besser erwischte es Daniel Spiegel (LG FESTINA Rupertiwinkel) über 200 Meter, er ereichte das Finale. Musste da jedoch auf der Innenbahn starten. „Da hast du einfach keine Chance,“ ärgerte er sich nach dem Finale bei dem er Platz acht belegte.

Die Dreispringerin Emmanuela Mensah (LAC Quelle Fürth) zeigte in Sindelfingen einen sehr guten Wettkampf und sprang fünf Mal über zwölf Meter. „Leider war kein Sprung optimal auf dem Brett“, ärgerte sich ihr Trainer Christian Hoffmann im Nachhinein. Mit ihrem besten Sprung auf 12,20 Meter fehlten der 17-Jährigen nur sechs Zentimeter zur Bronzemedaille, sodass sie den fünften Platz erreichte. 

Isabella Tikovsky (LG Sempt) war über 60 Meter topfit. Im Halbfinale stellte sie mit 7,54 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung auf. Diese bestätigte sie im Finale mit einem Lauf in 7,55 Sekunden. Damit belegte sie Platz sechs. 

Über 200 Meter konnte sich Isabel Bormann (TSV Marktoberdorf) für das Finale qualifizieren. Auf Bahn eins laufend erreichte sie Platz acht. Die 4-mal-200-Meter-Staffel der Startgemeinschaft aus Passau und Pfarrkirchen in der Besetzung Emma Plöchinger, Lilo Ketzel, Catharina Walz und Emma Lange wurde Sechste.

Mit der schnellsten Vorlaufzeit hatte sich Lena Rossmanith (TSV Marktoberdorf) für das Finale über 1.500 Meter qualifiziert. Im Finale gestaltete die Favoritin Lera Miller (VfL Löningen) das Rennen zu einem Steigerungslauf. Lena Rossmanith hielt gut mit und belegte am Ende Platz sechs. 

Im Stabhochsprung lief es für die bayerischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Wochenende nicht so gut. Daran konnten auch die Stabhochspringerinnen nichts ändern. Katja Riedl (TSV Gräfelfing) wurde Sechste und Sophia Obermayer (TSV 1880 Wasserburg) Neunte.