Aichach: Masters-Weltrekord von Gerhard Zorn
„Die Veranstaltung war top organisiert“, lobte Zorn die ausrichtende LG Aichach-Rehling. 30 Helfer und Kampfrichter unterstützten ihre Vorsitzende Gisela Regele bei der Veranstaltung. Das sehr gute Wetter erfreute nicht nur die Sportler, sondern auch die Organisatoren, die sich über den Sommertag im Herbst freuten.
„Die Saison war für mich schon vor dem Wettkampf eine herausragende gewesen“, stellte Gerhard Zorn fest. Und das zu Recht. Er holte vier Titel bei der Masters-Weltmeisterschaft in Südkorea und stellte zwei Europarekorde über seine Lieblingsstrecken 200 Meter und 400 Meter auf. Einzig der Weltrekord wollte über beide Strecken nicht fallen. Für den Mehrkampf hatte sich der 70-Jährige vorgenommen, den deutschen Rekord von Basilius Balschalarski zu verbessern. „Der bayerische Rekord (bisher Gregor Strasshofer mit 3405 Punkten) sollte es auf jeden Fall werden, und natürlich hatte ich auch nachgeschaut, wo der deutsche Rekord liegt“, beschreibt Zorn seine Herangehensweise an die Titelkämpfe.
Nach den ersten vier Disziplinen – Weitsprung, Speerwurf, 200 Meter und Diskuswurf – schaute er auf den Mehrkampfrechner, um zu sehen, wie schnell er die abschließenden 1500 Meter laufen musste, um den deutschen Rekord zu verbessern. „Da habe ich mir einen Läufer herausgesucht, der etwas schneller als die nötigen 6:35 Minuten laufen wollte“, beschreibt er seine Herangehensweise an den letzten Teil des Mehrkampfs. Dabei lief es für ihn so gut, dass er auf den letzten 150 Metern noch einmal zum Spurt ansetzte und die 1 500 Meter in 6:08,24 Minuten lief. Damit verbesserte Gerhard Zorn den zehn Jahre alten deutschen Rekord von Basilius Balschalarski erheblich auf 3829 Punkte. Für Balschalarski war es halb so schlimm, dass er den Rekord verloren hatte. Er verbesserte mit 3.444 Punkten den M80-Weltrekord des US-Amerikaners Sherwood Sagendal um 264 Punkte und wurde dafür in Aichach gefeiert.
Das war bei Gerhard Zorn etwas anderes. „Ich habe erst viel später bemerkt, dass ich den Weltrekord verbessert habe“, erzählt er. Auf der Heimfahrt wollte er nachsehen, um wie viele Punkte Balschalarski den Weltrekord verbessert hatte. Dabei sah er, dass der M70-Weltrekord des Niederländers Wim Threels bei 3 827 Punkten stand. „Da habe ich einige Sekunden gebraucht, um zu realisieren, dass ich den Rekord verbessert habe, wenn auch nur um zwei Punkte“, beschreibt er den Moment im Auto auf der Heimfahrt.
