(Von links) Tom Förster, Filimon Abraham und Konstantin Wedel schnappten sich in Wassenberg die Medaillen / Filimon Abraham unterwegs zu DM-Gold / Zwei, die sich jagen: Felix Förster und Filimon Abraham / Eva Dieterich vor Miriam Dattke und Kiara Weis / Franziska Drexler (vorne) stürmt zur WM-Norm. Alle Fotos: Uli Hörnemann

06.05.2024 06:07 // Von: Kurt Ring

DM 10 000 Meter Wassenberg: Filimon Abraham in furiosem Finale Deutscher Meister

Trotz strömenden Regens konnten sich die Leistungen bei der Langstrecken-DM sehen lassen: Eva Dieterich (LAV Stadtwerke Tübingen) und Filimon Abraham (LG Telis Finanz Regensburg) setzten sich in Wassenberg durch. Beide erzielten neue 10 000-Meter-Bestzeiten und durchbrachen dabei erstmals die 32- beziehungsweise 28-Minuten-Marke. In einem rundenlangen Duell mit Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) hatte die neue Meisterin am Ende die größeren Reserven und siegte noch deutlich vor der Regensburgerin, die mit 32:17,50 Minuten auch noch die A-Norm für die Europameisterschaften in Rom knackte und dafür Silber einstrich. Bei den Herren erlief sich Konstantin Wedel (LG Telis Finanz Regensburg mit kluger Renneinteilung in 28:58,21 Minuten eine unerwartete Bronzemedaille.

In der U 20-Entscheidung der Mädchen knackte Franziska Drexler (LG Telis Finanz Regensburg) in einem spannenden Dreikampf mit der neuen und alten Meisterin Adia Budde (TSV Altenholz) und Emily Junginger (VfL Sindelfingen) zusammen mit den anderen beiden Medaillengewinnerinnen in 16:20,35 Minuten die Norm für die U 20-Weltmeisterschaften in Lima (Peru).

 

Wenn der Regensburger Teamchef Kurt Ring wieder einmal kurz vor Mitternacht als letzter bei diesen Meisterschaften das Stadion verlässt, hat sich aus Regensburger Sicht erneut Besonderes ereignet. Nach Simon Boch (2022) und Domenika Mayer (2023) kam mit Filimon Abraham der Deutsche Meister 2024 erneut aus seinen Reihen und musste zwangsläufig im letzten Rennen zur obligatorischen Dopingkontrolle, was in der Regel nach schweißtreibenden Medaillenjagd lange, meist stundenlang dauern kann. Besonders war Abrahams Erfolg deshalb, weil der Athlet nach zwei zweiten Plätzen in den vergangenen beiden Jahren endlich seinen ersten deutschen Einzeltitel feiern konnte, dabei als erster Regensburger mit der Punktlandung von 27:59;98 Minuten unter 28 Minuten blieb und dies erneut, aber diesmal erfolgreich mit einer Parforcejagd von vorneweg gegen seinen hartnäckigen Gegner Tom Förster erledigte. Der Regensburger blieb dabei auch noch deutlich unter der EM-Norm von 28:20,00 Minuten, die der neue Meister aber nicht mehr braucht, weil er für Rom schon im Halbmarathon nominiert ist. Sein Teamkollege Konstantin Wedel, rundenlang mutterseelenallein als überraschender Dritter unterwegs, hatte (noch) keine Chance die ebenfalls angepeilte EM-Norm zu erreichen.

 

Die vorher abgelaufene Entscheidung der Frauen war für Dattke und Dieterich in erster Linie geprägt von der Aufgabe, die A-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Europameisterschaften zu unterbieten, was beiden dann auch ohne Probleme gelang. „Ich bin zufrieden mit dem Rennen, weil die Zielvorgabe nach vielen erfolglosen Normenjagden seit vergangenen Herbst diesmal auf Anhieb gelang. Am 18. Mai will ich nun noch bei der „Nights of PBs“ in London die 31er Zeit nachholen, um damit vielleicht über einen Quotenplatz Olympia möglich zu machen“, sagte Dattke nach dem Rennen.

 

Aller Normsorgen hat sich auch Franziska Drexler entledigt. Jetzt muss sie im Ausscheidungsrennen anlässlich der Deutschen U 23-Meisterschaften (5. bis 7. Juli. in Koblenz) unter den zwei besten U 20-Mädchen sein, um ihren WM-Traum wahr machen zu können. Ein großartiges Rennen lieferte als Siebter Tobias Ritter (LG Telis Finanz Regensburg) ab. Mit einer satten Steigerung von über einer halben Minute pulverisierte er in 29:13,66 Minuten seine alte PB.