
Raffieu Deen Johnson + Fabian Olbert; Celine Kränzle + Svenja Pfetsch; Georg Harpf; Jonathan Toldy; Videowall; Carina Beraz; Ulrike Giesa; Jakob Nützel; Kilian Schwarzensteiner; Ronja Melzner; Bilder Theo Kiefner









Bayerische Meisterschaft: Überzeugende Sprints und Würfe
Das Team der LG Hof hatte sich eine augenscheinliche Neuerung einfallen lassen. Eine Videowand, auf der die Zuschauer auf der Tribüne die Ergebnisse und die Zieleinläufe als Videosequenzen sehen konnten. Dies war nur möglich, da die Anlage von den Fußballerinnen des 1. FC Hof genutzt wird und deswegen vor Ort ist. Insgesamt waren es gute Meisterschaften in einem Stadion, das sich aufgrund seiner Größe gut für bayerische Meisterschaften eignet.
Das Wetter am Samstag war eher für Langstreckenläufe geeignet und weniger für Sprint und Sprung. Bei Temperaturen um 18 Grad und leichtem Regen war es das genaue Gegenteil zum Sonntag, an dem es bis zu 28 Grad warm war.
Vor diesem Hintergrund waren die 100-Meter-Zeiten schon ganz gut. Dazu trug auch bei, dass der Favorit Fabian Olbert (Munich Athletics) im Finale von Raffieu Deen Johnson (TSV Penzberg) gefordert wurde. So konnte Olbert den Stadionrekord auf 10,44 Sekunden verbessern und Johnson steigerte seine zwei Stunden alte persönliche Bestzeit auf 10,54 Sekunden. Am Sonntag gewann Olbert auch den 200-Meter-Titel vor Leo Schramm (LG Bamberg).
Der 100-Meter-Sieg von Svenja Pfetsch (Munich Athletics) war eine ganz knappe Angelegenheit. Mit 11,56 Sekunden setzte sie sich gegen Celine Kränzle (SC Vöhringen) durch. Diese benötigte 11,58 Sekunden. Über 200 Meter war es dann eine ganz klare Angelegenheit für die Deutsche Hallenmeisterin. Mit 23,21 Sekunden zeigte sie hier eindrucksvoll ihre Klasse. „Die 200 Meter liegen mir einfach besser als die 100 Meter, da laufe ich viel lockerer“, erzählte Pfetsch nach dem Lauf.
„Heute bin ich mehr Trainer und werde nur wenige Sprünge machen“, kündigte Benedikt von Hardenberg (LAC Quelle Fürth) vor dem Dreisprung-Wettkampf an. „Die Muskulatur hat sich noch nicht von der DM erholt“, lieferte der Deutsche Vizemeister die Begründung nach. Als Sebastian Schleifnik (LAZ Obernburg-Miltenberg) im letzten Durchgang mit 14,12 Metern einen Zentimeter weiter sprang als von Hardenberg im dritten Durchgang, musste dieser doch noch einmal Anlauf nehmen. Mit 14,27 Metern sicherte er sich den Titel.
Für einige Aufregung sorgte das 110-Meter-Hürdenfinale der Männer. Sechs der acht Athleten stürzten, da die Markierung für die sechste Hürde falsch angebracht war und der Abstand zur nächsten Hürde einen Meter zu kurz war. Glücklicherweise verletzte sich keiner der Athleten, sodass das Finale zum Zeitpunkt des Einlageslaufs durchgeführt werden konnte. Nachdem alle Hürden den richtigen Abstand hatten. Da setzte sich Jonathan Toldy vor seinem Teamkollegen Jannick Straub (beide LG Stadtwerke München) durch. Bei den Frauen über 100 Meter Hürden konnte sich Johanna Büchs (LG Main-Spessart) überlegen den Titel sichern.
Von den elf Bayern, die nach der DM letzte Woche vom DLV für die Europameisterschaft nominiert wurden, war in Hof nur Kugelstoßer Georg Harpf (LG Stadtwerke München) am Start. Sein Trainer Andreas Bücheler hatte dafür eine einfache Erklärung: „Georg benötigt den Wettkampf-Rhythmus, und wir sind sowieso in Weißenstadt im Trainingslager, da ist es bis Hof nicht weit.“ Bücheler hat auch noch etwas Konkurrenz für seine Werfer mitgebracht, denn auch einige Werfer des SV Halle befinden sich zum Training in Weißenstadt. Georg Harpf gewann den Wettkampf mit einer Weite von 19,65 Metern vor Philipp Thomas (SV Halle), der 18,60 Meter weit stieß. Bayerischer Vizemeister wurde Sandro Koizer (DJK SV Ost Memmingen) mit einer Weite von 14,24 Metern. Den Titel bei den Frauen gewann Helena Kopp (LG Stadtwerke München) mit 16,08 Metern.
Beim Diskuswurf der Männer gewann Jakob Nützel (LG Neumarkt-Freystadt) nach dem Titel bei der U23 auch in Hof. Er erzielte dabei eine Weite von 55,77 Metern.
Beim Diskuswurf der Frauen kam es zum Aufeinandertreffen der Generationen. Den Titel gewann die 20-jährige Laura Jungnickl (LG Fichtelgebirge) mit einer Weite von 46,40 Metern vor Ulrike Giese (LG Oberland) mit 45,39 Metern. Nach der Siegerehrung meinte Giese: „Ich wollte nur mal sehen, ob ich noch mithalten kann mit den Jungen.” Das funktioniert bei der U20-Europameisterin von 2003 ganz offensichtlich noch.
Die Mittelstreckenrennen waren eher taktisch geprägt. Das war beim 800-Meter-Lauf der Männer ganz deutlich zu sehen. Hier konnte sich der 18-jährige Noah Möller (LAC Quelle Fürth) den Titel vor Kilian Schwarzensteiner (SWC Regensburg) sichern. Der Deutsche Meister der Altersklasse M35 sicherte sich hingegen den Titel über 1.500 Meter. Bei den Frauen ging der Titel über 800 Meter an Corinna Braun (Munich Athletics) und über 1.500 Meter an Darja Michel (TuS Traunreut).