Wieder im Steigflug nach einer langen Durststrecke befindet sich Hochspringerin Laura Gröll.

Samuel Blake (Mitte) gewann mit einer starken Performance den Titel über 1500 Meter.

Auch zwei starke Geher setzten in der Werner-von-Linde-Halle: Andreas Jancker checkt sein hohes Tempo mit einem Blick auf die Stoppuhr . . .

. . . und Sarah Friedrich hat sich im Nachwuchsbereich innerhalb kurzer Zeit zu einer nationalen Größe gemausert.

Mit zwei Titel nach Hause fuhren am Wochenende Mittelstrecklerin Kerstin Hierscher . . .

. . . und Sprinterin Marina Scherzl nach Hause.

Mit grandiosen 5,80 Meter in der Weitsprunggrube lieferte Sofie Gröninger das beste Ergebnis der W 15.

Immer ein Lächeln für den Fotografen auf den Lippen: Julia Rath zeigte sich über 1500 Meter wie gewohnt souverän.

Agnes Leitgeb kämpfte auf den zwei Hallenrunde bravourös und wurde mit dem Titel sowie einer Klassezeit belohnt.

Als talentierter Hochspringer erwies sich der Rother Tim Kraus. Fotos: Claus Habermann/Theo Kiefner

04.02.2020 17:33 // Von: Reinhard Köchl

Bayerische Hallenmeisterschaften Tag 2: "Münchner Hallenspiele" mit schnellen Frühaufstehern

Frühaufsteher? Als solche galten bislang am Sonntag der Bayerischen Hallenmeisterschaften immer die Hürdensprinter. 2020, mit einem neuen Zeitplan und einem gerafften Programm, das alle Altersklassen umfasste, mussten die 400-Meter-Läuferinnen und -Läufer erstmals in den saueren Apfel beißen. Was aber durchaus zu Attraktivitätssteigerung der zweiten Halbzeit in der Münchner Linde-Halle beitrug. Die beste Leistung kam allerdings von einer Hochspringerin: Laura Gröll überquerte 1,84 Meter.

Für Laura Gröll (LG Stadtwerke München) geht es weiter aufwärts. Die Hochspringerin liefert nach einer langen verletzungsbedingten Leidensphase seit Januar wieder Ergebnisse über 1,80 Meter in Serie. Am zweiten Tag der Bayerischen Hallenmeisterschaften in München erklomm die 21-Jährige auf ihrem Weg zurück in die deutsche Spitze die nächste Stufe und ist jetzt bei 1,84 Meter angelangt. Auch wenn sie 1,81 Meter und ihre spätere Siegeshöhe jeweils erst im dritten Versuch überquerte, lässt sich doch ein steilen Anstieg der Formkurve beim Schützling von Bundestrainer Sebastian Kneifel feststellen. Auch Grölls Versuche über 1,87 Meter sahen keineswegs aussichtslos aus. Nun will die Hochspringerin mit einer Bestleistung von 1,88 Meter (2017) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig (22./23. Februar) auch ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden. Generell war das Hochsprungpodium eine reine Vereinsangelegenheit der LG Stadtwerke München. Silber ging an Marina Gabriel (1,69 Meter) und Bronze an Nadine Lanners (1,66 Meter).

SPRUNG

In Abwesenheit von Tobias Potye (LG Stadtwerke München) holte sich bei den Männern Emmanuel Vogel (LG Würm Athletik) mit 1,92 Meter höhengleich vor Zehnkämpfer Christoph Lange (TS Herzogenaurach) und Tim Steuber (TSV Gräfelfing; 1,92 Meter) den Titel. Einen Zentimeter höher sprangen U 20-Sieger Philipp Reß (LA Team Alzenau) und der Zweite Elias Hammouce (LAC Quelle Fürth) mit 1,93 Meter. 1,90 Meter schaffte der Bronze-Gewinner Simon Körber (TV Leutershausen). Generell gab es im Hochsprung an diesem Tag meist knappe Entscheidungen.

Bei der weiblichen U 20 entschied ebenfalls die Zahl der geringeren Fehlversuche zugunsten von Lisa Fischer (TV Bad Kötzting). Sie übersprang wie Lina Schuberth (SWC Regensburg) 1,67 Meter, holte aber wegen Gold, während Julian Früh (LG Stadtwerke München; 1,64 Meter) Platz drei belegte. In der weiblichen U 18 hatten sogar alle drei Medaillengewinner dieselbe Höhe im Ergebnisprotokoll stehen, nämlich 1,67 Meter. Hannah Wörlein (TV Ochenbruck) behielt als Bayernmeisterin ihre weiße Weste, Zweite wurde Lea Holtmann (LG Sempt) und Dritte Lara Mößlthaler (TSV 1880 Wasserburg). Bei den U 18-Jungs dominierte dagegen ganz klar Tim Kraus (LG Landkreis Roth) mit 1,93 Meter. 1,90 Meter reichten für Sebastian Kottmann (LG Stadtwerke München) zum Silberplatz, während Niklas Böhm (TSV Vaterstetten) mit 1,74 Meter Dritte wurde. Zwei Mädchen kamen in der W 15 über die repräsentative 1,60-Marke, nämlich Ella Obeta (LG Eckental; 1,68 Meter) und Lina Marie burghardt (MTV 1881 Ingolstadt; 1,62 Meter), die ebenso wie die Dritte Irma Liliane Fell (LG Oberland; 1,59 Meter) erst zarte 13 Jahre alte sind. In der M 15 war Titelträger Maximilian Achhamer (TSV 1880 Schwandorf) mit seinen 1,75 Meter eine Klasse für sich.

Alle Stabhochtitel gehen am Sonntag nach Fürth

Wohl dem, der eine Leichtathletik-Halle und eine Stabhochsprunganlage für das Wintertraining sein eigen nennt. Dennoch war es schon überraschend, dass sämtliche Stabhochsprungtitel des zweiten Tages der Bayerischen Hallenmeisterschaften 2020 an Sportler des LAC Quelle Fürth gingen. Keno Harms schwang sich bei Männern über 4,60 Meter vor Noah Kollhuber (TSV Gräfelfing; 4,50 Meter) und Alberto Lafuente (LAZ Kreis Würzburg; 4,50 Meter), in der männlichen U 20 gewann Kellen Avritt mit glatten 4,00 Meter vor Moritz Kropf (LG Fichtelgebirge; 3,90 Meter) und Leonhard Wegener (DJK Aschaffenburg; 3,70 Meter). Die männliche U 18 wurde eine Beute von Philipp Wucherer (3,90 Meter), der Simon Krumpholz (TSV Gräfelfing; 3,80 Meter) und Daniel Schwab (TSV 1880 Wasserburg; 3,80 Meter) hinter sich ließ. Und in der der M 15 blieb Janosch Bimüller mit einer neuen Bestleistung von 3,40 Meter vor seinen Kontrahenten Joseph Held und Christian Wimmer (beide TSV 1880 Wasserburg, beide 3,20 Meter).

Paukenschlag durch Sophie Gröninger

Im Weitsprung wurde Tina Pröger (TSV Zirndorf) ihrer Favoritenrolle mit dem einzigen Sechsmeter-Satz des Tages (6,03 Meter) gerecht. über 30 Zentimeter dahinter landete Katharina Vogel (TSV Peißenberg; 5,72 Meter) auf dem Silberplatz, während Bronze an Michaela Blanck (LG Erlangen; 5,55 Meter) ging. Die Überraschung des Tages in dieser Disziplin gelang jedoch einer W 15-Athleten. Die erst 14-jährige Sofie Gröniger (LG Sempt) sorgte mit einem Satz auf 5,80 Meter für großes Aufstehen. Auch am Vortag hatte sie als Kugelstoßsiegerin mit 13,53 Meter ihr immenses Vielseitigkeitspotenzial angedeutet. Auch die 5,55 Meter der Zweitplatzierten Maria Anzinger (LAC Passau) waren stark, ebenso wie die 5,40 Meter von Bronzemedaillengewinnerin Kaya Russler (LAC Quelle Fürth). Überhaupt kamen allein sieben Mädchen in de W 15 über fünf Meter.

Die Weitsprung-Konkurrenz der weiblichen U 20 sah Michelle Frank (FC Aschheim) mit 5,55 Meter vor Sarah Warmuth (LG Erlangen; 5,49 Meter) und Luisa Fischer (TV Bad Kötzting; 5,29 Meter) vorne. bei der männlichen U 20 sorgte einmal mehr Simon Batz (LG Landkreis Kelheim) mit einem Satz auf 7,20 Meter bei leider nur insgesamt drei Teilnehmern (Christian Braun; TSV Plattling, 6,27 Meter, und Benedikt Goerl (LG Stadtwerke München; 6,13 Meter) für das Glanzlicht. bei den Männern kommt Yannick Wolf (LG Stadtwerke München) nach seiner langwierigen Schulterverletzung allmählich wieder in Fahrt. Mit zwei Mal gesprungenen 7,25 Meter schnappte er sich Gold vor Sebastian Spinnler (LG Landkreis Aschaffenburg; 7,05 Meter) und Benedikt von Hardenburg (SWC Regensburg; 7,04 Meter).

Die Konkurrenz der männlichen U 18 entschied Johannes Wiesinger (LG Festina Rupertiwinkel) mit starken 6,88 Meter vor Malcom Dannhauer (TSV 1880 Wasserburg; 6,45 Meter) und Michael Liebl (TV Bad Kötzting; 6,33 Meter) für sich. Die Altesgenossinnen in der weiblichen U 18 wussten ebenfalls mit respektablen Leistungen zu gefallen. Lilian Heid (TV DJK Hammelburg) gewann mit 5,77 Meter, Hannah Wörlein (TSV Ochenbruck) holte Silber mit 5,52 Meter, während Bronze an Christina Ammer (TuS 1860 Pfarrkirchen; 5,40 Meter) ging.

SPRINT

Die 400 Meter waren, wie bereits erwähnt, nichts für Morgenmuffel. Nach dem Motto, dass der frühe Vogel den Wurm fängt, erwischten bei den Männern und Frauen die Sportler jeweils einen guten Tag. Spätestens seit Sonntag steht fest, dass Vincente Graiani (LG Stadtwerke München eine Schlüsselrolle bei der Titelvergabe über 400 Meter bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg (15./16. Februar) zufallen wird. In der Männerklasse lieferte sich der 18-Jährige mit dem WM-Teilnehmer Creve Armando Machava (TG Herzogenaurach) aus Mosambique ein heißes Duell – mit dem besseren Ende für Machava. Der gewann in 48,38 Sekunden vor Graiani, der sich in 48,60 Sekunden an die zweite Stelle der deutschen U20-Rangliste setzte. Die drittbeste Zeit lief Andreas Kölbl (TSV Penzberg; 50,96 Sekunden). Bei den Frauen lieferte die ehemalige U 20-EM-Medaillengewinnerin Maike Schachtschneider (LG Telis Finanz Regensburg), die zu Saisonbeginn vom TV Wattenscheid 01 nach Bayern gekommen war, einen gelungenen Einstand. Auf ihrer Paradestrecke sammelte sie in 56,49 Sekunden bereits ihren zweiten Titel nach der 4 x 200 Meter-Staffel vom Vortrag ein. Silber ging an die stark verbesserte Sonja Keil (LG Augsburg; 56,71 Sekunden), während Irina Gorr (TV Türkheim; 57,64 Sekunden) auf dem Bronzeplatz einkam.

Nur drei Hundertstelsekunden über die zwei Hallenrunden trennten in der männlichen U 20 Gold und Silber. Der Titel ging an Joshua Walter (DJK Weiden), der 51,45 Sekunden brauchte und vor Godo Kurten (LG Augsburg) sowie Daniel Graßl (LG Stadtwerke München; 52,17 Sekunden) ins Ziel kam, für den die Uhren nach 51,48 Sekunden anhielten. In der weiblichen U 20 lieferte Sophie Ochmann (LG Eckental) eine grundsolide Vorstellung ab. Ihre 59,65 Sekunden bedeuteten Bestzeit und den Titel. Dahinter: Eva Dorsch (LG Bamberg; 60,26 Sekunden) und Susanne Göbel (MTV 1881 Ingolstadt; 60,32 Sekunden).

Agnes Leitgeb stark verbessert

Packend bis zum letzten Meter verlief das 400-Meter-Finale der weiblichen U 18. Hier machte Agnes Leitgeb (TSV 1861 Deggendorf) im Winter den größten Sprung, verbesserte ihren Hausrekord auf 57,66 Sekunden und lieferte sich mit der Titelverteidigerin Lara Holzhauer (TuS Geretsried) einen erbitterten Kampf, in dem sich auch Holzhauer mit 57,77 Sekunden noch über eine klasse Zeit freuen konnte. Auf Rang drei landete Nele Göhl (LG Eckental) in 58,09 Sekunden. Eng zusammen waren auch in der männlichen U 18 die Medaillengewinner. Der Titel ging an Robin Frisch (LG Hersbrucker Alb) mit 52,14 Sekunden vor Jakob Stade (Kissinger SC; 52,52 Sekunden) und Sebastian Kottmann (LG Stadtwerke München; 52,72 Sekunden).

Hausrekord von Svenja Pfetsch

Keine zwei Stunden später durften die Sportlerinnen und Sportler erneut in die Blöcke, wobei es dabei galt nur mehr eine Hallenrunde, also 200 Meter zu absolvieren. Die schnellste Zeit erzielte dabei erwartungsgemäß Svenja Pfetsch (SC Vöhringen), die hauchdünn an der 24-Sekunden-Marke vorbei schrammte. Nach ihrer überzeugenden Vorstellung über 60 Meter vom Vortag (7,55 Sekunden) gewann die Deutsche U 18-Meisterin von 2018 nun auch über 200 Meter in neuer Hallen-Bestzeit von 24,03 Sekunden und zählt damit bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Neubrandenburg zum Favoritenkreis. Tina Benzinger (LG Stadtwerke München) blieb mit 24,98 Sekunden als Zweite ebenfalls noch unter 25 Sekunden, Cosima Back (LAC Quelle Fürth) belegte in 25,59 Sekunden den dritten Podiumsplatz. Ebenfalls ihren zweiten Titel sicherte sich Sprinterin Marina Scherzl (LG Kreis Dachau) bei den Frauen. Für die 200 Meter benötigte sie 24,54 Sekunden und blieb damit vor Charlène Keller (TSV Gräfelfing; 24,80 Sekunden) und Tabea Hofmann (LG Stadtwerke München; 25,31 Sekunden).

Sprint-Double für Viola John

Das dritte Sprint-Double ging in der weiblichen U 18 an Viola John (LG Stadtwerke München),die sich über die gleiche Strecke ihren zweiten Bayerntitel holte. Auch sie stellte in 24,51 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung auf. Silber bekam Sabrina Hafner (TV Erkheim) umgehängt, die 25,18 Sekunden benötigte und mit 25,56 Sekunden setzte sich als Dritte erneut die junge Annika Just (LAC Passau) in Szene. Ihre Zeit gilt jedoch nicht, wie ursprünglich angenommen, als neuer bayerischer W 15-Rekord, weil die 200 Meter in dieser Altersklasse nicht auf dem Wettkampfprogramm stehen.

Bei den Männern wollte Creve-Armano Machava ebenfalls noch den Titel über 200 Meter in seine fränkische Wahlheimat mitnehmen (21,99 Sekunden). Doch der Neu-Fürther Jonas Hügen (LAC Quelle Fürth) machte ihm in 21,72 Sekunden einen Strich durch die Rechnung. Rang drei blieb Alexander Schmidt (LAC Quelle Fürth), der mit 21,99 Sekunden ebenfalls noch unter 22 Sekunden blieb. Eine klare Angelegenheit wurde die Hallenrunde in der männlichen U 20 für Jakob Matauschek (LG Stadtwerke München). Mit 22,02 Sekunden schrammte der neue Bayernmeister nur hauchdünn an der 22er-Marke vorbei. Über eine halbe Sekunde dahinter: Maximilian Lohwasser (LG Würm Athletik; 22,54 Sekunden) und Vincent Saller (LG Stadtwerke München; 22,62 Sekunden). Eddie Reddemann (LG Stadtwerke München) heißt schließlich der Goldmedaillengewinner in der männlichen U 18. Seine 22,47 Sekunden reichten zum Titel vor Ben Basten (Post-SV Bayreuth; 22,59 Sekunden) und Sascha Babel (LG Landkreis Roth; 22,59 Sekunden).

Mixed-Staffel-Erfolg für LG Main-Spessart

Die zum zweiten Mal ausgetragene Mixed-Staffel mit je zwei weiblichen und männlichen Läufern erfreute sich auch 2020 regen Zuspruchs. Sieben Quartette traten an, es gewann dabei die LG Main-Spessart in 3:42,85 Minuten. Zum Vergleich: Der inoffizielle bayerische Rekord aus dem Vorjahr liegt beim MTV 1881 Ingolstadt in 3:34,22 Minuten. Silber ging an die LG Bamberg (3:45,06 Minuten), während der SWC Regensburg (3:48,73 Minuten) Bronze gewann.

KUGELSTOßEN

Drei Kugelstoß-Wettbewerbe standen am Sonntag auf dem Programm. Bei den Frauen gewann erwartungsgemäß "Dauerbrennerin" Sabrina Zeug (LG Oberland) mit 14,13 Meter. Allerdings kam ihr Mehrkämpferin Angela Stockert (SpVgg Auerbach-Streitheim) mit 13,51 Meter durchaus nahe. Dritte wurde Simone Schramm (LG Bamberg; 12,83 Meter).  In der männlichen U 18 strapazierte Nils Rößler (SWC Regensburg) die Nerven seines Trainers bis aufs Äußerste. Erst im letzten Versuch zeigte er sein ganze Können und beförderte die Fünf-Kilo-Kugel auf 15,92 Meter. Damit wies er letztlich doch noch Mikosch Dahmen (LG Stadtwerke München; 15,61 Meter) und Enrico Da Cruz (LG Eckental; 15,57 Meter) in einem engen Wettbewerb in die Schranken. Gold in der weiblichen U 18 angelte sich Julika Marie Bonewit (LG Stadtwerke München). Mit ihrer besten Weite von 13,60 Meter lag sie klar vor ihrer Vereinskameradin Antonia Helene Schulze (12,82 Meter) sowie Vevi Lory (SC Bad Kohlgrub; 12,78 Meter).

LAUF

Einen Hauch des alten Modus gab es noch für die Läufer, die am Sonntag ihre Meister über 1500 Meter suchten. Bei den Männern zog Samuel Blake (LG Stadtwerke München einsam seine Kreis und gewann Gold in durchaus vorzeigbaren 3:51,24 Minuten vor Martin Weinländer (LSC Höchstadt/Aisch; 4:03,66 Minuten) und Valentino Masi (LAC Quelle Fürth; 4:06,04 Minuten). Kerstin Hierscher (LAC Quelle Fürth ließ sich denn auch bei den Frauen Titel Nummer zwei an diesem Wochenende nicht nehmen. In 4:24,30 Minuten lief sie in einer anderen Liga und kam 22 (!) Sekunden vor der Zweitplatzierten Theresia Ortenreiter (LG Stadtwerke München; 4:46,27 Minuten) und Susanne Brünnig (LG Landkreis Kelheim; 4:46,42 Minuten) ins Ziel. Die Siegerin bei der weiblichen U 20 hieß Estelle Kulow (TSV Schleißheim; 4:51,60 Minuten), während in der männlichen U 20 Marvin Bertram (TSV Penzberg) in 4:09,97 Minuten vor dem 800-Meter-Meister Moritz King (MTV 1881 Ingolstadt; 4:12,41 Minuten) und Luk Jäger (TSV Penzberg; 4:16,11 Minuten) die Nase vorne hatte.

Einmal mehr ihr Ausnahmestellung auch in ihrer neuen Altersklasse U 18 stellte Julia Rath (LAC Quelle Fürth) unter Beweis. Musste sie tags zuvor noch heftig über 800 Meter um den Sieg kämpfen, lief es für sie am Sonntag über 1500 Meter wesentlich entspannter. Ihre zweite Landesmeisterschaft über 1500 Meter in 4:40,88 Minuten war nie ernsthaft in Gefahr. Anna Reinhart (LG Haßberge) gewann Silber (4:50,86 Minuten), Bronze fiel an Fiona Förster (TSV Katzwang 05; 4:53,86 Minuten). Bei nur drei Teilnehmer in der männlichen U 18 ließ Ilias Boukechab (LAC Quelle Fürth) in 4:17,12 Minuten nichts anbrennen.

Geher beschließen die "Münchner Hallenspiele"

Zu den Neuerung der Bayerischen Hallenmeisterschaften gehört auch, dass die Geher - bislang quasi im "Vorprogramm" am Samstagmorgen, diesmal die Meisterschaften am Sonntagnachmittag beschlossen. Andreas Jancker (LG Röthenbach an der Pegnitz) gilt seit vielen Jahren als der schnellste Geher im Freistaat. Seine Zeit von 22:11,12 Minuten über 5000 Meter war auch diesmal wieder einsame Spitzenklasse. Über 3000 Meter kam bei den Frauen zwar Katharina Wax (SpVgg Niederaichbach) zur Titelehren. Ihre Zeit von 17:55,31 Minuten war jedoch bei weitem nicht die schnellste an diesem Tag. Die junge 17-jährige Bundeskaderathletin Sarah Friedrich (LG Würm Athletik), die Gold in der U 20 einkassierte, setzte mit bärenstarken 14:50,53 Minuten den absoluten Richtwert des Tages, an dem sich alle anderen Damen die Zähne ausbissen.