Owen Ansah neben ihm Yannick Wolf; Die Starter mit Ansah; Munachi Eze; Die U18 Hürdensprinterinnen mit Landestrainer Jan Schindzielorz; Jakob Kemminer + Marvin Schulte; Eni Kuske; In der Mitte Ralf Kowitz; Sanja Kropf; Isabella Tikovsky; Bilder Theo Kiefner

08.06.2026 19:38 // Von: Theo Kiefner

Rekorde und persönliche Bestleistungen prägen die Sparkassen-Gala

Der neue Deutsche 100-m-Rekord von Owen Ansah (Hamburger SV) in 9,98 Sekunden war das Top-Ergebnis bei der Sparkassen-Gala in Regensburg. Eine Reduzierung des zweitägigen Meetings auf diesen einen Lauf würde jedoch dem gesamten Event nicht gerecht werden. Da war auch noch der Österreichische Rekord der 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen. Beim bayerischen Nachwuchs sorgte Munachi Eze (LAC Quelle Fürth) mit dem Landesrekord über 100 Meter Hürden der U18 in 13,16 Sekunden für eine Überraschung.

Das es auf der Bahn der Uni-Stadions möglich ist schnell zu sprinten hat sich herum gesprochen. Auch ohne DLV-Staffel-Test waren wieder reichlich Sprinterinnen und Sprinter am Start. Mit Spannung wurde der 100 Meter Sprint der Männer erwartet, da nahezu die Komplette Deutsche Spitze am Start war. Kurz vor dem ersten Vorlauf Iriedierte Bundestrainer Julian mit der Laufrichtung wegen dem Wind zu Wechsel, etwas das sich als Fehleinschätzung herausstellte. Nur beim ersten Vorlauf, den der Bayerische Rekordhalter Yannick Wolf (Munich Athletics), Herrschte Windstille alle anderen Läufe hatten zum Teil richtig starken Gegenwind. Der 19jährige Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth)  lief im Vorlauf zusammen mit dem neuen und alten Deutschen Rekordhalter Owen Ansah. Im Vorlauf wurde er Zweiter, zeitgleich mit Marvin Schulte, dem deutschen Meister von 2021. Damit qualifizierten sich beide für das Finale.

Im Finale setzte sich Ansah gleich nach dem Start an die Spitze und gewann den Lauf sicher vor Yannick Wolf der mit 10,14 Sekunden erneut die EM-Norm erfüllte. Kemminer wurde in 10,39 Sekunden achter und erfüllte damit erneut die Norm für die U20 Weltmeisterschaft.

Der 400 Meter Lauf bei der weiblichen U20 war Neuauflage Finales der Deutschen Hallenmeisterschaft bei dem Eni Kuske (TSV Zirndorf) den Titel vor Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) gewonnen hatte. In Regensburg lief Kuske sehr schnell an und konnte auf den letzten Metern das Tempo nicht mehr halten. So konnte Fischer vorbei ziehen und in 53,15 Sekunden gewinnen. Kuske wurde in 53,94 Sekunden zweite. Für Kuske war es die erste Zeit unter 54 Sekunden und für beide die Norm für die U20 Weltmeisterschaft.

Munachi Eze verbesserte in Brixen beim Brixia Next Gen Meeting ihre 100-Meter-Hürden-Bestzeit um eine Zehntelsekunde auf 13,55 Sekunden, wurde dabei aber „nur“ Dritte hinter der Italienerin Alessia Succo die mit 12,86 Sekunden einen neuen Europarekord aufstellte. Der bayerische Cheftrainer Andreas Knauer kommentierte den Lauf von Eze wie folgt: „Sie ist beim Start nicht gut weggekommen und hat eine Hürde mitgenommen. Da geht noch viel mehr.“ Dass dieses Mehr schon in Regensburg Wirklichkeit wurde, überraschte auch ihren Trainer Jan Schindzielorz. Im Vorlauf lief Munachi Eze eine Top-Zeit von 13,19 Sekunden. Die Freude über den neuen Bayrischen Rekord hielt nur kurz, da die Windunterstützung mit 2,1 Metern pro Sekunde um 0,1 Meter zu viel war. Im Finale passte es dann mit dem Wind (0,6 m/s). Sie verbesserte sich auf pfeilschnelle 13,16 Sekunden. „Ich bin sehr überrascht vom Finale, weil ich nicht gedacht hätte, dass ich noch einmal eine 13,1 laufe und nicht schneller als im Vorlauf werde“, sagte Munachi Eze, die einige Verbesserungen zum Vorlauf ausmachte. „Der Start war schon besser als im Vorlauf. Auch wie ich über die Hürden gelaufen bin, war viel stabiler. Davor bin ich immer so schief gelaufen.“ Vor zwei Wochen wäre diese Zeit noch Deutscher U18-Rekord gewesen. In der Europäischen Jahresbestenliste steht sie damit auf Platz drei hinter Succo und der Deutschen Rekordhalterin Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde), die eine Zeit von 13,08 Sekunden erreichte.

 Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) hatte die Norm für die U18-Europameisterschaft über 200 Meter schon erfüllt, die über 100 Meter fehlte ihm noch. Deshalb startete der 16-Jährige in Regensburg bei der U20 über die 100 Meter. Schon im Vorlauf konnte Ilik als Zweiter mit 10,68 Sekunden die Norm von 10,75 Sekunden unterbieten – und das bei Gegenwind. Auch im Finale hatten die Sprinter erneut mit Gegenwind zu kämpfen. Mit 10,72 Sekunden bestätigte Ilik als Dritter seine persönliche Bestzeit aus dem Vorlauf.

Gleich zwei Normen für die U18-EM gelangen Isabella Tikovsky (LG Sempt). Am Samstag lief sie im Vorlauf über 100 Meter der U20 in 11,79 Sekunden die erste Norm. Am Sonntag schaffte sie das auch über 200 Meter in 24,45 Sekunden. Auch der 400-Meter-Spezialistin Sanja Kropf (TSV Burghaslach) gelang mit 24,33 Sekunden die Erfüllung der EM-Norm.

Zudem gab es für die bayerischen Athletinnen und Athleten noch zahlreiche Normen für die verschiedenen Deutschen Meisterschaften. Es gab auch reichlich persönliche Bestzeiten, nicht nur im Sprint, sondern auch auf den Mittelstrecken. 

Eine bemerkenswerte Steigerung gelang Thilo Traue (LG Stadtwerke München) über 400 Meter. Eine 46er-Zeit war ihm bisher noch nicht gelungen, obwohl er mit 47,04 Sekunden schon sehr nah dran war. Auch in Regensburg schaffte er es nicht, eine 46er Zeit zu erreichen. Diese übersprang er im Dreikampf mit Manuel Sanders (TV Wattenscheid) und Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) jedoch locker und lief mit 45,79 Sekunden als Zweiter hinter Sanders ins Ziel. 

Ralph Kowitz (LG Stadtwerke München) ärgerte sich über seine persönliche Bestzeit von 11,01 Sekunden über 100 Meter, da die 10 vor dem Komma fehlte. Trotzdem reichte sie, um sich den Bayerischen Mastersrekord der M40 von Jan Schindzielorz (LG Forchheim) zu holen. Auch über 200 Meter verbesserte er den Rekord auf 22,55 Sekunden.