Clara Hegemann; Jakob Kemminer; Keon Schmidt-Gothan; Daryl Ndasi; Levin Saveur + Marco Voggenreiter; Yannick Wolf; Bilder Theo Kiefner

26.05.2026 13:40 // Von: Theo Kiefner

Ein Rekord-Wochenende für die bayerische Leichtathletik!

Am Pfingstwochenende war das Wetter wie im Hochsommer und die Leistungen der bayerischen Athletinnen und Athleten konnten damit konkurrieren. Von den vier bayerischen Rekorden des Wochenendes stach der Hammerwurf-Rekord von Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) heraus. Mit 69,81 Metern verbesserte die U18-Europameisterin den deutschen U20-Rekord.

Fränkisch-Crumbach

 

Das Sparkassen-Hammerwurf-Meeting in Fränkisch-Crumbach ist seit Jahren ein Pflichttermin für die Werferinnen und Werfer – so auch bei seiner 22. Auflage an diesem Wochenende. Den Anfang machten am Samstagmorgen um 9 Uhr die Werferinnen und Werfer der U16. Bereits mit ihrem ersten Versuch sicherte sich Rosina Holzhey (TV Hindelang) den Sieg. Mit 60,76 Metern steigerte sie ihren eigenen bayerischen W14-Rekord um 1,05 Meter. Zum bayerischen W15-Rekord von Clara Hegemann fehlen ihr nur noch 54 Zentimeter.

Am frühen Abend gelang Clara Hegemann im Wettkampf der U23 mit 67,94 Metern ihr weitester Wurf des ersten Tages. Damit wurde sie Zweite und verbesserte ihren bayerischen U20-Rekord um 20 Zentimeter. Vierte wurde ihre Teamkollegin Johanna Marrwitz mit einer Weite von 64,94 Metern.

Die Startzeit um neun Uhr morgens eignet sich anscheinend besonders gut für Rekorde. Beim U20-Wettkampf am Sonntag steigerte sich Clara Hegemann nahezu von Versuch zu Versuch. Im vierten Durchgang warf sie den 4 Kilogramm schweren Hammer auf 69,66 Meter – Deutscher U20-Rekord! Das war es aber noch nicht an diesem Pfingstsonntag. Im sechsten Durchgang flog der Hammer sogar auf 69,81 Meter. Damit stellte sie erneut einen Deutschen U20-Rekord auf, verbesserte den Bayerischen Rekord bei den Frauen und übernahm die Führung in der U20-Weltjahresbestenliste. Da kann die U20-Weltmeisterschaft kommen.

Den Wettkampf bei den Männern gewann der Kulmbacher Vizeweltmeister Merlin Hummel im Trikot der Eintracht Frankfurt mit 81,27 Metern.

 

Weinheim

 

Die Kurpfalz-Gala in Weinheim zählt zu den ersten Top-Meetings in Deutschland für Sprinter. Am Pfingstsamstag waren sie auch wieder zahlreich am Start. Der U18-Europameister Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) verzichtete auf einen Start im U20-Rennen und ging bei den Männern an den Start. Die schnellere Konkurrenz sollte ihm zu einer schnellen Zeit verhelfen. Der Plan ging auf, und er qualifizierte sich für das A-Finale. Dieses gewann der deutsche 200-Meter-Rekordler Joshua Harmann (ASV Köln) in 10,20 Sekunden zeitgleich mit Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar). Jakob Kemminer verbesserte als Fünfter seinen bayerischen U20-Rekord um vier Hundertstelsekunden auf 10,27 Sekunden. 

Das B-Finale gewann Fabian Olbert (Munich Athletics) in 10,44 Sekunden. Thilo Traue (LG Stadtwerke München) blieb über 200 Meter als Zweiter mit 20,92 Sekunden zum ersten Mal unter der 21-Sekunden-Marke.

In der U20 wurden noch zwei weitere Normen für die U20-Weltmeisterschaft erreicht. Im Hochsprung gelang dies Keon Schmidt-Gothan (München Athletics) mit einer übersprungenen Höhe von 2,12 Metern. Über 100 Meter Hürden schaffte dies auch seine Teamkollegin Daryl Ndasi in 13,49 Sekunden. Damit wurde sie Dritte im Finale der Frauen.

 

Brüssel 

 

Das IFAM Outdoor in Brüssel ist ein Meeting für Mittel- und Langstreckenläufer, bei dem große Teilnehmerfelder und entsprechend starke Konkurrenz für schnelle Zeiten sorgen. Im Rennen über 3.000 Meter Hindernis waren mit Levin Saveur (LG Stadtwerke München) und Marco Voggenreiter (LAC Passau) zwei bayerische Läufer am Start, die die Norm für die U20-WM erreichen wollten. Im Feld der Männer konnten die beiden mitschwimmen. Levin Saveur steigerte sich auf 8:44,55 Minuten und verbesserte damit den bayerischen U20-Rekord um vier Sekunden. Marco Voggenreiter blieb mit 8:52,57 Minuten ebenfalls deutlich unter der WM-Norm.

 

Regensbug

 

In den letzten Jahren hat sich die Ausrichtung des Rolf-Watter-Sportfests immer mehr zu einem Treffen der Sprinter entwickelt. „Ich möchte den Wettkampf aus dem Training heraus bestreiten, dafür war mir die Fahrt nach Weinheim zu weit“, begründete Yannick Wolf (Munich Athletics) seinen Start in Regensburg. Zudem lief er in Regensburg seine persönliche Bestzeit von 10,05 Sekunden. Dass er die 100 Meter nicht nur im Uni-Stadion schnell laufen kann, zeigte er am Samstag im Stadion am Weinweg. Mit großem Vorsprung gewann er den schnellsten Lauf des Tages in 10,15 Sekunden. Damit erfüllte Wolf auch die Norm für die Europameisterschaft. Über 200 Meter zeigte er ein starkes Rennen und lief mit 20,61 Sekunden eine Zeit, die von bayerischen Sprintern noch nicht oft erreicht wurde. Auf die Frage, wann er die Strecke das nächste Mal laufen werde, gab Wolf eine klare Antwort: „Die 200 Meter sind nichts für mich.“

Einen starken Eindruck machte Sara Kurz (LAG Mittlere Isar) über die 100 Meter Hürden der U18. Mit 13,83 Sekunden näherte sie sich der Norm für die U18-EM.