
Florian Bremm; Niklas Buchholz; Luisa Temel; Georg Harpf; Tilo Traue; Jana Lakner; Irina Gorr; Erik Hille; Tom Thurley; Bilder Jan Papenfuss








Die Silbermedaille von Florian Bremm strahlt
„Es waren nicht nur die Leistungen, die mich überzeugt haben, vielmehr war es das Auftreten der Athletinnen und Athleten.“ So fasste es Andreas Knauer, Leiter des Bundesstützpunktes in München und ehemaliger leitender Landestrainer, zusammen. Der Wille, beim Saisonhöhepunkt die Top-Leistung abzurufen, war immer präsent. Eine Einschätzung, die angesichts der gezeigten Leistungen zeigt, dass es in der Leichtathletik nicht nur in Deutschland wieder aufwärts geht – auch Bayern ist da wieder vorne mit dabei.
Der Aufschwung hat in Bayern nicht erst in diesem Jahr begonnen, sondern ist schon seit mehreren Jahren in Gang. Dabei gibt es immer wieder Ausschläge nach oben, aber auch Phasen der Stagnation. Leistungsentwicklung benötigt Zeit. Neben Talenten, die bereit sind, den Aufwand für hartes Training über mehrere Jahre hinweg auf sich zu nehmen, sind auch Menschen im privaten und sportlichen Umfeld wichtig, die sie dabei unterstützen.
Florian Bremm und Niklas Buchholz (beide Franconia Athletics) gehören zu den wenigen Athleten, die ihr Training selbst planen und überwachen. Etwas, das im Top-Bereich selten der Fall ist. Bei den beiden Läufern funktioniert es jedoch. Hindernisläufer Niklas Buchholz qualifizierte sich erneut sicher für das Finale und wurde nach einem starken Rennen Neunter. Bis auf die extrem schnelle letzte Runde war er im Finale vorne mit dabei. „Mir fehlt einfach der Speed auf der letzten Runde, der nötige Gang, um noch einmal zu beschleunigen“, beschreibt er sein Problem.
Sein Trainingspartner Florian Bremm hat dieses Problem nicht. Er kann da immer noch zulegen. „Die Zielgerade war verrückt und plötzlich war ich vorne.“ Nur Olympiasieger Jakob Ingebrigtsen konnte Bremms Sieg verhindern. Bremm bezeichnet seine Leistungssteigerung als einen langen Weg, den er zusammen mit seinem Team bestritten hat.
Eine andere positive Überraschung gelang Luisa Temel (LG Stadtwerke München) im Speerwurf. Über den Mehrkampf war sie zum Speerwurf gekommen und hatte sich in diesem Jahr stark verbessert. In der Qualifikation warf sie mit 58,32 Metern nahe an ihre persönliche Bestleistung heran und zog als Siebte in das Finale ein. Im Finale herrschten andere Windbedingungen, mit denen sie nicht so gut zurechtkam. Trotzdem gehört ihre Platzierung – sie wurde Zwölfte – zu den positiven Überraschungen.
Georg Harpf (LG Stadtwerke München) verfehlte das Kugelstoß-Finale nur knapp. Als Dreizehnter fehlten dem 21-Jährigen nur wenige Zentimeter zum Einzug ins Finale. Der mit Abstand Jüngste im Kugelstoß-Feld ärgerte sich über seinen letzten Stoß, der die nötige Weite hatte. „Im dritten Versuch wollte ich etwas zu viel und konnte den Stoß nicht mehr halten“, bemerkte er.
In den 4-mal-400-Meter-Staffeln hatten die DLV-Quartetts die Finals erreicht. Bei den Männern lief Tilo Traue im Vorlauf einen guten Start, im Finale fehlte ihm auf den letzten Metern die Kraft. Der siebte Platz für die Staffel war gut. Bei den Frauen waren mit Irina Gorr (TSV Gräfelfing) und Jana Lakner (LG Telis Finanz Regensburg) zwei bayerische Sprinterinnen im Einsatz. Vor allem Jana Lakner überzeugte in beiden Rennen und war die schnellste Läuferin des deutschen Quartetts. Trotz dem wurde es für die Staffel nur der achte Platz.
Beim Marathon waren mit Tom Thurley und Erik Hille (beide Munich Athletics) zwei Läufer am Start. Auf der sehr anspruchsvollen Strecke kam Erik Hille besser zurecht und lief als 28. ins Ziel.