
Oliver Tzschoppe - Felix Wunderlich; Kirsten De Baey-Ruzin - Konstantin Wedel; Dominik Friedrich, Tim Fischer und Joshua Frank; Kristina Höhn; Stefan Adam; Marisa Reu; Roland Meier; Manuela Glöckner; Michael Schwanda; Frank Petric; Bilder Theo Kiefner









Marathon in München: Aufwertung durch Bayerische Meisterschaften
München leuchtet: Die Landeshauptstadt zog am vergangenen Sonntag tausende Läufer und Zuschauer auf das Olympiagelände. Ob Topläufer und -läuferinnen oder Hobbyläuferinnen und Hobbyläufer – der Veranstalter MARATHON MÜNCHEN by Brooks konnte bei seiner zweiten Auflage einen enormen Teilnehmerzuwachs verzeichnen.
Mit unter anderem drei afrikanischen Läufern trafen die bayerischen Topathleten auf Konkurrenten, die ein schnelles Rennen erwarten ließen. Ein Déjà-vu-Erlebnis ergab sich für Oliver Tzschoppe, Felix Wunderlich (beide LG Erlangen) und Tobias Singer (TSV Herzogenaurach). Wie schon einige Wochen zuvor beim Marathon in der Fränkischen Schweiz bildeten sie auch in München, leicht versetzt zueinander, die Spitzengruppe der schnellsten bayerischen Marathonläufer. Eine Endzeit von 2:26 Stunden schien möglich. Allerdings wollte dann niemand mehr die Führungsarbeit übernehmen oder allein gegen den Wind laufen, sodass das Tempo spürbar nachließ. Bis Kilometer 35 passierten Tzschoppe und Wunderlich zeitgleich die Zeitmessmatten. Fünf Kilometer vor dem Ziel konnte sich Tzschoppe schließlich absetzen. Mit 40 Sekunden Vorsprung überquerte er das Ziel am „Siegestor“ und wurde mit der bayerischen Fahne als bayerischer Meister geehrt.
Der 37-Jährige hatte sich in den vergangenen Wochen ein eindrucksvolles Wettkampfprogramm auferlegt: Anfang September gewann er den Fränkische-Schweiz-Marathon, bei den Bayerischen Meisterschaften über die Halbmarathondistanz belegte er am 4. Oktober den dritten Platz, und nun lief er in München über 42,195 Kilometer eine neue Bestzeit. Bereits im Frühjahr hatte sich Tzschoppe einer ähnlichen läuferischen Herausforderung gestellt, unter anderem mit dem Obermain-Marathon und dem Ultra-Trail in Ebermannstadt.
In der Mannschaftswertung gewannen Julian Tim Fischer, Dominik Friedrich und Joshua Frank vom MTV 1881 Ingolstadt den Titel. Das Trio belegte dabei die Plätze vier bis sechs. Vor dem Trio sicherte sich Stefan Adam (TSV 1860 München) die Bronzemedaille.
Die schnellste Frau und zugleich Siegerin wie im Vorjahr war Nina Reuter (Frankfurt Athletics) mit einer Zeit von 2:32:01 Stunden. Unter den Top Ten des Frauenwettbewerbs findet sich auch die ehemalige Olympionikin Corinna Harrer-Oswald (LG Telis Finanz Regensburg).
Und wer darf sich bayerische Meisterin 2026 über die Marathondistanz nennen? Nach ihrem Titel bei den Bayerischen Berglaufmeisterschaften in Anger konnte sich Kirsten De Baey-Ruzin erneut von Vizepräsident Willi Wahl die Siegermedaille überreichen lassen. Bereits nach zehn Kilometern lag sie mehrere Minuten vor ihrer bayerischen Konkurrentin und Zweitplatzierten Kristina Höhn (TSV 2000 Rothenburg). Bronze ging am Ende an Marisa Reu (PTSV Rosenheim).
Im Sommer startet die technische Marketingmanagerin bei Bergläufen. In diesem Jahr standen unter anderem der Mont-Blanc-Marathon und der Jungfrau-Marathon auf ihrem Programm. Zu ihrem erfolgreichen Straßenmarathon am vergangenen Sonntag resümiert die 35-Jährige: „Dieser Lauf war nach meinen Bergläufen so eine Art Abschluss der Saison unten im Tal, ähnlich wie es den Kühen im Herbst ergeht.“ Den Streckenverlauf in München beurteilt die routinierte Läuferin als anspruchsvoll, da er etwas wellig und verwinkelt sei.
Die Teamwertung der Frauen gewann das Trio Cordula Steinweg, Sonja Herbst und Bettina Stiefenhofer vom TSV Wiggensbach.
Natürlich gingen bei diesen Bayerischen Meisterschaften auch mehrere Seniorinnen und Senioren an den Start. Mehreren Titelgewinnern gelang dabei sogar der Klassensieg in der Gesamtwertung ihrer jeweiligen Altersklasse. Dazu gehörten Roland Meier (LG Allgäu) in der M50, Erwin Zellner (DJK Fürsteneck) in der M65 und Manuela Glöckner (SC Kemmern) in der W50. Sie kritisierte die Zusammenführung der Marathon- und Halbmarathonläufer: „Es wurde zu eng, und es ist dann schwierig, weil langsamere Halbmarathonläufer auf die Strecke kommen und die Marathonläufer zum Teil ausbremsen.“
Theresa Meier (TV Weiden) siegte in der W65 mit einer Zeit von 3:59:55 Stunden und blieb damit deutlich unter dem Medaillenstandard des BLV. Christine Schrenker-Schöpf (TV 1848 Coburg) erreichte nach 3:44:53 Stunden das Ziel. Sie bestritt in München ihren 38. Marathon und lobte ausdrücklich die Verpflegungsstationen entlang der Strecke.
Die wohl außergewöhnlichste Leistung im Seniorenbereich zeigte Frank Petric (Team Klinikum Nürnberg) in der M60. Seine persönliche Bestzeit liegt nach 30 Marathonläufen bei 2:47 Stunden. In München überquerte der 60-Jährige bereits nach 2:53:07 Stunden die Ziellinie.