Bayerische Rekorde auch in Übersee
Der Hürdensprint der Frauen und der weiblichen Jugend erlebt in Bayern derzeit einen enormen Aufschwung. Ein Gesicht dieses Trends ist Naomi Krebs, die bereits mehrere Bayerische Rekorde brechen konnte.
Ihren ersten bayerischen Rekord stellte sie im Jahr 2017 im Trikot der LG Bamberg im Flachsprint auf, als sie in der W14 über die 60 Meter Strecke 7,73 Sekunden bis ins Ziel brauchte. Im vergangenen Jahr stellte sie mit 8,20 Sekunden den U23-Rekord über die 60 Meter Hürden in der Halle von Alexandra Burghardt aus dem Jahr 2013 ein. In diesem Jahr fiel schließlich auch der bayerische Hallenrekord der Frauen von Heike Blaßnek (LAC Quelle Fürth / TSV München von 1860). Die Zeit von 8,00 Sekunden hatte seit 1998 Bestand und konnte schon lange nicht mehr angegriffen werden.
Den ersten internationalen Einsatz hatte Naomi 2022 bei der U20-Weltmeisterschaft in Cali. Dort reifte auch der Entschluss, in den USA zu studieren, nachdem sie in Cali die Amerikanerinnen beim Aufwärmen und im Training beobachtet hatte. „Das hat mich sehr beeindruckt“, erinnert sie sich. Auch einige College Coaches sprachen sie an, ob sie sich einen Wechsel in die USA vorstellen könnte. „Ausschlaggebend war aber ein Gespräch mit meiner Freundin Vanessa Baldé, in dem sie mir erzählte, dass sie nach der WM ihr Studium in den USA beginnen wird.“ So kommt es, dass Naomi Krebs nun an der Texas Tech in Lubbock/Texas Accounting als Bachelorstudiengang studiert und für das Team der Red Raiders bei College-Wettkämpfen an den Start geht.
Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 8,17 Sekunden ist Naomi Krebs in Lubbock/Texas über 60 Meter Hürden in die Hallensaison 2025 gestartet. „Ich wusste gar nicht, dass das ein neuer U23-Rekord ist“, sagte sie. Mit 7,52 Sekunden zeigte sie auch über 60 Meter eine gute Leistung und eine Woche später steigerte sie sich nach 8,16 Sekunden im Vorlauf auf 8,07 Sekunden im Finale über die 60 Meter Hürden. „Den bayerischen Rekord von 8,00 Sekunden hatte ich schon im Visier, das hatte mir Jan Schindzielorz [BLV Teamleiter Nachwuchs und Disziplintrainer Hürdensprint] vor der Saison gesagt“, beschreibt sie ihren Blick auf die nächsten Rennen. Bei einem Wettkampf Anfang Februar in Albuquerque / New Mexico gewann sie das Finale über 60 Meter Hürden mit 7,97 Sekunden. Drei Wochen später, zu Hause in Lubbock, war sie mit 7,96 Sekunden sogar noch etwas schneller. Ende März ging es für Naomi Krebs in Austin/Texas weiter. Über 100 Meter Hürden gewann sie ihren Vorlauf in 13,22 Sekunden und blieb damit nur eine Hundertstel über ihrem eigenen bayerischen U23-Rekord. Im Finale waren es sogar 13,00 Sekunden, allerdings mit zu viel Rückenwind..
Als Naomi Krebs vor zwei Jahren ihr Bachelorstudium an der Texas Tech in Lubbock begann, war das für sie eine große Umstellung: „Das Training hier ist deutlich intensiver und umfangreicher, als ich es aus Deutschland gewohnt war“, erzählt sie. Kein Wunder, dass sich das nicht sofort positiv auf ihre Leistungen ausgewirkt hat. „Toll ist, dass die Uni meinen Stundenplan an meine Trainings- und Wettkampfzeiten anpasst.“ So ist es möglich sich voll auf den Sport zu konzentrieren und gute Leistungen im Studium zu erbringen.
In den USA ist das Wettkampfniveau sehr hoch und man muss bei den College-Wettkämpfen sehr schnelle Zeiten laufen, um das Finale bei den NCAA-Meisterschaften zu erreichen. Bei den Hallenmeisterschaften hatte Naomi Krebs als Medaillenanwärterin einen Fehlstart im Vorlauf und wurde disqualifiziert. Das soll sich in diesem Sommer nicht wiederholen. „Um vorne dabei zu sein, sind Zeiten um 12,70 Sekunden und schneller nötig“, blickt sie bereits voraus.
Zur Einordnung: Der bayerische Rekord von Heike Blaßneck steht bei 12,86 Sekunden und die Norm für die Weltmeisterschaften in Tokio liegt bei 12,73 Sekunden.