Nick Jäger; Maximilian Rath; Helmut Strobl und Wolfgang Leonhard; Mario Mahn; Elina Gradl; Michael Lang; Tina Klement; Elias Kolar; Rosalie Hausdorf; Bilder Theo Kiefner

05.05.2026 08:27 // Von: Theo Kiefner

DM Langstrecke: Deutsche Meistertitel und Bayerischer Rekord

Bei der Deutschen Langstreckenmeisterschaft in Celle konnten die bayerischen Läuferinnen und Läufer überzeugen. Den Titel über 10.000 Meter gewann Nick Jäger (Franconia Athletics), über 5.000 Meter siegte in der Altersklasse U20 Maximilian Rath (LG Stadtwerke München). In den Masters-Läufen über 5.000 Meter gingen vier Titel nach Bayern.

Als am Samstagnachmittag die Meisterschaftsläufe im Otto-Schade-Stadion gestartet wurden, kamen Erinnerungen an die Titelkämpfe von 2016 auf. Auch damals war es einer der ersten richtig warmen Tage im Mai. Dementsprechend waren die Erwartungen an ganz schnelle Zeiten beim 10.000-Meter-Lauf der Männer nicht sehr hoch. Aus bayerischer Sicht wurde nur Nick Jäger in Medaillennähe erwartet, nachdem der Hindernisläufer bei der 10-Kilometer-DM gezeigt hatte, dass er auch auf der längeren Strecke mithalten kann. Da es sein erster 10.000-Meter-Wettkampf auf der Bahn war, hielt er sich von Beginn an in der Spitzengruppe auf. Er lief immer hinter den Favoriten aus Leverkusen, die abwechselnd das Tempo bestimmten. 

Erst auf den letzten zwei Runden setzte sich Nick Jäger neben Jonathan Dahlke (TSV Bayer 04 Leverkusen) an die Spitze, um sich auf den letzten fünfhundert Metern abzusetzen. Mit einer Zeit von 29:17,45 Minuten gewann er den Titel. 

„Es war vielleicht nicht die feine Art, dass ich nur mitgelaufen bin und keine Führungsarbeit gemacht habe. Aber so sind Meisterschaftsrennen halt“, sagte Nick Jäger nach dem Goldlauf. Für ihn war es das „erste echte 10.000-Meter-Rennen“ seiner Karriere. Nun konzentriert er sich wieder auf die kürzeren Strecken. „In zwei Wochen starte ich in Pliezhausen über 2.000 Meter Hindernis“, kündigte er an.

In der U23 war mit Elias Kolar (LG Telis Finanz Regensburg) nur ein bayerischer Läufer am Start. Mit einer für ihn guten Zeit von 30:35,41 Minuten belegte er den sechsten Platz. Sein Vereinskollege Bastian Mrochen wurde mit einer Zeit von 30:11,46 Minuten Elfter im Feld der Männer. 

Bei den Frauen und der weiblichen U23 waren mit Rosalie Hausdorf (LG Stadtwerke München) und Tina Klement (LG Telis Finanz Regensburg) nur zwei Läuferinnen aus Bayern am Start. Tina Klement wurde in 36:55,98 Minuten Fünfte in der U23. Rosalie Hausdorf belegte im Feld der Frauen mit einer Zeit von 35:29,43 Minuten den 13. Platz.

Beim 5.000-Meter-Lauf der männlichen Jugend U20 ging es auf den ersten drei Kilometern noch relativ ruhig zu. Der Favorit Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde) hielt sich noch zurück. Mit in der Gruppe war Maximilian Rath (LG Stadtwerke München). Erst etwa 1 200 Meter vor Schluss beschleunigte Klonowski und sprengte die Spitzengruppe. Nur Maximilian Rath und Jonathan Albustin (LG Brillux Münster) konnten das Tempo mitgehen. Als es in die letzte Runde ging, hatte Rath keine gute Position. Doch der im Januar 17 Jahre alt gewordene Youngster nutzte eine Lücke zwischen seinen beiden Konkurrenten und schlüpfte hindurch. Es sollte der entscheidende Vorstoß sein.  Mit einer Zeit von 14:36,86 Minuten siegte Rath vor Klonowski (14:38,17 min) und Albustin (14:39,66 min). Letzterer gehört wie der Deutsche Meister noch der U18-Klasse an. Damit verbesserte Rath seinen bayerischen U18-Rekord um zehn Sekunden. „Ich habe mich auf der letzten Runde noch richtig gut gefühlt. 300 Meter vor Schluss gab es dann diese kleine Lücke, die ich genutzt habe“, jubelte Maximilian Rath nach seinem Coup.

5.000 Meter der Masters: 

Das erste Rennen am Samstagnachmittag war der Lauf der Altersklassen M65 bis M85. An der Spitze des Feldes setzte sich ein Trio aus den M65-Läufern Helmut Strobl (LG Allgäu) und Gerhard Zielinsky (TSV Rot-Weiß Zerbst) sowie dem M70-Läufer Wolfgang Leonhard (LG Allgäu) ab. Leonhard machte zunächst das Tempo und sorgte dafür, dass sich das Trio immer weiter vom Feld absetzen konnte. Als Strobl die Führung übernahm, sprengte er die Gruppe und lief in 19:45,26 Minuten als Erster vor Zielinsky ins Ziel. Wolfgang Leonhard gewann in 20:16,57 Minuten mit 26 Sekunden Vorsprung den Titel in der M70. 

Beim zweiten Masters-Rennen wurden die Titel in den Altersklassen M50, M55 und M60 vergeben. An der Spitze drehte ein Quintett aus drei M50- und zwei M55-Läufern seine Runden. Vier Läufer blieben bis zum finalen Kilometer zusammen, die Entscheidung fiel erst auf der letzten Runde. Die besten Beine hatte auf den finalen 400 Metern Tim Gollisch. Der Läufer der LG Göttingen zog davon und lief nach 16:41,35 Minuten als Sieger über die Ziellinie. Es folgten der M50-Vizemeister Carsten Hülss (ATS Buntentor Bremen; 16:45,25 Minuten) und der M55-Sieger Mario Mahn (SV Unterwössen; 16:46,35 Minuten). Mario Mahn zeigte sich zufrieden: „Das Tempo hat mir in die Karten gespielt“, so der M55-Meister.

Beim dritten Rennen waren die Läufer der Altersklassen M35, M40 und M45 an der Reihe. In der M35 lief Michael Eder (PTSV Rosenheim) in einem ganz engen Sprintfinale nur ganz knapp am Titel vorbei. Mit einer Zeit von 15:30,86 Minuten musste er sich Sebastian Elvers (TuS Sulingen) geschlagen geben, der mit 15:30,49 Minuten den Titel holte. In der M45 fiel die Entscheidung nicht ganz so knapp aus. Hier lief Michael Lang (Skivereinigung Amberg) in 15:40,34 Minuten zur Bronzemedaille. 

Bei den Mastersläuferinnen waren nur zwei bayerische Läuferinnen am Start. In der W35 gehörte Katka Wenzler (LG Würm Athletik) von Beginn an zu einem Trio das dass Rennen der W35 bis W50 anführte. Zu dritt spulten sie Runde um Runde ab. Erst auf dem letzten Kilometer beschleunigte Annika Börner (Ayyo Team Essen) deutlich und konnte Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach) abschütteln. Katka Wenzler blieb bis zum Schluss dran, konnte an ihrer Konkurrentin aber nicht mehr vorbeiziehen. Mit 17:39,19 Minuten setzte sich die Essenerin vor Katka Wenzler (17:36,08 min) und Kerstin Bertsch (17:48,76 min) durch. 

Hinter dem „Youngster-Trio“ lief die Siegerin der Altersklasse W45, Elina Gradl (SC Kemmern), nach 18:25,17 Minuten ins Ziel. Gradl war das Rennen sehr verhalten angegangen. Auf den letzten beiden Kilometern machte sie jedoch einen Platz nach dem anderen gut. Als vierte des Laufes war sie auch schneller als die Siegerin der W40.