
Emma Scharf und Valentina Ascherl; Amelie Giese und Munachi Eze; Linur Kremling; Timur Ilig; Sabrina Reusch; Alexander Mann; Nils Leifert - Jakob Kemminer - Leo Schramm; Bilder Theo Kiefner






Schneller Sprintnachwuchs in Fürth
„Der Sprint hat sich in Nordbayern erfreulich entwickelt“, zeigte sich Norbert Wörlein zufrieden mit den Ergebnissen. Der Trainer von Jakob Kemminer ist auch Stützpunkttrainer des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes. In den letzten beiden Wochen hatte er als solcher vier zusätzliche Trainingseinheiten angeboten. „Es kann sein, dass einige noch nicht ganz erholt waren von den Belastungen“, schob er mit Blick auf die Zeiten hinterher.
Der Mehrkämpfer Linus Kremling (LG Landkreis Roth) war einer der Athleten, die sich zum Stützpunkttraining eingefunden haben. „Linus kann es als Sprinter in die Nationalstaffel schaffen“, ist Wörlein überzeugt. Dass er damit Recht haben könnte, zeigte Kremling in Fürth eindrucksvoll. Die 60 Meter der U20 gewann der 17-Jährige überlegen in 7,00 Sekunden (neue persönliche Bestzeit). Über 200 Meter setzte er mit seiner Siegeszeit von 22,30 Sekunden noch einen drauf. Damit war er schneller als die Erstplatzierten bei den Männern.
Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) dürfte noch in der Altersklasse U20 starten. Für die Nordbayerischen Meisterschaften hatte er sich jedoch bei den Männern gemeldet, da dort die Konkurrenz stärker ist. Auch hier gewann er die 60 Meter in guten 6,95 Sekunden vor seinem Teamkollegen Nils Leifert, der nach 7,01 Sekunden das Ziel erreichte. Für den 20-jährigen Leifert war es der erste Wettkampf nach fast einem Jahr Pause wegen einer Verletzung.
Timur Ilik absolvierte seinen ersten Start in der U18 und im Trikot des LAC Quelle Fürth über 60 Meter und steigerte seine persönliche Bestzeit vom Sprintcup auf 7,10 Sekunden. Noch beeindruckender ist seine Zeit von 22,49 Sekunden über 200 Meter. „Mit dieser Leistung müsste er in der 4-mal-200-Meter-Staffel der Männer mitlaufen. Wir werden das aber nicht machen, damit er nicht überbelastet wird“, ordnete Wörlein die Leistung ein.
Auch Alexander Mann (TSV Ochenbruck) nahm am Zusatztraining teil. „Alexander hat durch das Training auch für den Weitsprung profitiert“, erklärte Wörlein. Zunächst zeigte der 16-Jährige, dass er auch über 60 Meter schnell sprinten kann. Mit 7,33 Sekunden gewann er Bronze in der Altersklasse U18. Danach ging es zum Weitsprung, wo er im ersten Durchgang neue Dimensionen erreichte. Mit 7,02 Metern gelang ihm sein erster Sprung über die Sieben-Meter-Marke. Mehrkämpfer Jakob Sand (TSV 1860 Ansbach) auch neu in der U18 gekommen konnte nach zwei zweiten Plätzen über 60 Meter und im Weitsprung die 60 Meter Hürden überlegen gewinnen.
Bei der weiblichen U18 wartete man mit Spannung auf das 60-Meter-Finale mit Amelie Giese (TSV Zirndorf) und Munachi Eze (LAC Quelle Fürth), in dem eine Fortsetzung der starken Rennen der beiden Top-Talente erwartet wurde. Nach einem Frühstart von Eze fiel das Duell über 60 Meter aus und es kam erst über 60 Meter Hürden zustande. Die 60 Meter gewann Giese überlegen in 7,82 Sekunden. Dass sie über die Hürden noch stärker ist, zeigte sie erneut. Mit 8,55 Sekunden setzte sie sich deutlich gegen Eze (8,71 Sekunden) durch. Aktuell stehen die beiden damit auf Platz eins und drei der deutschen Bestenliste der U18. Den dritten Titel gewann Giese im Weitsprung.
Nachdem Amelie Giese (TSV Zirndorf) und Munachi Eze (LAC Quelle Fürth) im letzten Jahr bei der Deutschen U16-Meisterschaft mit Titeln und Medaillen überzeugen konnten, steht mit Emma Scharf (TB Jahn Wiesau) schon das nächste Talent in den Startblöcken. Emma Scharf, die gerade erst in die Altersklasse W14 aufgerückt ist, zeigte in Fürth erneut, dass sie schnell ist. Sie gehört ebenfalls zu den Kaderathletinnen, die am Stützpunkt in Fürth trainieren. Und das nicht nur im 60-Meter-Sprint, sondern auch über die 60-Meter-Hürden. Noch hielten die bayerischen Rekorde der W14 dem Angriff stand. Mit 7,76 Sekunden blieb Scharf nur 0,03 Sekunden über dem neun Jahre alten bayerischen Rekord von Naomi Krebs. Bei den Titelkämpfen in Fürth war jedoch keine Sprinterin, auch nicht bei den Frauen, so schnell wie Emma Scharf. Zum 60-Meter-Hürden-Rekord von Amelie Giese fehlten ihr mit 8,90 Sekunden nur eine Hundertstelsekunde.