Florian Schmied; Amelie Giese + Munachi Eze; Timur Ilik + Julian Rylke; Jakob Sand; Maximilian Rath; Emil Oppelt; Jakob Kemminer; Bilder Theo Kiefner

18.05.2026 13:13 // Von: Theo Kiefner

Normen und Rekorde: Starkes Wochenende beim Nachwuchs.

Auch ohne Meisterschaft war das Wochenende ein sehr erfolgreiches für den Bayerischen Nachwuchs. Bei den Meetings in Halle (Saale), hier waren es die Werfer, in Pliezhausen waren es die Läufer und Sprinter, die Sprinter konnten auch in München überzeugen. Dabei gab es zwei Bayerische Rekorde und fünf U18 EM Normen und eine U20 WM Norm zu feiern.

München

 

Bei typischem Aprilwetter fand am Samstag das 39. Ludwig-Jall-Sportfest statt. Die Temperaturen und der wechselnde Wind waren keine guten Voraussetzungen für schnelle Zeiten im Sprint. Die Athletinnen und Athleten der U18 ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. 

Das zeigte sich bereits bei den 100-Meter-Hürden, wo sich Munachi Eze (LAC Quelle Fürth) und Amelie Giese (TSV Zirndorf) erneut ein starkes Rennen lieferten. Mit einem leichten Rückenwind blieb Munachi Eze in 13,63 Sekunden klar unter der Norm für die U18-EM in Rieti. Der deutschen U16-Meisterin Amelie Giese fehlten in 13,84 Sekunden nur neun Hundertstel zur Norm. 

Keine Norm, aber für einen Zehnkämpfer überragende Leistungen, lieferte der 16-jährige Jakob Sand (TSV 1860 Ansbach) mit 10,80 Sekunden über 100 Meter und 14,05 Sekunden über 110 Meter Hürden ab. Über beide Strecken blieb er nur knapp über der EM-Norm: Über 100 Meter waren es 0,05 Sekunden und über die Hürden 0,10 Sekunden. Das sind gute Vorzeichen für den Zehnkampf in Bernhausen.

Die beiden schnellsten bayerischen Sprinter dieser Altersklasse, Julian Rylke (LG Würm Athletik) und Timur Ilik (LAC Quelle Fürth), waren auf der Suche nach mehr Konkurrenz über 100 Meter bei der U20 gestartet. Im Vorlauf verhinderte ein zu starker Rückenwind von 2,4 m/s, dass Timur Iliks Zeit von 10,68 Sekunden anerkannt wurde. Im Finale gab es leichten Gegenwind, sodass die Zeiten nicht ganz so schnell waren. In 10,83 Sekunden gewann Ilik vor Rylke, der 10,87 Sekunden lief.

Über 200 Meter war es fast windstill, als Rylke und Ilik erneut gegeneinander antraten. Mit 21,44 Sekunden gewann Ilik erneut vor Rylke, der 21,62 Sekunden lief. Damit blieben beide unter der EM-Norm von 21,75 Sekunden. „Wer zur EM fährt, wird erst bei der DM im Juli entschieden. Da können auch noch andere mitmischen“, bremste Peter Rabenseifer, Trainer von Julian Rylke, die aufkommende Euphorie. 

 

Pliezhausen

 

Das Läufermeeting in Pliezhausen ist für seine starken Felder über Mittelstrecken und Hindernisse bekannt. Seit einigen Jahren testet der DLV dort auch seine Nachwuchs-Sprintstaffeln – und das mit Erfolg. Gleich bei einem der ersten Läufe des Meetings durfte der 17-jährige Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) an den Start gehen. Der frisch gekürte Deutsche Meister über 5.000 Meter der U20 wollte die U18-EM-Norm über 3.000 Meter erfüllen. Dafür hatte er im B-Lauf beste Voraussetzungen. Ein gleichmäßiges Tempo und Konkurrenz bis zum letzten Meter halfen ihm dabei. Im Spurt gegen Yannick Graf (TSV Gomaringen) wurde er Zweiter. Mit seiner Zeit von 8:14,75 Minuten blieb er neun Sekunden unter der EM-Norm von 8:24,00 Minuten. Das war zugleich sein dritter Bayrischer Rekord in diesem Jahr! 

Im A-Lauf blieb sein Teamkollege Levin Saveur mit starken 8:04,99 Minuten nur eine Sekunde über der Norm für die U20-Weltmeisterschaft in Eugene, USA. 

Für die Hindernisläufer der U18 ging es über 2.000 Meter um die Norm für Rieti. Mit einer Steigerung seiner persönlichen Bestzeit auf 5:59,78 Minuten konnte Emil Oppelt (LG Sempt) diese Norm erfüllen.

Die DLV-Staffeln der U20 durften zwei Rennen absolvieren. Im ersten Lauf über 4 x 100 Meter blieb die erste Staffel mit Schlussläufer Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) in 39,83 Sekunden unter der 40-Sekunden-Marke. Die Norm für die WM (40,75 Sekunden) konnte auch die zweite Staffel mit Sebastian Hetzner (LAC Passau) erreichen. Auch bei der weiblichen U20 blieben beide Staffeln unter der WM-Norm. In der zweiten Staffel waren Daryl Ndasi (Munich Athletics) und Emma Seng (LG Stadtwerke München) dabei.

 

Halle (Saale) 

 

Auch bei der 51. Auflage der Werfertage in Halle sind diese für die deutschen Werferinnen und Werfer ein Pflichttermin. Wieder mit dabei ist die starke Werfergruppe aus München. An ihrer Spitze steht Kugelstoßer Georg Harpf (LG Stadtwerke München). 

Das Top-Ergebnis aus bayerischer Sicht gelang jedoch dem Speerwerfer Florian Schmid (LG Stadtwerke München). Er gewann am Sonntagnachmittag den Wettkampf der U23 mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 79,33 Metern und stellte damit auch einen neuen Bayerischen U23-Rekord auf. 

Den ersten Wettkampf am Samstagmorgen, das Hammerwerfen der weiblichen U20, hatte Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) mit klarem Vorsprung und einer Weite von 66,72 Metern gewonnen. Die Norm für die U20-WM (59 Meter) hat die U18-Europameisterin schon lange erreicht.

Im Hammerwurf der weiblichen U16 setzte sich Rosina Holzhey (TV Hindelang) mit großem Vorsprung durch. Mit einer Weite von 59,52 Metern blieb sie nur 19 Zentimeter unter ihrer eine Woche alten bayerischen Bestleistung der Altersklasse W14. 

In der U23 gewannen Georg Harpf das Kugelstoßen mit 19,38 Metern und seine Teamkollegin Helena Kopp mit einer Weite von 16,47 Metern.