Timur Ilik; Isabella Tikovsky; Oliver Zeno Ispan; Lea Völcker; Maximilian Rath; Jakob Sand; Milena Horbach und Christina Auer; Emil Oppelt; Alexander Mann; Catherine Wehrmann; Bilder Theo Kiefner

07.07.2026 11:13 // Von: Theo Kiefner

Wattenscheid: Fünf Titel für U18 Athleten

Zum Auftakt der Meisterschaftswochen im Wattenscheider Lohrheidestadion gewannen die bayerischen Athletinnen und Athleten der Altersklasse U18 fünf Titel, vier Vizemeistertitel und sieben Bronzemedaillen. Der Bayerische Rekord von Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) über 200 Meter rundete das positive Ergebnis ab. Zudem gab es eine ganze Reihe persönlicher Bestleistungen, die zeigten, dass die Vorbereitung auf die Meisterschaften erfolgreich war.

Mit 21,26 Sekunden, nur zwei Hundertstelsekunden über seinem bayerischen Rekord, stürmte Timur Ilik im Vorlauf als Schnellster aus allen sechs Vorläufen ins Ziel. Im Finale wurde es dann noch einmal schneller. Mit 21,12 Sekunden verbesserte Ilik seinen eigenen Rekord und jubelte über den Meistertitel. Ganz zufrieden war er jedoch nicht. „Der Lauf fühlte sich bis etwa 180 Meter rund an. Ich hatte mir vorgenommen, unter 21 Sekunden zu laufen, um den deutschen Rekord anzugreifen“, erzählte er. Der Rekord von Robert Hering vom TuS Jena steht seit 2007 bei 20,96 Sekunden. Sehr zufrieden war sein Opa, der T-Shirts mit dem Aufdruck „Timur – Deutscher Meister 2026” vorbereitet hatte.

„Bis jetzt bin ich verletzungsfrei durch die Saison gekommen“, sieht er den Grund für seine Leistungssteigerung, nachdem er im letzten Jahr wegen einer Verletzung die ganze Saison ausgefallen war. Erst im Herbst konnte der 16-jährige Zirndorfer, der die Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg besucht, wieder richtig ins Training einsteigen. Neben dem Training an der Schule unter der Leitung von Christian Hoffmann trainiert er einmal in der Woche zusammen mit Jakob Kemminer und der gesamten Trainingsgruppe von Norbert Wörlein. Hier geht es dann ganz gezielt um den Sprint. „Wir achten darauf, dass Timur gesund und ausgeruht zu diesem Training kommt“, beschreibt Hoffmann die Aufteilung des Trainings.

Während man nach den Vorleistungen mit dem Titelgewinn von Timur Ilik rechnen konnte, sah es bei Isabella Tikovsky (LG Sempt) anders aus. Die 16-jährige Sprinterin aus dem Münchner Umland gehörte zwar zum Kreis der Favoritinnen, diese lagen jedoch alle sehr eng beieinander. Schon am Samstag im 100-Meter-Finale war die Entscheidung um den Titel und die Medaillen sehr knapp. Tikovsky verpasste als Fünfte nur um eine Hundertstelsekunde die Bronzemedaille. 

Auch nach den 200-Meter-Vorläufen zeichnete sich ein sehr enges Finale über diese Distanz ab. Auf den letzten Metern kam es zum erwarteten harten Kampf um den Titel. Dieses Mal war es Isabella Tikovsky, die sich im Ziel freuen konnte. Sie freute sich nicht nur über ihre neue persönliche Bestleistung von 24,31 Sekunden, sondern auch über den Titelgewinn. Die Athletin aus der Trainingsgruppe von Michael Ehrenreich vergoss dabei im Ziel Freudentränen. Im Gespräch mit Leichtathletik.de erklärte sie: "Es war der Wille, der den Ausschlag für den Sieg gab." 

Nach einer bisher durchwachsenen Saison mit mehreren Trainingspausen wegen Verletzungen ging es für den Speerwerfer Oliver Zeno Ispan (LG Stadtwerke München) darum, seinen Titel zu verteidigen. Den hatte er sich vor einem Jahr an gleicher Stelle mit einem 72-Meter-Wurf im letzten Durchgang gesichert. 

Am Sonntag war der Speerwurf-Wettkampf mit 23 Teilnehmern sehr gut besetzt, entsprechend lang dauerte er. Es war nicht so sehr die Masse, die überraschte, sondern die große Leistungsdichte an der Spitze. Auch dieses Jahr machte es Oliver Zeno Ispan spannend. Bis zum vierten Durchgang hatte er mit 64,61 Metern nur einen Zentimeter Vorsprung auf den Münsteraner Patrick Hüsken, der mit 64,60 Metern Zweiter wurde. 

Im sechsten Durchgang steigerte er seine Tagesbestweite auf 66,50 Meter und gewann damit den Titel mit knapp zwei Metern Vorsprung. „Ich hatte nach den Halleschen Werfertagen einen Bandanriss. Der letzte Wurf war mehr Kraft als Technik“, erklärte Ispan.

Ispan war nicht der einzige bayerische Speerwerfer, der sich bei diesem Wettkampf freuen konnte. Lennard Wechsler (LG Landkreis Roth) gewann mit einer persönlichen Bestleistung von 64,09 Metern etwas überraschend die Bronzemedaille. Mit 63,12 Metern gelang auch dem Mehrkämpfer Elias Henne (TSV Gräfelfing) eine persönliche Bestleistung, mit der er den fünften Platz belegte. Sechster wurde Louis Jungblut (TSV Unterhaching) mit einer Weite von 61,88 Metern. 

Lea Völcker (Munich Athletics) war nach ihrem Silbergewinn bei der U20-Hallen-DM eine der Favoritinnen auf den Hochsprung-Titel. Trotzdem geht es bei jedem Wettkampf darum, die Leistung bei jeder Höhe erneut abzurufen. Nach einem gelungenen Einstieg bei 1,64 Metern meisterte sie die weiteren Höhen bis zur Einstellung ihrer Bestmarke von 1,80 Metern. Diese hatte sie vor einem Jahr ebenfalls auf dieser Anlage aufgestellt. „Ich war am Anfang schon sehr nervös. Ich bin einfach super happy, dass ich alle Höhen bis 1,80 Meter im ersten Versuch gesprungen bin.“ Zu diesem Zeitpunkt stand der Titelgewinn bereits fest. Die Versuche über 1,82 Meter gelangen ihr dann jedoch nicht mehr. Anne Granich (TSV Oberthulba) wurde Fünfte.

Bei dem 3.000-Meter-Rennen gab es mit Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) und Jonathan Albustin (LG Brillux Münster) zwei Favoriten, die sich auf den ersten beiden Kilometern noch zurückhielten. Sie hielten immer den Kontakt zur Spitze, warteten aber noch ab. Erst 600 Meter vor dem Ziel ging Albustin nach vorne; einzig Maximilian Rath konnte ihm folgen. Dieser setzte auf der Gegengeraden vor der letzten Kurve seine Attacke und setzte sich an die Spitze. In 8:40,76 Minuten gewann Rath das Rennen und sicherte sich damit den nächsten Titel, nachdem er sich im Mai bereits den Titel über 5.000 Meter in der Altersklasse U20 gesichert hatte. 

Nach seinem zweiten Platz über 110 Meter Hürden wollte beim Mehrkämpfer Jakob Sand (TSV 1860 Ansbach) keine richtige Freude aufkommen. Nachdem er beim Zehnkampf in Bernhausen nach dem 400-Meter-Lauf disqualifiziert worden war – er lag in Führung und war auf Kurs für die Qualifikation zur U18-EM – wollte er sich noch über die Hürden qualifizieren. Seinen Läufen fehlte jedoch die nötige Lockerheit, um die geforderte Zeit von 13,95 Sekunden zu erreichen. Mit 14,06 Sekunden im Vorlauf und Finale lief er zwar gute Zeiten, es fehlte aber noch etwas zur Norm.

Ähnlich unzufrieden war Kai Konopacki (UAC Kulmbach) nach dem Hammerwurf-Wettkampf. Mit seinem ersten Wurf auf 66,46 Meter setzte er sich an die Spitze und untermauerte seine Favoritenstellung. Im sechsten Durchgang gelang es jedoch seinem Konkurrenten Jan Plewka (TSV Germania Helmstedt), mit 66,87 Metern einen noch besseren Wurf zu erzielen. Konopacki hatte als letzter Werfer noch die Chance zu kontern. Die Anspannung war bei ihm sehr hoch, da nach dem ersten Versuch alle seine Würfe ungültig waren. Auch sein letzter Wurf war ungültig. Linus Holzhey (TV Hindelang) konnte sich hingegen mit seinem letzten Wurf noch vom vierten auf den Bronzerang verbessern.

Mit ihren Platzierungen konnten die beiden Münchner Hammerwerferinnen Milena Horbach und Christina Auer (beide LG Stadtwerke München) zufrieden sein. Silber und Bronze waren das, was nach den Vorleistungen möglich war. Während Auer mit 55,28 Metern nahe an ihre Bestleistung herangekommen war, fehlten Horbach mit 56,69 Metern doch einige Meter dazu.

Die Freude von Emil Oppelt (LG Sempt) war im Zieleinlauf des 2.000-Meter-Hindernislaufs nicht zu übersehen. In einem engen Spurt sicherte er sich nach 6:00,09 Minuten die Silbermedaille und damit die Nominierung für die U18-Europameisterschaft.

Trotz einer persönlichen Bestleistung von 7,19 Metern und dem Gewinn der Bronzemedaille war der Weitspringer Alexander Mann (TSV Ochenbruck) nicht ganz zufrieden. Über 800 Meter holte Vinzenz Fortner (TSV 1862 Neuburg) ebenfalls Bronze. 

Mit einer Saisonbestleistung von 12,18 Metern sicherte sich Hannah D'Aveta (TSV 1880 Wasserburg) die Bronzemedaille im Dreisprung.

Catherine Wehrmann (LG Oberland) machte über 3.000 Meter alles richtig, indem sie sich von Anfang an an die Spitze des Feldes setzte. Nur zwei Läuferinnen konnten ihr Tempo mitgehen, der Abstand zum Rest wurde von Runde zu Runde größer. Für ihren Mut wurde sie nach 10:06,93 Minuten mit der Bronzemedaille belohnt.

Obwohl Greta Hanselmann (MTV Ingolstadt) ihre persönliche Bestleistung über 2.000 Meter Hindernis deutlich auf 5:48,59 Minuten verbesserte, blieb ihr nur der undankbare vierte Platz.