Bild 1+2 Carla Hegemann; Johanna Marrwitz; Kai Konopacki; Milena Horbach; Luisa Tremel (Archivbild); Louis Jungblut; Bilder Theo Kiefner

25.02.2026 12:07 // Von: Theo Kiefner

DM Winterwurf: Vier Titel und ein Bayerischer Rekord

Bei der Deutschen Winterwurfmeisterschaft im Sindelfinger Floschenstadion überzeugten die bayerischen Werferinnen und Werfer. Trotz des zum Teil heftigen Regens waren die Leistungen überzeugend. Vier Titel gingen nach Bayern. Hervorzuheben ist Clara Hegemann (LG Stadtwerke München), die bei ihrem Sieg im Hammerwurf die bayerischen Rekorde der U20 und U23 verbesserte. Insgesamt war die Werfergruppe aus München, trainiert von Andreas Bücheler und Florian Partenfelder, im Hammerwurfring wieder eine sichere Bank für Medaillen und Titel.

Wer am Freitag und Samstag den Weg zum Werferplatz neben dem Floschenstadion auf sich nahm, benötigte regenfeste Kleidung. Die Erwartungen an gute Leistungen wurden durch das Wetter gedämpft. Die Athletinnen und Athleten ließen sich davon jedoch nicht so sehr beeinflussen. 

Das war vor allem am Samstagmorgen (9:30 Uhr) beim Hammerwurf der U20 zu sehen. Nach ihrer Vorleistung von 64 Metern war Clara Hegemann die klare Favoritin. Im Hammerwurfring musste das Wasser immer wieder herausgewischt werden. Das war für Hegemann kein Problem, die nach einem ungültigen ersten Versuch ihre Serie von 60-Meter-Würfen begann. Im vierten Durchgang stimmte nahezu alles, und sie warf den vier Kilogramm schweren Hammer 67,74 Meter weit. Damit verbesserte sie den bayerischen U20-Rekord ihrer Trainingspartnerin Johanna Marrwitz um 1,62 Meter und den fast 28 Jahre alten U23-Rekord von Kristin Münchow (LAC Quelle Fürth) um 92 Zentimeter. Zum deutschen U20-Rekord von Nova Kienast fehlten nur 80 Zentimeter. Diese Leistungssteigerung kommt nicht von allein. Clara Hegemann hat eine Erklärung dafür: „Ich habe im Aufbautraining ein ganz anderes Gefühl für den Hammer entwickelt als letztes Jahr. Auch durch die Kraft, die ich dazugewonnen habe, fühlt sich das Drehen noch einmal ganz anders und leichter an.“ Nach diesem Erfolg und mit einem guten Gefühl im Gepäck beginnen nun die Vorbereitungen für den Sommer. Die ersten Wettkämpfe finden erst im April statt. In der Vorbereitung geht es auch darum, die Technik weiter zu verbessern. „Die vierte Drehung ist noch eine Schwäche“, findet Clara Hegemann. Dies ist eine der Stellschrauben, um noch größere Weiten zu erzielen. 

Beim Wettkampf der Frauen einige Stunden später war das Wetter immer noch genauso bescheiden wie am Morgen. Auch Johanna Marrwitz (LG Stadtwerke München) schleuderte den Hammer im vierten Durchgang am weitesten. Für sie wurde eine Weite von 65,17 Metern gemessen. Damit verbesserte sie sich auf den dritten Platz. Diesen konnte sie bis zum Ende halten. Als bestplatzierte U23-Athletin sicherte sich die zwanzigjährige Münchnerin damit einen Startplatz beim EA-Wurf-Cup in Nikosia auf Zypern Mitte März. 

Bereits am Freitag wurden im Hammerwurf die Titel der U18 vergeben. Zunächst waren die Hammerwerferinnen an der Reihe. Aus der starken Werfergruppe der LG Stadtwerke München waren Christina Auer und Milena Horbach am Start. Im Sommer hatte Milena Horbach den Titel bei der deutschen U16-Meisterschaft gewonnen. In Sindelfingen setzte sie sich mit ihrem ersten Versuch von 58,07 Metern an die Spitze des Feldes. Auf dem dritten Platz folgte Christina Auer mit 51,80 Metern. Im vierten Durchgang konnte sich Horbach noch auf 58,76 Meter steigern. Trotz des Sieges war Milena Horbach nicht ganz zufrieden: „Ich wollte schon die 60 Meter werfen.“

Nachdem Merlin und Matti Hummel vom UAC Kulmbach zu Eintracht Frankfurt gewechselt sind, gibt es in der oberfränkischen Werferhochburg mit Kai Konopacki erneut ein großes Talent. „Es war schon cool, bei Flutlicht zu werfen“, fand Kai Konopacki (UAC Kulmbach) nach seinem ersten Wettkampf unter Flutlicht. Der 16-jährige Oberfranke blieb dabei mit drei Würfen über seiner drei Wochen alten persönlichen Bestleistung. Mit 67,34 Metern aus dem fünften Versuch steigerte er diese um zwei Meter. Linus Holzhey (TV Hindelang) wurde Siebter.  

Im Hammerwurf der U20 sicherte sich Matti Hummel den Titel, Philip Hartmann (DJK Aschaffenburg) wurde Fünfter. Bei den Männern belegte Linus Liebenwald (UAC Kulmbach) den siebten Platz.

Vor den Titelkämpfen gab es aus bayerischer Sicht im Speerwurf nur einen Kandidaten für einen Titel: Oliver Zeno Ispan (LG Stadtwerke München) führte die Jahresbestenliste der U18 an. Sein Trainer Jonas Bonewit erklärte sein Fehlen: „Nach der Bayerischen Meisterschaft hatte er Probleme mit dem Ellbogen, die sind nicht ganz weggegangen. Da haben wir wegen des Verletzungsrisikos auf einen Start verzichtet.“ Trotzdem konnte sich Bonewit über den Titelgewinn eines seiner Schützlinge freuen. Bei den Frauen steigerte Luisa Tremel (LG Stadtwerke München) ihre persönliche Bestleistung um zwei Meter auf 56,40 Meter. „Die Favoritinnen sind alle mit den Bedingungen nicht zurechtgekommen, aber Luisa hat das überragend gemacht“, fand Bonewit lobende Worte für seine Athletin. Nun winkt ihr ein Einsatz im Nationaltrikot beim EA-Wurf-Cup.

Auch bei den Männern waren zwei Athleten aus Jonas Bonewits Trainingsgruppe am Start. Sie durften am Sonntag bei schönem Wetter werfen. Dabei steigerten Jakob Eberler (LG Landkreis Roth) und Florian Schmid (LG Stadtwerke München) ihre persönlichen Bestleistungen jeweils um zwei Meter auf nun 77,95 bzw. 76,91 Meter. Eberler wurde mit nur 81 Zentimetern Rückstand auf den Ex-Weltmeister Johannes Vetter (LG Offenburg), der sich nach mehreren Verletzungen noch im Aufbautraining befindet, Vierter. Schmid wurde Fünfter.

Fast hätte es bei der U18 auch ohne Ispan einen Titel für Bayern gegeben. Louis Jungblut (TSV Unterhaching), im letzten Jahr Deutscher Meister bei der U16, steigerte im zweiten Durchgang seine persönliche Bestleistung um zwei Meter auf 66,37 Meter und ging in Führung. Im vierten Durchgang warf Quentin Albers (SC Potsdam) seinen Speer auf 66,41 Meter. Diese vier Zentimeter machten am Ende den Unterschied zwischen Gold und Silber aus. Lennard Wechsler (LG Landkreis Roth) wurde Sechster.  

Trotz ihrer Bronzemedaille war Konstanz Irlinger (TSV Jetzendorf) im Speerwurf der U20 nicht wirklich zufrieden. Die deutsche Meisterin des letzten Jahres kämpfte mit leichten technischen Problemen, sodass ihr mit 46,16 Metern gut ein Meter zur Goldmedaille fehlte. Elisa Hölzlwimmer (SC Schönau) wurde Vierte und Franziska Höchstetter (LG Stadtwerke München) Siebte. Bei den Speerwerfern dieser Altersklasse belegte Marcel Neumann (LG Stadtwerke München) den fünften Platz.

Im Dauerregen erkämpften sich die Speerwerferinnen der U18 drei Podestplätze. Marie-Kristin Kunz (TSV Münnerstadt) belegte Platz fünf, Magdalena Heinz (SV Steinheim) Platz sechs und Alea Brunec (TV Geisenfeld) Platz acht.

Beim Diskuswurf waren nur Nachwuchsathleten aus Bayern am Start. Die besten Ergebnisse gab es dabei in der männlichen U20. Tom Hedtstück (LAG Mittlere Isar) und Christoph Zierer (TSV Plattling) waren am Tag vor dem Diskuswurf noch beim Kugelstoßen im Glaspalast am Start. „Da hat Tom schon gezeigt, was möglich ist“, freute sich sein Trainer Joachim Lipske. Im Diskusring gelang ihm sogar noch mehr. Mit drei Würfen über 48 Meter – der weiteste war 48,32 Meter – zeigte er eine Konstanz, die ihm beim Kugelstoßen noch gefehlt hatte. Zur Bronzemedaille fehlten ihm nur 22 Zentimeter. Der ein Jahr jüngere Christoph Zierer konnte zeigen, dass ihm das Diskuswerfen mehr entgegenkommt. Mit 48,22 Metern belegte er den fünften Platz. 

In der Altersklasse U18 gelang Benedikt Gstatter (LG Stadtwerke München) mit einer Saisonbestleistung von 51,22 Metern der fünfte Platz. Auch für Sophie Garza (TSV Bad Endorf) waren die 38,92 Meter eine Saisonbestleistung, mit der sie den siebten Platz erreichte.