BM-Halbmarathon: Erfolgreiche Titelverteidigung und Überraschung
„Es war eine erstklassig organisierte Veranstaltung“, bescheinigte BLV-Vizepräsident Willi Wahl den Organisatoren des 23. Aschaffenburger Halbmarathons. Das hat sich in Läuferkreisen offensichtlich herumgesprochen. Mit über 2.000 Meldungen war der Ansturm auf die Veranstaltung so groß wie noch nie. Aufgrund der engen Strecke in der Innenstadt musste die Anmeldung frühzeitig geschlossen werden.
Die schnellsten Läufer und Läuferinnen bemerkten spätestens in der dritten von fünf Runden, warum diese Maßnahme nötig war: Die Strecke durch die Innenstadt war geprägt von engen Kurven und stetigem Auf und Ab. „Das Zickzack durch die Massen zu laufen, war nicht ohne“, merkte Oliver Tzschoppe (LG Erlangen) an. Dem Führungsfahrrad, das vor der Spitzengruppe herfuhr, gelang es nicht immer, eine freie Bahn für die Läufer zu schaffen. Dieses Handicap wurde jedoch durch die vielen Zuschauer an der Strecke aufgewogen. „So viele Zuschauer hatten wir noch nie bei einer Bayerischen Halbmarathon-Meisterschaft“, merkte Willi Wahl an.
Bei den Männern lief zunächst eine Gruppe an der Spitze zusammen, wobei sich die Platzierung immer wieder änderte. Neben Chris Göltl und dem bayerischen Marathonmeister Oliver Tzschoppe war auch der 19-jährige Ahmed Hussein Nur (TG 48 Schweinfurt) ganz vorne mit dabei. Gegen Ende der vierten Runde konnte Göltl einen kleinen Vorsprung herauslaufen, den er in der letzten Runde noch ausbauen konnte. Nach 1:09:06 Stunden lief er als Erster ins Ziel. Hier zeigte sich, dass der 25-Jährige die kürzeren Strecken beim Straßenlauf bevorzugt und deswegen auch ein höheres Tempo laufen kann.
Den Kampf um Platz zwei konnte Ahmed Hussein Nur in 1:09:35 Stunden für sich entscheiden. Tzschoppe gewann nach 1:09:38 Stunden die Bronzemedaille. Am Sonntag steht Tzschoppe beim München-Marathon erneut an der Startlinie, um seinen Bayerischen Meistertitel zu verteidigen.
Ähnlich eng wie bei den Männern war es im Zieleinlauf der Frauen, wobei das Rennen an sich ein ganz anderes war. Die drei Führenden, Franka Fleckenstein, Marisa Reu (PTSV Rosenheim) und Maria Brand (LG Telis Finanz Regensburg), liefen nicht in einer Gruppe zusammen. „Die liefen immer einzeln mit relativ geringen Abständen“, beschreibt es Wahl. Dabei lag Franka Fleckenstein die ganze Zeit über an der Spitze. Eine Läuferin, mit der niemand gerechnet hatte. Was auch nicht verwunderlich ist. Die Läuferin aus Wernfeld am Main kommt aus dem Triathlon und war bei den Bayerischen Jugendmeisterschaften 2024 erfolgreich. Bis auf die Teilnahme an den Deutschen 10-Kilometer-Meisterschaften, bei denen sie Siebte in der U20 wurde, ist sie in der Leichtathletik lediglich bei regionalen Läufen gelaufen. Umso beachtlicher ist ihr Einstand beim Halbmarathon. Sie sicherte sich den Bayerischen Meistertitel in 1:18:45 Stunden und verbesserte dabei den 18 Jahre alten bayerischen U20-Rekord von Julia Weniger (TG Viktoria Augsburg) um eineinhalb Minuten.
Die Entscheidung auf den Plätzen fiel erst sehr spät. In der letzten Runde gelang es Marisa Reu, Maria Brand, die lange Zeit auf Position zwei gelaufen war, zu überholen und sich in 1:18:58 Stunden die Vizemeisterschaft mit fünf Sekunden Vorsprung zu sichern.
Für die Läuferinnen und Läufer des PTSV Rosenheim hat sich die weite Anreise gelohnt. Bei den Frauen und Männern gingen die Titel in der Teamwertung an die Oberbayern.
Bei den Masters gab es einige herausragende Ergebnisse. Elina Gradl (SC Kemmern) erreichte als vierte Frau das Ziel und gewann mit einer Zeit von 1:24:23 Stunden die Altersklasse W45. Julia Fidjeland (PTSV Rosenheim) verbesserte mit einer Zeit von 1:36:27 Stunden den vierten bayerischen Rekord in ihrer Altersklasse W65 und gewann damit überlegen den Titel. Bei den Männern zeigten Florian Zeisler (PTSV Rosenheim), Sieger der M45, und Andreas Träg (1. FCN Schwimmen), Sieger der M55, ihre Klasse.




