Durchlässigkeit/Durchlässigkeit
Die sogenannte Durchlässigkeit regelt die Möglichkeit, in "höheren" Altersklassen zu starten. Hier ist eine praxisnahe Zusammenfassung der Regelungen, die für das gesamte Verbandsgebiet des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gilt und in der Deutschen Leichtatheltik-Ordnung (DLO) geregelt ist.
Die Übergangsbestimmungen innerhalb der Jugend- und Aktiven-Klassen
Alle Teilnehmer an Veranstaltungen sind durch ihr Geburtsjahr in die bestimmte leichtathletische Altersklasse zugeordnet (DLO §8.1).
Die Altersklassenbezeichnungen sind:
- M/W12, M/W13, M/W14, M/W15, MJ/WJU18, MJ/WJU20, "Aktive" Männer (M) und Frauen (F oder W).
- Die Altersklassen 12 bis 15 sind jahrgangsklassen und werden nur für Staffeln und Mannschaften (MJU14, WJU14, MJU16, WJU16) zusammengewertet.
- Die "Junioren" (MU23/WU23) sind keine eigenständige Altersklasse im Sinne der Übergangsbestimmungen, sondern eine reine "Wertungsklasse".
- In den Mastersklassen (früher "Senioren") sind die Altersklassen in 5-Jahresschritten augeteilt (M/W30, M/W35, ...).
- Es können aber auch Wertungsgruppen über mehrere Altersklassen (üblich in 10-Jahresschritten, bei Mannschaften auch größer) zusammengefasst werden.
- Angehörige der Altersklassen der Masters können in allen Disziplinen auch in allen jüngeren Altersklassen bis hin zu den Aktiven teilnehmen (DLO8.2).
Wer darf jetzt in welcher Altersklasse "hoch" und "runter" starten?
- Zuerst gibt der DLV eine Disziplin-Tabelle (DLO§7.2/7.3) vor, welche Disziplinen in welcher Altersklasse erlaubt sind oder in welcher Disziplin eine Altersklasse hochgestarten werden darf (mit * aufgeführt), wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.
- Jugendliche dürfen grundsätzlich in allen höheren Altersklassen teilnehmen, wenn die eigene Altersklasse die betreffende Disziplin mit gleichen Rahmenbedingungen (Gewicht bzw. Streckenlänge oder Hürdenhöhe) als zulässig aufweist.
- Erläuterungen am Beispiel Sprint-Strecken männlich:

- Erlaubt ist demnach: 75m M12/M13, 100m ab M14 und älter, 800m ab M12 und alle höheren AK
- Beispiel 1: M12 800m ist aufgeführt, gleiche Rahmenbedingungen in allen höheren AK, also Hochstart bis einschließlich in die Männer-Altersklasse erlaubt.
- Beispiel 2: M12 hat 75m in der Tabelle aufgeführt und darf somit nur in der M13 hochstarten. Die 100m sind in der AK12 nicht aufgeführt, somit kein Start über 100m erlaubt.
- Beispiel 3: M13 hat als Disziplin die 75m aufgeführt, aber die 100m mit Stern zusätzlich aufgeführt. Somit darf der M13-Sportler in der M14 über 100m hochstarten, aber nicht in der MJU18.
- Beispiel 4: 300m ist aufgeführt bei M15 und M14, aber nicht mit * in der M13. Somit ist kein Start der M13 in der M14 erlaubt. M14 darf (falls diese AK nicht angeboten wird), aber auch bei der M15 starten.
- Erlaubt ist demnach: 75m M12/M13, 100m ab M14 und älter, 800m ab M12 und alle höheren AK
- Erläuterungen am Beispiel Wurf männlich und weiblich:


- Dort sind die jeweiligen Wettkampfgewichte getrennt aufgeführt, weil es sich um eine Änderung der Rahmenbedingungen handelt, was die grundsätzliche Durchlässigkeit einschränkt.
- Beispiel männlich: Für die M12 und M13 ist die 3kg Kugel aufgeführt. Die M12 darf nur in der M13 hochstarten, die M13 darf (weil "Kugel*" in der 4kg-Zeile aufgeführt ist) auch, aber nur in der M14 hochstarten (Umgangssprachlich "Nur eine Klasse höherstarten, weil schwerere Kugel).
- Beispiel weiblich: Da sich im weiblichen Bereich die Gerätegewichte seltener ändern, bleiben die Rahmenbedingungen länger gleich. Somit darf im weiblichen Bereich die W12 (3kg-Kugel) bis zur WJU18 hochstarten, weil das Wettkampfgewicht dort immer noch 3kg beträgt. Die WJU18 darf aber nur eine AK höher in der WJU20 hochstarten, weil ab dort die 4kg Kugel gestoßen wird.
Somit ist die Tabelle DLO§7.2/7.3 aufgeteilt nach männlich und weiblich (Gesamt-Auszug pdf) mit der Definition der Wettkampf-Disziplinen und der genauen Übergangsregelung entscheidend. Zusätzlich regelt diese (durch fettdruck markiert), die erlaubten Meisterschaftsangebote für alle Unterorganisationen (also auch Kreismeisterschaften). Beispiel 300m: Erlaubt für M15 und M14 (M14 darf auch in der M15 hochstarten), aber Meisterschaften dürfen nur in der M15 ausgeschrieben werden.
Wichtig ist aber auch, dass die Durchlässigkeit in der Ausschreibung eingeschränkt werden darf (z.B. um Teilnehmerfelder einzuschränken). Dies muss aber eindeutig in der Ausschreibung (durch das aufführen der startberechtigten Jahrgänge pro AK oder sogar pro Disziplin) aufgeführt werden. Die DLO gibt nur den maximal erlaubten Rahmen vor (siehe "Die Wettkampfbestimmungen").
Übergang Kinderleichtathletik > Jugendleichtathletik
Für die jüngeren Altersklassen AK11 bis AK6 gilt die sog. "Kinderleichtathletik". Bis 2010 waren diese Altersklassen eine "reduzierte Erwachsenenleichtathletik", deren Disziplinen und Rahmenbedingungen aber weder im Wettkampf noch im Training altersgerecht waren. Dementsprechend wurde ein neues Wettkampfsystem mit eigenständigen Disziplinen eingeführt. Die Bestimmungen dazu sind in der DLO im Anhang 4 "Zusatzbestimmungen zu Kinderleichtathletikveranstaltungen" definiert.
Die Durchlässigkeit der Kinder-Altersklassen (ersichtlich auch in den Abkürzungen (z. B. MKU12 "Männliche Kinder U12" bis zur U8) zur Jugendleichtathletik (MJU14 "Männliche Jugend U14) ist wie folgt geregelt (DLO §8.6):
- Nur Kinder der Altersklasse M/W11 dürfen in allen Disziplinen der Altersklasse M/W12 bzw. U14 (also Staffeln und Mehrkampf-Mannschaften) starten, wenn sie die relevanten Voraussetzungen der §§ 4-13 (vorallem der Besitz eines Startpasses) erfüllen.
Übergang Mastersklassen > Jugendleichtathletik
- Angehörige der Altersklassen der Masters können in allen Disziplinen auch an Wettbewerben einer jüngeren Altersklasse der Masters oder in der Altersklasse der Männer bzw. Frauen teilnehmen.