
Tobias Tent; Noah Cais; Georg Harpf; Marec Metzger; Clara Hegemann; Emma Lindner; Jule Lindner; Helena Kopp; Carina Beraz; Ronja Melzner; Bilder Theo Kiefner









Wattenscheid: Vier Titel für die U23 Athleten
Bei den Männern konnten die vier bayerischen Asse in ihrer Disziplin alle überzeugen und sich den Titel sichern. Bei den Frauen gab es dagegen, mit Ausnahme der U20-Athletin Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) im Hammerwurf, keine klare Favoritin. Umso erfreulicher sind die fünf zweiten Plätze der bayerischen Athletinnen.
In der Altersklasse U23 fehlte es im Sprint der Männer in Wattenscheid an Athleten, die in die Medaillenränge laufen konnten. Einzig die 4-mal-100-Meter-Staffel der LG Stadtwerke München konnte mit Bronze eine Medaille gewinnen. Dabei musste Dreispringer Benedikt Maurer als Schlussläufer einspringen.
Erfreulich ist, dass sich im bayerischen Mittelstreckenbereich aktuell einiges bewegt. Tobias Tent (LG Stadtwerke München) ging als Favorit über 1.500 Meter an den Start – nicht so sehr wegen seiner schnellen Zeit, die er im Vorfeld gelaufen war, sondern wegen seiner Fähigkeit, einen harten Spurt zu laufen. Diese musste er im Finale erneut zeigen, um sich knapp gegen Tim Kalis (LG Braunschweig) und Yannick Graf (TSV Gomaringen) durchzusetzen.
Noah Cais hatte keine guten Erinnerungen an das Lohrheidestadion. Vor einem Jahr war er bei der U20-DM am letzten Wassergraben gestürzt und musste das Rennen vorzeitig beenden. „Ich wusste, dass ich gewinnen kann, wenn ich konzentriert bleibe“, erzählte er nach dem Rennen. Die ersten beiden Kilometer war das Rennen nicht sehr schnell, erst als Silas Zahlten aus Münster das Tempo verschärfte, änderte sich das. Letztlich war es nur Noah Cais, der ihm folgen konnte und sich im Spurt den Titel in 8:44,96 Minuten sicherte.
Für Noah Cai waren die Titelkämpfe nach dem Hindernisrennen am Freitag noch nicht zu Ende. Sein Trainer Manuel Hein kündigte bereits an, dass Noah Cais auch über 800 Meter ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden kann. Im Vorlauf am Samstag konnte sich Cais an Jonas Storch (LG Stadtwerke München) orientieren, und beide erreichten gemeinsam das Finale.
Im Finale teilten sie sich eine Bahn und erneut bestimmte Storch das Tempo von der Spitze her. Auf der Zielgeraden setzte sich der Favorit Tom Stöber vom TV Wetzlar gegen Cais durch, der bis kurz vor der Ziellinie noch knapp in Führung lag. Bronze ging an Jonas Storch.
Für Georg Harpf (LG Stadtwerke München) ging es beim Kugelstoßen lediglich darum, seine Leistung zu bestätigen. Dies gelang dem deutschen Hallenmeister im dritten Durchgang mit einem Stoß auf 19,80 Meter. Die zwanzig Meter wurden es dieses Mal jedoch nicht. Trotzdem gewann er den Titel mit über einem Meter Vorsprung.
Marec Metzger (TSV Gräfelfing) konnte sich im Stabhochsprung seiner Sache nicht ganz so sicher sein. Die Bedingungen an der Stabhochsprung-Anlage waren mit einem wechselnden Wind nicht ganz einfach für die Springer. Am Ende waren es drei Sprünge, die Marec Metzger zum Titelgewinn benötigte. Nach übersprungenen 5,32 Metern musste er abwarten, ob sein Konkurrent Hendrik Hohmann die 5,37 Meter mit seinen zwei verbleibenden Versuchen überquerte. Dies gelang ihm jedoch nicht.
Benedikt Maurer (LG Stadtwerke München) und Keon Schmidt-Gothan (Munich Athletics) haben ihre Meisterschaft der U20 erst nächste Woche in Wattenscheid. Für sie war der Wettkampf bei den Älteren eine gute Gelegenheit, um zu zeigen, wo sie im Training stehen. Keon Schmidt-Gothan meisterte im Hochsprung 2,08 Meter und wurde damit Dritter. Benedikt Maurer gelang mit 15,61 Metern ein weiter Satz im Dreisprung, der ihm die Silbermedaille sicherte.
Der Zehnkämpfer Nils Kremling (LG Telis Finanz Regensburg) konnte sich überraschend mit einer persönlichen Bestzeit von 47,64 Sekunden für das Finale über 400 Meter qualifizieren. Wo er siebter wurde.
Bei den Frauen fehlte nicht viel zum Titelgewinn. Im Hammerwerfen waren es für Clara Hegemann nur 24 Zentimeter. Nach den sehr guten Wettkämpfen der letzten Wochen, bei denen sie sich der Siebzig-Meter-Marke bereits genähert hatte, waren die Erwartungen hoch. Nachdem ihre stärkste Konkurrentin, Jade Julien (LV 90 Erzgebirge), im ersten Durchgang einen guten Wurf vorgelegt hatte, zeichnete sich ein spannender Wettkampf ab. Erst im fünften Durchgang gelang Hegemann ein richtig guter Wurf, der mit 66,42 Metern aber nicht ganz zum Sieg reichte. Bronze ging mit einer Weite von 61,33 Metern an ihre Trainingspartnerin Johanna Marrwitz.
Jule und Emma Lindner (LG Bamberg) hatten die lange Wettkampfsaison der US-College-Meisterschaften schon in den Beinen. Für sie stellte die U23 DM den Abschluss einer langen Saison dar. Jule Lindner hatte sich vor einem Monat in Eugene dem bayerischen Rekord der U23 über 3.000 Meter Hindernis bereits bis auf drei Sekunden genähert. In der Jahresbestenliste lag sie damit knapp hinter Adia Budde (LAV Stadtwerke Tübingen). Entsprechend spannend war das Rennen zwischen den beiden, das sich erst auf den letzten Metern entschied. Budde konnte sich knapp gegen Jule Lindner durchsetzen.
Ähnlich war die Konstellation über 1.500 Meter zwischen Emma Lindner und Lera Miller (VfL Löningen). Allerdings wurde es in diesem Rennen kein Zweikampf um den Sieg, da das Tempo anfangs langsam war. Trotzdem zeigte Miller den besseren Spurt und gewann das Rennen vor Emma Lindner.
Im Kugelstoßen legte Helena Kopp (LG Stadtwerke München) im ersten Durchgang vor. Doch Emily Scherf (SC Neubrandenburg) konterte. Darauf hatte Kopp keine Antwort parat. Rang vier ging an ihre Trainingskollegin Johanna Guggemoos.
Im Dreisprung hatte Ruth Hildebrand (TSV Bayer 04 Leverkusen) einen klaren Leistungsvorsprung gegenüber den anderen Springerinnen, den sie auch zum Sieg nutzte. Carina Beraz (LAC Quelle Fürth) gehörte nach den Vorleistungen nicht zum engeren Kreis der Springerinnen, die um die Medaillen kämpfen sollten. Erschwerend kam für sie hinzu, dass der Wind sehr stark wechselte, was bei ihren Anlaufproblemen kein gutes Vorzeichen war. Bereits im zweiten Durchgang erreichte sie mit 12,95 Metern ihre persönliche Bestleistung und lag damit bis zum letzten Durchgang auf Platz zwei. Sie wurde jedoch von zwei Konkurrentinnen überholt, die beide 13,08 Meter weit sprangen. Mit einem sehr guten Sprung steigerte Carina Beraz ihre Bestweite auf 13,32 Meter und sicherte sich damit die Vizemeisterschaft. Christina Ammer (TuS 1860 Pfarrkirchen) wurde mit einer persönlichen Bestleistung von 12,91 Metern Fünfte.
Das Speerwerfen entwickelte sich aufgrund der wechselnden Winde zu einem schwierigen Wettkampf, mit dem nur wenige Athletinnen zurechtkamen. Nach einer Verletzungspause zeigte Ronja Melzner (LG Stadtwerke München) eine starke Leistung und sicherte sich mit einer Weite von 49,57 Metern die Bronzemedaille.
Für die 18-jährige Daryl Ndasi (Munich Athletics) war der Wettkampf über 100 Meter Hürden eine lehrreiche Erfahrung. Einerseits mit Blick auf die U20-DM in einer Woche, andererseits aber vor allem mit Blick auf die U20-Weltmeisterschaft. Bei der U20-DM ist sie wieder die Favoritin, bei der WM muss sie sich jedoch gegen zum Teil stärkere Konkurrentinnen durchsetzen. Was ihr mit Bronze und einer Zeit von 13,38 Sekunden gut gelang.