Fotos: Theo Kiefner

30.03.2025 19:06 // Von: Theo Kiefner

Maximilian Rath auf Rekordjagd

Zum Ende der Hallensaison lohnt es sich, nochmal einen Blick auf die neuen bayerischen Hallenrekorde zu werfen. Sieben Rekorde wurden in diesem Winter verbessert, so viele wie selten zuvor, und jeder hat seine eigene Geschichte. Mit dem Nachwuchsläufer Maximilian Rath von der LG Stadtwerke München setzen wir unseren Rückblick fort.

Erst gut ein Jahr zuvor hatte sein Teamkollege Levin Saveur (LG Stadtwerke München) bei den Deutschen U20 Meisterschaften in Dortmund den Rekord auf 8:47,00 Minuten verbessert, in der Wintersaison 2024/25 pulverisierte nun Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) aus Penzberg den bayerischen Rekord über 3000 Meter. Dabei war es nicht der erste Rekord für den deutschen 3000-Meter-Meister der M15 aus dem vergangenen Jahr, der bereits 2023 und 2024 in der M14 und M15 in der Halle auf Rekordjagd ging. Es scheint fast, als gehörten Rekorde für Maximilian Rath zum alltäglichen Geschäft. In Neustadt an der Waldnaab lief er zum Saisonabschluss 2024 sein bisher bestes 3000-Meter-Rennen. Die Schulsportanlage in der Oberpfalz ist seit Jahrzehnten ein gutes Pflaster für schnelle Zeiten und Rath nutzte die Gelegenheit und verbesserte den 50 Jahre alten deutschen Rekord der M15 von Frank Konzack (SC Cottbus) über 3000 Meter um fünf Sekunden auf 8:30,39 Minuten.

 

In einem Gespräch mit dem Weilheimer Merkur erklärte er „es ist cool, die Bestleistung zu erreichen“, und er freue sich darüber sehr, betonte Rath. Gleichwohl ist es für ihn „ein Zusatz, den man geschafft hat“. Der Rekord habe für ihn nicht den Stellenwert wie der deutsche Meistertitel, den der 15-Jährige im Sommer in Koblenz in einem einsamen Rennen von der Spitze weg errungen hatte.

 

Sein erster Start in dieser Hallensaison über 3000 Meter bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften war ein typisches Meisterschaftsrennen. Während die U20-Läufer gemeinsam mit den Männern liefen, musste Rath das Rennen der U18 allein bestreiten und kam mit 8:47,19 Minuten schon sehr nahe an die Zeiten seiner älteren Vereinskollegen heran.

 

Am Tag vor seinem ersten Start bei einer Deutschen Hallenmeisterschaft schaute sich Rath gemeinsam mit seinem Trainingspartner Levin Saveur den Vorlauf über 1500 Meter an, um sich auf den Wettkampf einzustimmen. Sein eigenes Rennen verlief dann eher ungewöhnlich für eine Meisterschaft, da der Leverkusener Christopher Dahlmeyer für ein hohes Tempo sorgte und das Feld schnell in die Länge zog, während sich der Favorit Tristan Kaufhold (SCC Hanau-Rodenbach) lange zurückhielt. Dieses Tempo konnten Rath und Saveur mitgehen und erst als Elias Kolar (LG Telis Finanz Regensburg) gemeinsam mit Kaufhold das Tempo verschärfte, vergrößerte sich der Abstand zur Spitze. In der Schlussrunde kam Rath dann noch einmal näher an das Spitzentrio heran: „Die letzten 1000 Meter in 2:42 Minuten waren schon hart“, sagte er. Als Vierter blieb er in 8:22,79 Minuten deutlich unter dem Rekord von Levin Saveur und auch sieben Sekunden unter seiner Freiluft-Bestzeit, während Saveur in 8:26,24 Minuten selbst zu einer neuen Bestzeit rannte und Sechster wurde. Elias Kolar wurde hinter Kaufhold Zweiter und verpasste in 8:19,68 Minuten den bayerischen U20-Rekord von Matthias Helm aus dem Jahr 1975 nur um 48 Hundertstelsekunden.

 

Noch hält sich sein Laufpensum im überschaubaren Rahmen von knapp 60 Kilometern pro Woche. „Ich habe jetzt etwas mehr gemacht, damit die Steigerung im Ostertrainingslager nicht zu krass ist“, berichtete er im Gespräch am Rande der bayerischen U20-Meisterschaft über 5000 Meter in Regensburg, nachdem er das Rennen dort gegen die ältere Konkurrenz gewonnen hatte. Elias Kolar kommentierte das Rennen, weil er nach einer Erkältung noch nicht fit für den Start war. Bei der Siegerehrung wies er darauf hin, dass Rath mit seinen 14:53,44 Minuten den bayerischen U18-Rekord um nur eine Sekunde verpasst hatte. „Das weiß ich ganz genau, weil ich den aktuell halte, aber sicher nicht mehr lange,“ so Kolar.  

 

Seine Ausdauerläufe absolviert Rath zuhause in Penzberg und für Abwechslung sorgt unter anderem das Schwimmtraining bei der SG Oberland Penzberg. „Das Training am Dienstag in München mit der Gruppe ist für mich sehr wichtig“, sagte der Gymnasiast, der bei den LG Stadtwerke München in der Trainingsgruppe von Michael Wilms trainiert. Hier könne er sich mit älteren Läufern messen und manchmal seien auch Christoph Kessler und Robert Baumann dabei, was ihn zusätzlich motiviere.

 

Ein weiterer Fixpunkt im Training sind die samstäglichen Bahneinheiten in Lenggries bei seinem ehemaligen Trainer Hans Thomann. „Hier laufe ich oft im Wettkampftempo.“  Die unterschiedlichen Vorstellungen seiner beiden Trainer seien nicht immer so leicht unter einen Hut zu bringen, aber bisher funktioniere das ganz gut, so Rath.

 

Seine Ziele für die Sommersaison 2025 hat Maximilian Rath bereits klar vor Augen: angestrebt werden der Deutsche Meistertitel in der U18 sowie die Qualifikation für das European Youth Olympics Festival (EYOF) in Skopje (Nordmazedonien) und für 2026 hat sich Rath bereits die U18-Europameisterschaft in Rieti als großes Ziel gesetzt.