Masters-Berglauf-WM: Titel und Medaillen für bayerische Athleten
Den meisten fällt bei Tschechien und Bergen wenig ein, dabei hat unser östliches Nachbarland an seiner Grenze zu Polen mit dem Riesengebirge ein beeindruckendes Gebirge. An dessen östlichen Ausläufern liegt der Kurort Janské Lázně (Johannisbad) am Fuße des 1 299 Meter hohen Černá hora (Schwarzenberg), der wie das gesamte Riesengebirge Teil eines Nationalparks ist. Dieser ist vergleichbar mit dem Bayerischen Wald.
Das Wetter, das im Freistaat zur Absage vieler Veranstaltungen geführt hatte, war ähnlich heiß. Mit frühen Startzeiten und mehr Verpflegungsstellen an der Strecke versuchten die Veranstalter, die Auswirkungen abzumildern. Doch selbst Athleten, die angaben, mit Hitze gut zurechtzukommen, hatten riesige Probleme mit den Temperaturen.
Freitag: Berglauf 7,8 Kilometer 851 Höhenmeter
Die Strecke führte vom Kurpark bis zur oberen Seilbahnstation unterhalb des Gipfels. Bereits in diesem ersten Rennen konnten die Masters-Läufer aus Bayern überzeugen. Schnellster Läufer aus Bayern war Thomas Langer (LG Allgäu) mit einer Zeit von 49:11 Minuten. Damit wurde der Läufer der Altersklasse M55 33. der Gesamtwertung (ab M35) und gewann Bronze in seiner Altersklasse. In der Teamwertung gewann das deutsche M55-Team überlegen den Titel, da Markus Mey und Heiko Schneider mit den Plätzen zwei und fünf ebenfalls stark liefen.
In der M65 ging der Team-Titel ebenfalls an Deutschland, genauer gesagt an Bayern. Winfried Huber holte sich hier mit einer starken Zeit von 53:05 Minuten seinen ersten Titel. Auf den Plätzen vier und sechs kamen mit Helmut Strobl und Wolfgang Leonhard (beide LG Allgäu) schon die nächsten deutschen Läufer ins Ziel.
In der M70 gab es erneut den Team-Titel für Deutschland mit drei Läufern aus Bayern. Hier wurde es richtig eng: Nur zwei Punkte lagen zwischen Deutschland und Österreich. Den Unterschied machte nicht der erste Läufer – der Österreicher Peter Flunger gewann den Titel vor Ludwig Lang (SVG Ruhstorf/Rott) –, sondern der dritte Läufer. Das war für Deutschland Ludwig Bichler (FT Jahn Landsberg), der Sechster wurde und damit einen Platz vor dem dritten Österreicher ins Ziel kam. Siegfried Haas (RSC Neukirchen) gewann Bronze.
Mit einer Zeit von 1:00:06 Stunden war Alexandra Gundel (LG Allgäu) die schnellste bayerische Läuferin. In der Altersklasse W55 belegte sie damit den fünften Platz. Zusammen mit Christine Sigg-Sohn (3.) und Ute Rohregger (13.) gewann sie zudem den Titel in der Teamwertung.
In der Altersklasse W60 ging der Team-Titel ebenfalls an das Trio aus Deutschland. Genauer gesagt an drei Läuferinnen der LG Allgäu. Das Trio Sabine Kraus, Gertrut Ott und Angelika Rauh lief ebenfalls wie ein Team. Mit den Plätzen vier, fünf und sechs gewannen sie den Titel klar vor dem tschechischen Team.
Mit ihrem vierten Platz in der W65 legte Gertrud Härer (LG Erlangen) den Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende. Am Anfang stand hier der Titel mit dem Team.
Samstag: Long Distance Race 22,17 Kilometer und 1.332 Höhenmeter
Im ersten Teil der Strecke wurden weite Teile der Wege genutzt, die schon beim Berglauf gelaufen wurden. Zusätzlich war eine Runde um den Gipfel zu laufen, bevor es zurück zum Start ging. Hier waren nur wenige Teilnehmer aus Bayern am Start.
Wie schon am Tag zuvor stürmte Winfried Huber zum nächsten Weltmeistertitel in der Altersklasse M65. Mit einer Zeit von 2:07:27 Stunden hatte er einen Vorsprung von 12 Minuten auf den zweitplatzierten M65-Läufer. Mit Hans Bouricha-Hörmann (LG Allgäu) auf dem fünften Platz und Detlef Beutling auf dem 21. Platz ging auch der Team-Titel nach Deutschland.
Bei den Frauen der W65 war der Abstand zwischen Platz eins und zwei noch größer. Gertrud Härer hatte im Ziel einen Vorsprung von achtzehn Minuten auf die Schweizerin Pia Hegner.
In der Altersklasse W55 sicherte sich Alexandra Gundel die Bronzemedaille. Auch hier gab es zu wenige Läuferinnen für ein deutsches Team.
Sonntag: Up & Downhill Race 8,95 Kilometer mit 594 Höhenmetern
Es wurde erneut die bekannte Strecke gelaufen, allerdings nicht bis ganz hoch zur Bergstation. Die Strecke umfasste einen steilen Anstieg über eine Skipiste, einen anspruchsvollen Downhill und flache Passagen über technische Trails. Insgesamt war es ein schnelles Rennen.
Schnellster bayerischer Läufer war Markus Bergler (Skivereinigung Amberg). Nach 43:47 Minuten erreichte er als Fünfter der Altersklasse M40 das Ziel. Zusammen mit den beiden Thüringern Marcel Krieghoff (2.) und Daniel Greiner (10.) sicherte er sich den Weltmeistertitel mit dem DLV-Trio. Am Vortag hatte Bergler mit dem Team schon Silber gewonnen.
In der Altersklasse M55 konnte sich Thomas Langer die Silbermedaille in der Einzelwertung sichern. Damit legte er den Grundstein für den überlegenen Sieg in der Teamwertung. Mit dabei waren Markus Mey (5.) und Josef Streicher (TSV Peißenberg) als Achter.
In der Altersklasse M65 gewann Winfried Huber nach seinen beiden Titeln noch die Bronzemedaille.
Die nächsten Titel für die LG Allgäu gewann Otto Hörmann in der Altersklasse M70. Er gewann den Einzeltitel und zusammen mit Michael Wolter (SV Bergdorf Höhn), der Bronze gewann, sowie Jürgen Sigler (11.) den Team-Titel.
Neben Winfried Huber war die W55-Läuferin Alexandra Gundel eine der wenigen, die alle drei Rennen bestritten hatte. Erneut gab es für sie einen fünften Platz und dazu die Silbermedaille mit dem Team.

